So kann die Duftnessel im Garten aussehen.

Duftnessel – Mehr als eine Begleitstaude

Es gibt mehrere gute Gründe, eine Duftnessel zu pflanzen. Sie ist keine Diva im Staudenbeet. Oft wird sie nur als Begleitstaude für vermeintlich wertvollere Hingucker wie Sonnenhut oder Kugeldistel beworben, ganz genügsam auf dem trockensten Fleckchen im Garten gedeihend. Dabei ist sie durchaus eine Attraktion für sich!

Effektvoller Farbkontrast: Orangefarbene Dahlien und blaublühende Duftnesseln
Effektvoller Farbkontrast: Orangefarbene Dahlien und blaublühende Duftnesseln. © GartenFlora

Die farbenfrohen Blütenkerzen der Duftnesseln (Agastache) schieben sich bemerkenswert zielstrebig meterhoch gen Himmel. Gerade an heißen Tagen verströmen ihre Blüten und Blätter zudem einen würzigen, überaus angenehmen Duft, der mal an Pfefferminze, mal an Anis oder Zitrone erinnert. Ob sie sich dadurch so zuverlässig Krankheiten und Schädlinge vom Leib hält?

Duftnessel – Blüte und Sortiment

Duftnesseln an einem Sitzplatz
Wer Schmetterlinge beobachten möchte, pflanzt am besten einige Duftnesseln in die Nähe der Terrasse. © GartenFlora

Auf jeden Fall blüht und duftet die Duftnessel von Ende Juni bis in den Oktober hinein zuverlässig und unbeschwert vor sich hin. Und lässt dadurch nicht zuletzt die Herzen der Schmetterlinge höher schlagen. Kein anderes Gewächs, nicht einmal der so gepriesene Schmetterlingsflieder (Buddleja), hat eine solche Anziehungskraft auf die hübschen Falter.

All diese Vorzüge haben in den letzten Jahren auch Züchter erkannt, und so wächst das Sortiment nun stetig. Gemeinsam ist allen Agastache-Arten und -Sorten der Wunsch nach einem vollsonnigen Standort mit durchlässigem, gerne sandigem, nicht zu nährstoffreichem Boden. Allzu viel Stickstoff regt nämlich das Blattwachstum an – auf Kosten von Blüten und Winterhärte. Womit wir beim wichtigsten Unterscheidungsmerkmal im Duftnesselreich wären.

Es gibt zum einen die „kühleren Temperamente“, die bei uns gut durch den Winter kommen. Sie blühen stets violett-blau oder weiß. Zum anderen die „Heißblütigen“.

Winterharte Duftnesseln

ländliche Staudenmischung mit Duftnesseln vor einer Steinmauer
Die langen Blütenstände der Duftnesseln laden dazu ein, Stauden mit unterschiedlichen Blütenständen zu kombinieren. © GartenFlora

Die winterharten Duftnesseln stammen aus den gemäßigten Breiten Nordamerikas (A. foeniculum) und aus Korea (A. rugosa). Erstere wird etwa 120 cm hoch, blüht lila und duftet so überzeugend nach Anis, dass sie auch als Anis-Ysop bezeichnet wird. Ihre Blätter ergeben einen köstlichen Tee, passen zu Fisch oder in Salate.

Die „Koreaminze“ dagegen verströmt ein kräftiges Minze-Aroma. Ihre schönste blaue Sorte ist wohl ‘Black Adder’, eine hübsche weiße ist ‘Alabaster’. Auch diese Duftnesseln sind beliebte Teepflanzen.

Feuerwerk für einen Sommer

Staudenbeet mit einer Gruppe blühender Duftnesseln
Besonders wirkungsvoll in Gruppen: Duftnesseln in einem bunten Staudenbeet. © GartenFlora

Die „Heißblütigen“ unter den Duftnesseln stammen aus Mexiko oder dem Südwesten der USA. Sie leuchten in feurigem Rot (‘Red Fortune’, ‘Raspberry Summer’, ‘Toronjil Morado’), Gelb (‘Sunset Yellow’) oder Orange (‘Acapulco Orange’), in Aprikotfarben (‘Champagne’) und Violett (‘Sangria’).

Sie gehören meist zur Art Agastache mexicana. Diese Duftnessel-Art wird auch Lemon-Ysop oder Limonadenpflanze genannt, denn Blätter und Blüten duften und schmecken herrlich nach Zitrone (besonders ‘Toronjil Morado’), oftmals mit leichter Anisnote.

Leider sind die hier genannten Duftnesseln bei uns nicht winterhart. Sie blühen aber – im März/April unter Glas gesät und im Mai ausgepflanzt – zuverlässig im ersten Jahr. Eine winterharte Ausnahme ist die violettblühende A. mexicana-Hybride ‘Ayala’. Der gelblaubige Blattschmücker ‘Golden Jubilee’ stammt zwar von der winterharten A. rugosa ab, dennoch ist diese Duftnessel-Sorte nur bedingt frosthart.

Limonade und Blütendeko

Pürieren Sie fünf Triebspitzen der Duftnessel (ca. 10 cm Länge) mit 80 ml Zitronensaft und 50 g Zucker. Geben Sie alles durch ein Sieb und füllen Sie das Ganze mit einem Liter Mineralwasser auf. Fertig ist eine köstliche Limonade. Oder bestreuen Sie Obstsalate und Süßspeisen mit den kunterbunten Blüten.

Kerstin Ackermann

Aktuelle Ausgabe

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Einige Highlight-Themen in der aktuellen Ausgabe sind: „Kein Frühling ohne Tulpen“, „Beete in Gelb und Purpur“, „Begrünte Dächer“, „Ein Frühlingsgarten mitten in der Großstadt“ und „Zu Gast in einem Weltkulturerbe“.

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