Hanggärten

Hanggarten

Trocken aufgesetzte Kalksteinmauern und trogförmigen Bachlaufschalen, die Stufenbepflanzung passt zum rustikalen Flair.

Eine Landschaft mit sanft geschwungenen Hügeln, steilen Hängen und tiefen Tälern. Dieses Terrain müssen sich pflanzliche und menschliche Bewohner hart erarbeiten: Bäume und Sträucher in Hanglage kämpfen entweder gegen anhaltende Trockenheit oder druckvolles Hangabflusswasser an. Dazu bohren sie ihre tiefreichenden Wurzeln ins Erdreich.

Tipps für Gärten am Hang

Auch Gärtner haben’s hier schwer: Mähen, Ernten und Beetpflege ähneln eher Hochleistungssportarten. Unser Tipp: Erobern Sie Ihr Hanggrundstück durch Gliedern und Sortieren! Formschön und gleichzeitig praktisch sind terrassierte Geländeabschnitte. Der Wechsel von Stufen und Ebenen bringt Leben und Struktur in Ihren Hanggarten.

Spielen Sie dabei mit Höhe, Breite und Tiefe der einzelnen Ebenen: Schmale, verwinkelte Geländestufen folgen dem Motto "eng, aber gemütlich". Ausladende Terrassen wirken edel und großzügig. Die Ebenen Ihres Stufengartens stehen untereinander mit Treppen oder Rampen in Verbindung. Diese können sich unauffällig ins Gesamtbild einfügen oder mit Material, Form und Farbe eigene Akzente setzen.

Hanglagen - aus Nachteilen Vorteile machen

Ihre Terrassen können einem gemeinsamen Konzept folgen oder in einzelne Gartenzimmer unterteilt sein. Wie unsere Beispiele zeigen, lassen sie sich architektonisch interessant einfassen, lebendig bepflanzen oder in abgetreppte Rasenflächen umwandeln.

Sie schaffen sogar Platz für Ihre Lieblings-Sitzecke mit Blick über Ihr gesamtes Stufenreich. Der Clou: Von oben betrachtet, kommt die Geometrie musterhaft geschnittener Hecken oder ausgefeilter Pflanzbilder von tiefer liegenden, nun aber ebenen Gartenteilen besser zur Geltung als in Schräglage.

Das abgestufte Gelände eignet sich hervorragend für plätschernde Wasserläufe oder vorhangartig herabfallende Kaskaden. So kann sich ein natürlich wirkender, mäandrierender Gebirgsbach oder ein formaler Bachlauf seinen Weg hangabwärts bahnen. Am Hangfuß ergießt er sich – mal dezent, mal geräuschvoll – in ein Wasserreservoir.

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Tipps zum Wasser im Hanggarten

Die ideale Gelegenheit für einen Teich in Ihrem Garten! Wer offene Wasserflächen wegen des Pflegeaufwandes scheut, versenkt eine Zisterne im Erdreich.

Eine Tauchpumpe mit passender Förderleistung schickt das Wasser über einen unterirdisch verlegten Schlauch wieder zum Ausgangspunkt zurück. Aus gebohrten Steinen, Düsen oder Wasserspeiern sprudelnd, schließt sich der Wasserkreislauf.

Geländestufen lassen sich mit Pflanzen wunderbar in Szene setzen. Bringen Sie bunte Polster kleiner Steingartengewächse in die Mauerfugen ein, schaffen Sie Abwechslung mit Stauden, Gräsern und Gehölzzwergen oder lassen Sie Ziersträucher kaskadenartig über die Stufenränder fallen.

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Tipps für eine Bepflanzung

Bunte Polster: Teppich-Phlox, Gänsekresse, Schleifenblume, Blaukissen, Glockenblume, Küchenschelle, Dachwurz, Polster-Steinbrech, Mauerpfeffer, Porzellanblümchen, Fetthenne, Katzenminze, Blau- und Bärenfell-Schwingel.

Abwechslungsreich:
Schwert- und Taglilie, Mohn, Nelken, Lavendel, Salbei, Thymian, Federgras, Flaschenbürstengras, Besen- und Schnee-Heide, Schweizer Weide, Nest-Fichte, Zwerg-Kiefer, Seidelbast, Teppich-Zwergmispel.

Blütenkaskaden:
Schmalblättriger Sommerflieder, Maiblumenstrauch, Frühlings-Spiere, Böschungsmyrte, Korallenbeere, Winter-Jasmin, Zwergrosen, Fingerstrauch, Elfenbein-Ginster.

Stufen und Trockenmauern

Einen Hang abzustufen, gerät meist zur aufwändigen Angelegenheit. Das Erdreich, das oberhalb des geplanten Geländeniveaus liegen soll, muss per Spaten oder schwerem Gerät abgegraben und auf Höhe der späteren Ebene wieder angefüllt werden. Diese Erdmassen gilt es abzufangen und zu verdichten, damit sie nicht abrutschen.

Der Look Ihres Hanggartens steht und fällt mit Material und Anordnung der Stufen. Leichtes Gefälle fangen Sie mit in Abständen eingelassenen Blockstufen aus Naturstein, Beton oder Holz ab. Sogar das dichte Wurzelwerk von Bodendeckern oder einer geschlossenen Rasendecke schafft es, den modellierten Boden festzuhalten.

Flächigen Pflanzungen verhelfen Sie mit Strukturen wie kugelig geschnittenem Buchsbaum zu einem "3-D-Effekt". Stärkere Hangneigung fangen einzeln oder übereinander gesetzte Steinquader oder Findlinge auf. Rustikal sehen miteinander verschraubte Holzbohlen aus, die vor dem Hinterfüllen mit Erde eine Schutzschicht aus Teerpappe oder Folie erhalten.

Trockenmauern bieten Tieren und Pflanzen Raum

Trocken aufgesetzte Steinmauern wirken natürlich, da sich in ihren Fugen Pflanzen und Tiere ansiedeln. Sie sind stabil, sofern sie sich mit etwa 10 bis 15 Prozent Neigung an den Hang lehnen können. Die preiswerte Variante: gebrochene oder gerundete Betonreste vom Recyclinghof.

Bei starker Hanglage fordert die Statik ihr Recht. Gründen Sie zunächst ein frostfreies, mindestens 60 cm tiefes Fundament. Mörteln Sie z.B. Betonsteine, Klinker bzw. Naturstein auf oder gießen Sie mit Hilfe einer Schalung eine Betonmauer. Nun können Sie Ihren Stufengarten gestalten und bepflanzen. Schmale Wege entlang des Mauerfußes machen auch hinterste Stufenwinkel zugänglich und erleichtern das Pflegen und Ernten. Hochleistungssport ade!
Karin Wachsmuth


Eine moderne Variante, den Hang abzufangen, kommt aus der Schweiz: Mit Drahtschotterkörben (Gabionen) lassen sich sogar steile Hänge gut in Form bringen. Entlang der Sichtflächen der Korbseiten stapeln Sie sauber Steine auf. Das sieht einem Mauerwerk täuschend ähnlich.

Dahinter füllen Sie mit grobem Bruchstein auf. Gabionen sind in verschiedenen Größen erhältlich. Sie lassen sich auch übereinander stapeln. Kletterpflanzen erobern das Stahlgeflecht innerhalb kürzester Zeit.

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Extra-Tipp

Beim Terrassieren von Gärten bitte beachten:

• Gewachsener, standfester Boden ist Voraussetzung für eine abgestufte Geländemodellierung. Angefülltes Erdreich ist nicht mit dem anstehenden Untergrund verzahnt und beginnt zu fließen.

• Höhe, Tiefe und Anzahl der Geländestufen stehen im Zusammenhang mit dem abzufangenden Geländegefälle.

•Stufenhöhe und -tiefe sollten das Verhältnis 1:1 nicht unterschreiten, also auf eine 1 m hohe Mauer wenigstens eine 1 m tiefe Ebene folgen lassen. Je tiefer und breiter die Ebene, desto großzügiger wirkt die Abstufung.

• Mauern müssen in ihrer Höhe und Bauweise den entstehenden Schubkräften entsprechen. Sicherheitshalber vom Fachmann planen lassen: Trocken aufgesetzte Mäuerchen eignen sich nur zum Abfangen geringer bis mittlerer Geländeneigung. Gemauerte oder betonierte Konstruktionen auf frostfreiem Fundament geben Halt bei starkem Gefälle.

• Dränage des Hangabflusswassers vor dem Hinterfüllen am Mauerfuß einplanen, damit das Bauwerk in niederschlagsreichen Zeiten nicht nach vorne kippt.
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