Wild wachsende Zwergpalmen in Spanien Foto: AdobeStock_bennytrapp

Zwergpalme – kleine Pflanze, große Wirkung

Als eine der zwei einzigen in Europa heimischen Palmen und einzige Art ihrer Gattung, ist die Zwergpalme (Chamaerops humilis) eine echte Ausnahme. Das natürliche Verbreitungsgebiet der – laut dem Namen humilis – ‚kleinen‘ Palme liegt im Mittelmeerraum in felsig-sandigen Gebieten. 

Ihre für eine Palme mit 2 bis 4 Metern überschaubare Wuchshöhe macht sie zur geeigneten Kübel- oder Zimmerpflanze. Durch ihre relative Kälteresistenz kann sie sogar in einigen Gebieten in Mitteleuropa ausgepflanzt werden. Typischerweise gehört die Zwergpalme zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae).  

Wuchs und Aussehen

Die Zwergpalme hält es mit dem Wachstum eher gemächlich. Sie bildet meist mehrere Stämme mit einer faserigen Rinde. Die Mehrstämmigkeit sorgt dafür, dass sie eher breit als hoch wird und im Gesamtbild recht buschig erscheint. Elegante Fächerblätter bilden die Krone der Pflanze. 

Zwergpalme Foto: AdobeStock_13threephotography
Die Fächerblätter der Zwergpalme Foto: AdobeStock_13threephotography

Blätter, Blüten und Früchte der Zwergpalme

Die dunkelgrünen Fächerblätter der Zwergpalme sitzen auf langen Blattstielen, welche seitlich mit kleinen Dornen bespickt sind, und werden bis zu 80 cm groß. Ein Blatt fächert sich in einem Halbkreis auf und besteht aus einzelnen, lanzettförmigen Blattteilen.  

Interessanterweise ist die Zwergpalme im Normalfall zweihäusig,  das heißt, es gibt weibliche und männliche Exemplare, manchmal wechselt sie sogar das Geschlecht. Anfang April bilden sich leuchtend gelbe, rispenförmige Blütenstände, die teilweise bis Ende Juni zu bewundern sind. 

Zwergpalme Foto: AdobeStock_Mary_Ann_Lewis
Die leuchtenden Blütenstände der kleinen Palme Foto: AdobeStock_Mary_Ann_Lewis

Standortbedingungen und Pflege

Ganz palmentypisch mag es die Zwergpalme sonnig und warm. Die europäische Heimat der Zwergpalme macht sie aber etwas kälterobuster als andere Gattungen. Ausgepflanzt werden sollten dennoch nur alte Pflanzen ab zehn Jahren in sehr milden Gegenden, denn Frost und langanhaltende Kälteperioden verträgt auch die Zwergpalme nicht. Im Kübel kann sie zwar bis in den Herbst draußen stehen, die Temperaturen sollten Sie aber immer im Blick haben und den Kübel gegebenenfalls an einen geschützteren Ort umsiedeln oder kältesicher verpacken. Das Winterquartier sollte dann eine Mindesttemperatur zwischen 5 und 10 Grad Celsius gewährleisten. Verwenden Sie beim Umtopfen alle paar Jahre gut sandig-lehmiges Substrat mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Lavagranulat und Kies sind geeignete Zusätze. Zu feucht mag es die Palme nicht, sie sollte also nur mäßig gewässert werden. Der langsame Wuchs der Zwergpalme macht einen Schnitt obsolet. 

„Wichtig: Wenn Sie abgestorbene Blätter abschneiden möchten, achten Sie darauf, den Schnitt etwas oberhalb der Basis des Blattstiels anzusetzen, damit dort wieder neue Blätter wachsen können.“

Verwendung der Zwergpalme

Die Zwergpalme ist ein echter, mediterraner Hingucker. Durch ihre Robustheit bietet sie Palmenliebhabern zahlreiche Möglichkeiten – als Zimmerpflanze, im Kübel oder ausgepflanzt. Im Außenbereich kann sie auch in eher klassisch gestaltete Gärten das gewisse Extra miteinbringen. Es ist außerdem lohnenswert, einen Blick auf die verschiedenen Sorten zu werfen. Eine besondere Abwandlung ist etwa die blaue Zwergpalme (Chamaerops humilis var. cerifera). Diese Unterart fasziniert mit silbrig-blauen Blättern und ist sogar noch frosttoleranter als ihre große Schwester.  

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