Rasen – alles im Grünen Bereich

Rasen als Weg in geschlängelter Form zwischen Staudenbeeten

Schwungvoll durchs Blütenmeer Wer möchte nicht auf diesem herrlichen Rasenläufer lustwandeln? Erst nach und nach gibt der Weg die Blütenpracht preis. Sein schwungvoller Charakter harmoniert wunderbar mit den charmanten Spätsommerblühern wie Prachtkerze, Patagonischem Eisenkraut und Kerzenknöterich.

Rasen ist nicht einfach Gras. Er ist eine Mischung aus verschiedenen Gräsern, die alle ihre Funktion haben: Eins sorgt mit kräftigen Wurzeln für festen Halt im Boden, das andere wächst schnell und webt mit Seitentrieben einen dichten Teppich, und ein weiteres ist einfach nur für die Ästhetik zuständig.

Die Kunst besteht nun darin, die richtige Mischung für jede Nutzung zu finden. Manch ein Rasen soll eben auch im Schatten gedeihen, ein anderer nicht so schnell wachsen und ein weiterer soll auch einen extrem kurzen Schnitt vertragen, was wahrlich nicht jeder kann.

So lesen wir auf den Packungen: Zierrasen, Sportrasen, Spielrasen, Schattenrasen. Die Anbieter drücken hier leicht verständlich aus, was in gutem Saatgut sorgfältig miteinander vermischt worden ist. Wer mag, informiert sich auf der Zutatenliste über die Anteile von Festuca, Poa, Agrostis oder Lolium. Dann wird es aber etwas kompliziert.


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Die richtige Grasmischung

Wer sich schnell ein schönes Grün wünscht, greift schon mal daneben, wenn er seine Kaufentscheidung allein am Preis oder dem Versprechen „Grün im Handumdrehen“ festmacht. Hier ist oft ein hoher Anteil des schnell wachsenden Weidelgrases (Lolium) oder landwirtschaftlicher Futtergräser enthalten. Leider sind die so flink, dass sie bereits im zweiten Jahr andere Gräser verdrängen. Der einst schöne Rasen bekommt Lücken.

Vielleicht als Tipp: Ein Gebrauchsrasen sollte nicht viel mehr als 40 Prozent Lolium perenne enthalten. Und der Preis ist möglicherweise nur beim ersten Hinschauen günstig. Oft wird deutlich mehr vom preisgünstigeren Saatgut für die gleiche Fläche benötigt.

Wann wird gesät?

Bei einer Bodentemperatur ab zehn Grad. Im Frühjahr bietet sich der Mai an, später im Jahr könnte es zu trocken werden. Am besten geeignet ist der September: Der Boden ist noch warm und feucht genug, und die Unkräuter sind längst nicht mehr so wuchsfreudig. Und es dauert, bis sich das erste zarte Grün zeigt. Zuerst keimt etwa ab Tag sieben, richtig, das flinke Weidelgras (Lolium). Andere lassen sich schon mal bis zu 28 Tagen Zeit. Geduld ist gefragt.

Vor der Aussaat sollte der Boden gut vorbereitet sein. Wildkräuter und Steinchen werden entfernt, die Fläche wird eingeebnet und mit der Harke etwas gelockert. Bindige Böden sollten mit Sand abgemagert, sandige Böden mit Komposterde aufgewertet werden.

Das ausgebrachte Saatgut lässt sich mit einer (nicht zu schweren) Rasenwalze oder mit Brettchen an den Schuhen angedrücken. Manch einer harkt den Samen auch (nicht zu tief) ein. Das ist sogar die bessere Methode. Denn hier bleibt das Saatgut nicht an der Oberfläche und trocknet nicht so schnell aus. Den Boden während der Keimphase unbedingt feucht halten.

Rasenmähen ist Pflege!

Rasenmähen hält die Gräser nicht nur kurz. Mähen gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen überhaupt. Sie haben eben über die Zusammensetzung einer Rasennarbe gelesen, also die unterschiedlichen Rasengräser, die dort wachsen. So wissen Sie, dass einige Gräser schneller wachsen als beispielsweise jene, die für die feste Verbindung im Boden zuständig sind und sich am Boden aufhalten.

Lässt man den Rasen einfach wachsen, galoppieren manche Halme in die Höhe und nehmen den Zurückgebliebenen das Licht. Was passiert mit denen? Sie kümmern. Das haben Sie doch sicher schon einmal festgestellt: Mitten in der Hauptsaison zwischen Mai und September macht das Grün in wenigen Tagen einen schönen Schuss.

Und nach einer Urlaubsreise ist der Rasen lang geworden. Sie mähen also und - was ist das denn! Der Rasen hat plötzlich Lücken. Wo die herkommen, können Sie sich nun denken. Kurzum: Wer seinen Rasen liebt, mäht regelmäßig. Dazu gleich mehr.

» Rasenmäher im Praxis-Test

Rasensaison beginnt mit dem Vertikutieren

Vertikutieren ist vertikales Schneiden mit einer Messerwalze, die Moos und den Rasenfilz entfernt, der über den Winter entstanden ist. Zugleich wird der Boden damit wenige Millimeter angeritzt. So kann er wieder atmen. Nicht zu tief! Wegen der Wurzeln.

Vertikutierer gibt es mit Elektroantrieb und auch mit Benzinmotor. Wer Lust auf ein Fitness-Programm hat, benutzt einen Schneidrechen. Sie werden staunen, wie viel Filz Sie herausholen. Der Rasen sieht danach schrecklich aus. Er erholt sich aber in wenigen Tagen.

Ab dann wird regelmäßig geschnitten. Einmal in der Woche. Wurde der Rasen neu angelegt, sollte der erste Schnitt erfolgen, wenn die schnellsten Gräser etwa zehn Zentimeter hoch sind. Nicht tiefer als bis auf fünf Zentimeter und dabei einen Mäher mit scharfen Messern benutzen. Sonst werden die Gräser lediglich gerupft, und die Schnittstellen werden zu Eintrittspforten von Krankheiten.

Ist der Rasen gut eingewachsen, erinnern Sie sich beim Schneiden an die sogenannte Drittel-Regel: höchstens ein Drittel der Rasenläge abschneiden. Soll der Rasen vier Zentimeter haben, müsste er also bei sechs Zentimeter geschnitten werden. Bei hohen Temperaturen nicht in den heißen Mittagsstunden schneiden. Die Gräser können jetzt ruhig etwas länger bei fünf oder sechs Zentimeter bleiben.

» Übersicht: Elektro- und Benzin-Vertikutierer

Düngen

RasenskulpturRasenflächen mit dünnen, hellgrünverblassten Gräsern, in deren Lücken Unkräuter wachsen? Da fehlt etwas.

Rasen soll doch in der Lage sein zu wachsen, sich gegen Konkurrenzpflanzen zu wehren, (grüne) Farbe zu zeigen, Lücken zu schließen und Widerstand zu leisten gegen Krankheiten und starke Belastung. Das alles verlangen wir vom Rasen und sollten ihn dafür ab und an mit einer Portion Dünger belohnen. Und das bereits bei der Aussaat, um ihm auf die Beine zu helfen. Und ebenso danach, auch weil wir ihm durch regelmäßiges Mähen Nährstoffe entziehen.

Es ist falsch zu glauben, dass wir durch wenig Dünger den Mähaufwand reduzieren. Und es ist auch falsch zu glauben, ein Rasen wächst durch viel Dünger dichter und schneller. Er wird eher krankheitsanfälliger.

Gedüngt wird im Frühjahr, im Juni, im August am besten mit einem Langzeitdünger, der seine Nährstoffe dosiert freigibt und im Oktober mit einem Kali betonten Herbst-Rasendünger, der die Trittfestigkeit der Gräser im Winter erhöht.

Vor allem Stickstoff (N) ist für die Bildung der Grünmasse wichtig. Der Stickstoffbedarf hängt vom Rasentyp ab. Beanspruchte Flächen benötigen mehr als der reine Zierrasen.

Den Dünger nicht bei Sonnenschein, aber gleichmäßig und am besten mit einem Streuwagen ausbringen. Für die optimale Nährstoffaufnahme sollte der pH-Wert des Bodens zwischen 5,5 und 7,5 liegen. Nur wenn der Wert zu niedrig ist, im Frühjahr kalken. Und zwar zwei bis drei Wochen vor der ersten Düngergabe.
Christian Gehler

Rasen: kleine Düngerkunde

Ab 8 °C Bodentemperatur beginnen die Gräserwurzeln wieder zu wachsen und gehen auf Nahrungssuche. Eine zeitige Düngergabe Mitte März ist daher durchaus sinnvoll: Je eher die Nährstoffe zur Verfügung stehen, desto eher präsentiert sich der wintermüde Rasen wieder in sattem Grün. Kleinere Blessuren in der Narbe schließen sich von selbst.

Rasendünger ganz gleichmäßig von Hand auszubringen, erfordert viel Übung. Am besten erst eine Hälfte in Laufrichtung streuen, dann die zweite Hälfte quer dazu. Leichter geht es mit einem Streuwagen oder Handstreuer. Abschließend ausgiebig wässern. 

Doch womit düngen? Wichtig ist eine ausreichende Versorgung v. a. mit Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg) im richtigen Verhältnis. Gleichzeitig spielen bei der Produktauswahl für viele Verbraucher auch Umweltaspekte eine Rolle.

» Im GartenFlora-Shop: Spezial- und Langzeitdünger für den Rasen

Hier eine Übersicht eine Übersicht der verschiedenen Dünger und ihre Wirkung auf den Rasen:

Mineralischer Rasen-Langzeitdünger

Neben P, K, teils auch Mg und Eisen (Fe), enthält er meist eine Kombination aus einem kleineren Anteil sofort wirksamer N-Komponenten (Nitrat, Ammonium) für den raschen, aber kurzfristigen Düngeeffekt, sowie Stickstoff-Formen mit langfristiger Wirkdauer (meist zwei bis vier Monate).

Der Nährstoff ist hier in einer speziellen Bindungsform fixiert oder von einer Hülle umgeben und wird im Boden gleichmäßig nach und nach freigesetzt bzw. in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt. Das reduziert die Gefahr einer Nitrat-Auswaschung. Die synthetische Herstellung von N-Düngern ist jedoch sehr energieaufwendig.

Organischer Rasen-Langzeitdünger

Er besteht aus pflanzlichen oder tierischen Nebenprodukten wie Melasse, Hornspänen, Geflügeldung etc. Sie entstammen also vorhandenen Nährstoffkreisläufen.

Ihre Wirkung ist langfristig und mild, es kommt zu keinen Verbrennungen. Zusätzlich fördern organische Dünger die Humusbildung und das Bodenleben.

Je nach Zusammensetzung und Korngröße kann die Düngewirkung jedoch verzögert einsetzen und unregelmäßig verlaufen, da die Nährstoffe erst von Mikroorganismen im Boden aufgeschlossen werden müssen. Deren Aktivität ist abhängig von der Bodenfeuchte und -temperatur.

Organisch-mineralischer Rasen-Langzeitdünger

Die Kombination schnell wirkender mineralischer Komponenten mit organischen Bestandteilen sichert einen sofortigen Düngestart und die nachhaltige Ernährung der Gräser. 

Kompost

Je nach Ausgangsmaterial können seine Nährstoffgehalte stark schwanken. Häufig enthält er viel Phosphor, teils auch Kalium, aber eher wenig Stickstoff. Dieser muss dann durch N-Dünger wie Hornmehl oder Kalkammonsalpeter ergänzt werden.

Nur reifen, fein abgesiebten Kompost ausbringen (2 l/m²) und einrechen. Gut zur Humusanreicherung. Die Düngewirkung ist jedoch schwer kalkulierbar, zudem können Unkrautsamen enthalten sein. 

Universaldünger

Sie sind nicht auf den speziellen Nährstoffbedarf der Rasengräser abgestimmt und daher ungeeignet. Schnell wirkende Mineraldünger wie Blaukorn können zudem zu Verbrennungen führen, sie haben keine nachhaltige Wirkung, und es kann zu Nitratauswaschungen ins Grundwasser kommen.


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Tipp: Rasenlücken füllen leicht gemacht

Bleiben nach der Frühjahrsdüngung und dem ersten Schnitt größere Kahlstellen im Rasen zurück, hilft eine Nachsaat. Beste Startbedingungen schafft das RasenFit+ 5in1-Keimsubstrat von Compo. Das feine, nährstoffreiche Substrat auf den lückigen Flächen verteilen und mit einem Besen glattstreichen. Humuserde, Rasensand, Agrosil Wurzelaktivator, Substratdünger und Spurennährstoffe sichern die Keimung und zuverlässiges Anwachsen.

Einen anderen Weg geht Kiepenkerl: Bei seinen Premium-Nachsaatperlen ist jedes Samenkorn von einer wasserspeichernden Schutzhülle umgeben, die es vor schnellem Austrocknen bewahrt und gleichzeitig Depot ist für keimfördernde und lebensnotwendige Stoffe. Durch das höhere Gewicht kommen die ökologisch umhüllten Samenkörner zudem leichter in Kontakt mit dem Boden. Erhältlich ab Anfang März


 

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