Der große Rosenschnitt-Kurs

Rosen schneiden

Handschuhe und eine scharfe Schere sind beim Rosenschneiden unbedingt nötig.

Rosen schneiden - warum, wann und wie? Wenn klar wird, welche Vorteile der Schnitt der Rosen bringt, werden auch die verschiedenen Arbeitschritte verständlicher.

Warum überhaupt schneiden?

Die wilden Vorfahren unserer heutigen Gartenrosen waren auf Lichtungen und an sonnigen Waldrändern einem ständigen Verbiss durch Wild ausgesetzt. Das zwang sie, sich fortlaufend neu zu "erfinden", wodurch die Sträucher auf natürliche Weise verjüngt wurden.

Diese Eigenschaft steckt auch ihren Nachkommen noch im Blut. So sehr, dass die meisten ohne einen regelmäßigen Schnitt rasch ziemlich alt aussehen würden. Seien Sie im Umgang mit der Schere daher nicht zu zögerlich. Ihre Rosenstöcke werden es Ihnen danken:

Wuchsfreude: Der Schnitt reduziert die Anzahl der Knospen an der Pflanze. Es bilden sich damit zwar weniger, dafür umso kräftigere und blühwilligere Triebe.

Verschwenderischer Flor: Je mehr starkes, junges Holz insbesondere bei den öfterblühenden Rosen vorhanden ist, desto üppiger fällt die Blüte aus.

Geringerer Krankheitsbefall: Das regelmäßige Auslichten der Sträucher sorgt für einen lockeren, luftigen Aufbau. So trocknet das Laub nach Niederschlägen schneller wieder ab und der Befallsdruck durch Blattpilze wie den gefürchteten Sternrußtau sinkt.

Erhalt der Vitalität: Nach dem Schnitt werden die inneren und unteren Partien des Rosenstocks wieder besser belichtet, ruhende Knospen an der Basis treiben durch. Die Folge ist eine stetige Verjüngung des Strauchs.

Harmonische Form: Schnee- und Windbruch, einseitige Belichtung, Vandalismus – durch so manches geraten Rosen aus der Fassung. Der passende Schnitt bringt sie rasch wieder in Form.

» Pflanzenschutz: Pilzkrankheiten und Schädlinge bei Rosen

Rosen schneiden - der richtige Zeitpunkt

Aus Erfahrung weiß der Rosenfreund, dass nach der Forsythienblüte keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, die dem zarten Neuaustrieb gefährlich werden könnten. Geschnitten wird grundsätzlich im Frühjahr, meist zwischen Ende März und Ende April, abhängig vom Witterungsverlauf, der Region und der jeweiligen kleinklimatischen Lage.

Eine gute Orientierungshilfe für den optimalen Zeitpunkt bietet das oben genannte, markante Blütengehölz. Doch erst einmal wird Astschere und Säge ein ordentlicher Schliff verpasst, denn ohne messerscharfes Werkzeug geht hier gar nichts. Nur saubere Schnitte ohne ausgefranste Wundränder versprechen eine schnelle Heilung und mindern die Infektionsgefahr.

Dann kommt die Bestandsaufnahme: Wo hat der Frost Spuren hinterlassen? Was ist offensichtlich krank oder zu schwach, um Blüten tragen zu können? Welche Zweige stehen so dicht, dass sie sich gegenseitig behindern oder gar wundscheuern?

Schneiden Sie zunächst alle abgestorbenen, dünnen und nach innen wachsenden Zweige vollständig am Ansatz heraus. Durch Krankheiten, mechanische Verletzungen oder Frost beschädigte, verbräunte Triebe so weit zurücknehmen, bis wieder das gesunde, innen grünlichweiße Holz mit weißem Kern ("Mark") zum Vorschein kommt.

Die weiteren Schnittmaßnahmen richten sich dann danach, zu welcher Rosenklasse der jeweilige Strauch gehört, ob er zum Beispiel am diesjährigen oder mehrjährigen Holz blüht. In der nachfolgenden Übersicht finden Sie das passende Schnittmuster für die Idealfigur jeder Ihrer Blütenköniginnen.

» Rosen richtig schneiden: Fünf Beispiele

Das 1x1 des Rosenschnitts

Rosenschere ansetzenSetzen Sie die Schere etwa 5 mm oberhalb einer Triebknospe (dem sogenannten Auge) leicht schräg an. Die Neigung weist dabei vom Auge weg, um Niederschlagswasser vom weichen Mark im Inneren des Rosentriebs und vom empfindlichen Gewebe der Knospe abzuleiten.

Schneiden Sie niemals zu tief, da die Knospe verletzt werden oder später eintrocknen könnte. Aber auch nicht zu hoch, denn verbleibende Triebstummel trocknen meist zurück und bieten so Eintrittspforten für Pilze.

Ein übertrieben schräger Schnitt wiederum bewirkt eine unnötig große Wundfläche, die nur langsam heilt. Die früher allgemeingültige Regel, dass grundsätzlich nur über einem nach außen, also aus dem Strauch heraus weisenden Auge geschnitten werden darf, sieht man heute etwas gelassener.

Gerade bei größeren Anpflanzungen mit Beet- oder Bodendeckerrosen wäre diese Methode oft zu zeitaufwändig. Und die Erfahrung zeigt, dass sich diese Sträucher auch so weitgehend harmonisch aufbauen. Bei kleinen Gruppen oder Einzelexemplaren, insbesondere bei Edel- Strauch-, Kletter- und Hochstammrosen, lohnt es sich aber weiterhin, beim Schnitt auf außenstehende Augen zu achten.

Falsche und richtige Schnittführung: (1) zu tief, (2) zu hoch, (3) korrekter Schnitt, (4) zu schräg, (5) Neigung weist in die falsche Richtung.

» Winterschutz für Rosen

Schnittabfälle müssen weg!

Sammeln Sie nach getaner Arbeit alles Schnittgut sorgfältig auf. Das hat nichts mit übertriebenem Ordnungssinn zu tun, sondern soll der Ausbreitung von Krankheiten vorbeugen. Das Schnittgut nicht auf den Kompost geben, sondern über den Hausmüll entsorgen.


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