Peperoni – bunte Würze aus dem Garten

Botanisch gesehen sind Peperoni (Capsicum annuum), nichts anderes als die Gemüsepaprika, die wir im Garten anpflanzen. Je nach Sorte unterscheidet sich die Gewürzpaprika aber deutlich im Schärfegrad. Und dieser ist abhängig vom jeweiligen Gehalt des Inhaltsstoffes Capsaicin, der in der Einheit Scoville angegeben wird. Die Werte liegen für Peperoni bei 100 bis 500 Scoville, während die schärferen und kleinfrüchtigeren Chili Werte von über einer Million erreichen können.

Wuchs und Aussehen von Peperoni

Ursprünglich stammen die wärmeliebenden Peperoni aus Südamerika. Sie gehören, wie Kartoffeln oder Tomaten, zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die meisten bei uns erhältlichen Peperoni-Sorten sind Zuchtformen des Spanischen Pfeffers (Capsicum annuum). Peperoni wachsen buschig mit einem aufrechten Spross und werden je nach Sorte bis 80 Zentimeter hoch. Bei uns kultiviert man sie meist einjährig, eine Überwinterung im Haus ist jedoch möglich.

Peperoni Foto: AdobeStock_sandrafotodesign
Reife Peperoni an der buschigen Pflanze Foto: AdobeStock_sandrafotodesign

Blüten, Blätter und Früchte von Peperoni

Die zierlichen weißen Sternblüten – und später die Früchte – sitzen in den Blattachseln. Peperoni setzen den ganzen Sommer über Blüten an, auch wenn sich schon Früchte gebildet haben. Man hat deshalb an einer Pflanze Blüten und Früchte in unterschiedlichen Reifestadien.

Die dunkelgrünen Blätter von Peperoni sind länglich, ganzrandig und können eine Länge von bis zu 30 Zentimeter erreichen. Die Früchte haben häufig eine längliche Form. Es gibt jedoch auch Sorten mit stumpf-breiten, rundlichen oder glockenförmigen Früchten. Je nach Sorte zeigen sie unterschiedliche Größen und Reifefarben – von grün bis gelb, orange, rot oder violett.

Standortbedingungen und Pflege von Peperoni

Peperoni brauchen in jedem Fall viel Wärme und Sonne, damit sie gut gedeihen. Ein Platz vor einer Südwand ist zum Beispiel eine gute Wahl. Auch im Topf können sie problemlos kultiviert werden. Der Boden oder das Substrat sollte nährstoffreich, tiefgründig und humos sein.

Ab März können Sie Peperoni im Haus bei Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius vorziehen. Nach circa zwei Wochen wird in größere Töpfe pikiert. Wer ein Gewächshaus besitzt, siedelt die Jungpflanzen Anfang Mai dahin um und hat dort beste Voraussetzungen. Ins Freiland können Sie Peperoni ab Ende Mai oder Anfang Juni pflanzen. Eine dunkle Mulchfolie sorgt dabei für mehr Wärme im Boden. Ein Lattenrost mit Foliendach ist ebenfalls hilfreich. Höhere Sorten bekommen einen Stützstab, an dem sie aufgebunden werden.

Da Peperoni Starkzehrer sind, brauchen Sie viele Nährstoffe. Bereiten Sie den Boden mit reichlich Kompost vor, verabreichen im Sommer zwei bis dreimal weiteren Dünger (zum Beispiel Pflanzenjauche) und ergänzen eine Mulchdecke. Eine gleichmäßige und ausreichende Wasserversorgung ist wichtig, besonders während der Blüten- und Fruchtbildung. Auch im Gewächshaus sollten Sie darauf achten, regelmäßig zu gießen und zu lüften.

Peperoni Foto: AdobeStock_WoGi
Peperoni-Pflanzen sollten in Töpfen vorkultiviert werden Foto: AdobeStock_WoGi

Ernte und Verwendung

Die Erntezeit von Peperoni reicht von Juli bis September. Wenn die sortentypische Größe und Farbe erreicht und die Fruchthaut fest und glänzend ist, kann geerntet werden. Die Früchte am besten mit einem scharfen Messer und mit Stiel von der Pflanze abschneiden.

Die Schoten von Peperoni können frisch verwendet, in Öl eingelegt oder getrocknet werden. In der Küche dienen sie als Würze beim Kochen oder Einmachen. Vor allem für herzhafte Gerichte der ungarischen Küche, wie Gulasch oder Letscho, sind sie ebenso unverzichtbar wie in der orientalischen oder asiatischen Küche. Die Früchte haben nicht nur Würze und Schärfe, sondern auch einen hohen Vitamin-C-Gehalt.

Achtung: Reiben Sie sich nach der Zubereitung von Peperoni nie die Augen, bevor Sie sich nicht gründlich die Hände gewaschen haben – das brennt! Oder tragen Sie zum Schutz bei der Verarbeitung Handschuhe. Am meisten Schärfe steckt übrigens in den weißen Samenkörnern sowie in den Samenscheidewänden der Früchte.

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