Wissenswertes über Blattdünger

Pflanzen können nicht nur gasförmige Verbindungen wie Sauerstoff über die Blätter aufnehmen, sondern auch mineralische Nährstoffe. Blattdünger sind leicht wasserlösliche Düngemittel in flüssiger Form oder in Pulverform. Sie werden stark verdünnt über die Blätter gegossen oder gespritzt. Die Düngewirkung tritt auf diese Weise sehr schnell ein.

Wann ist eine Blattdüngung sinnvoll?

Blattdünger versorgen Pflanzen gezielt mit Haupt- und Mikronährstoffen, was besonders bei akutem Nährstoffmangel von Vorteil sein kann. Es gibt 17 essenzielle Pflanzennährstoffe, die nicht immer ausreichend und schnell genug zur Verfügung stehen, zum Beispiel, wenn die Witterungsbedingungen im Freiland ungünstig sind oder die Pflanze noch kein kräftiges Wurzelwerk entwickeln konnte.

Die Aufnahme von Spurenelementen ist sehr stark vom pH-Wert, der Bodenstruktur und der Bodenfeuchte abhängig. Wenn sich die Blätter von Zier- und Nutzpflanzen gelb färben, liegt häufig eine Chlorose vor. Der ausschlaggebende Faktor ist hierbei meist das verfügbare Eisen. Auch bei Stickstoff kann es zu Engpässen in der Versorgung kommen. In solchen Situationen stellt die direkte Gabe einzelner oder mehrerer Nährstoffe über das Blatt eine schnelle und gezielte Hilfe dar.

Blattdünger gibt es in unterschiedlicher Zusammensetzung

Je nach Hersteller und Anwendungsgebiet des einzelnen Düngers sind die Nährstoffgehalte unterschiedlich hoch. Mehrnährstoff-Blattdünger oder Volldünger werden aus einzelnen, synthetisch hergestellten Nährsalzen gemischt. Blattdünger gegen Spurenelementmangel enthalten häufig nur ein chemisches Element.

Bei einem akuten Stickstoffmangel kann auch ausschließlich Harnstoff zum Einsatz kommen. Dieser wird sehr gut über die Blätter aufgenommen. Da er kein Salz ist, droht keine Verbrennung, und das ganze Molekül dringt in das Blatt ein.

Auch Magnesium, eines der Hauptnährelemente, die Pflanzen benötigen, ist als Blattdünger gut wirksam.

Spezielle Chelatformulierungen (in organische Moleküle „eingepackte“ Nährstoffionen) sorgen für bessere Aufnahmeraten.

Was bei der Anwendung zu beachten ist

Bei starker Sonneneinstrahlung sollte niemals über die Blätter gedüngt werden, denn es können Verbrennungsschäden auftreten. Verdunstet nämlich zu viel Wasser aus der Düngerlösung, steigt die Salzkonzentration, so dass Wasser aus dem Blattgewebe gezogen wird (osmotische Wirkung).

Wählen Sie für die Ausbringung grundsätzlich bedeckte Tage oder sprühen Sie abends oder früh am Morgen. Bleibt die Kutikula (winzige Wachsplättchen auf dem Blatt, über die die Lösung eindringen kann) nach der Benetzung längere Zeit feucht, sind höhere Aufnahmeraten zu erwarten als bei schneller Abtrocknung.

Die Aufnahmegeschwindigkeit kann sehr unterschiedlich ausfallen. Ideal sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 15°C, denn dann verfügt die Pflanze über einen regen Stoffwechsel, der die Absorption begünstigt.

Ältere Blätter können Nährstoffe schlechter aufnehmen als jüngere. Wird die Nährlösung fein zerstäubt, verbleibt sie länger am Blatt, so dass die Aufnahmerate verbessert wird. Auch ein Netzmittel kann helfen: Es senkt die Oberflächenspannung des Wassers, so dass der Blattdünger nicht so schnell abtropft. Hierfür kann ein handelsübliches Spülmittel eingesetzt werden.

Um Verbrennungen zu verhindern, werden Blattdünger stark mit Wasser verdünnt. Meist wird mit Konzentrationen von 0,1 bis 0,5 % gearbeitet. Üblich sind, je nach Herstellerempfehlung, Mengen zwischen 0,5 und 2,0 g/l bzw. ml/l.

Auch viele gewöhnliche Flüssigdünger sind in schwacher Konzentration als Blattdünger geeignet. Sie wirken so deutlich schneller als im Boden. Stark verdünnte Pflanzenjauchen, z. B. aus Brennnesseln oder Beinwell, wirken ebenfalls über die Blätter.