Garten am Hang

Themen: Hanggarten
Hanggarten

Treppen im Hanggarten sind nicht nur dazu da, um Höhenunterschiede zu überwinden, sie sind auch Gestaltungselement. Lange Treppenläufe unterbricht man mit Podesten, das lockert auf. Das bietet zudem die Möglichkeit das Anstiegsbein zu wechseln.

Wohin nur mit den Gemüsebeeten, dem Teich und dem Sitzplatz, wenn der Garten am Hang liegt? Es ist eine große Herausforderung, ein abschüssiges Grundstück zu gestalten. Nutzen Sie doch einfach die Vorteile, die sich Ihnen hier bieten – für Hochbeete, einen Wasserfall, eine Rutschbahn für die Kinder oder einen exponierten Fernblick. Eine wesentliche Rolle bei der Planung spielt die Hangausrichtung: Nordhänge sind schattig und oftmals kühl. Auf Südhänge knallt direkt die Sonne, hier ist es heiß und trocken. Westhänge bekommen erst am Abend Sonne ab, in exponierter Lage kann es hier sehr windig, im Winter recht schneereich sein. Wie auch immer Ihr Grundstück ausgerichtet ist, eines ist allen gemeinsam: Wegen der Neigung sind die oberen Bereiche eher trocken, unten am Hang sammelt sich bei Niederschlägen das Wasser. Bei starken Regenfällen nimmt das Hangwasser Erdreich und Nährstoffe mit – sehr ungünstig für die Bepflanzung. Falls ein Teich am Hangfuß liegt, beeinträchtigt das auch dessen Wasserqualität. Mit quer zum Hang eingebauten Drainagestreifen (Schotter, Kies) leiten Sie das Wasser seitlich ab. Hanglagen sollten Sie von vornherein richtig sichern.

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Bei sanften Hängen sind Pflanzen eine gute Wahl. Sie decken den Boden ab und halten mit ihren Wurzeln das Erdreich fest. Als Übergangslösung bieten sich schnell wachsende Einjährige wie Gelber Senf (Sinapsis alba) und Lupinen (Lupinus albus, L. angustifolius) an. Bei Hängen mit mittlerer Steigung reicht eine einfache Bepflanzung nicht aus. Hier kommen Sträucher, Faschinen oder Geotextilien (siehe unten) zum Einsatz.

Natursteinmauer im HanggartenDamit Sie Ihren Hanggarten vielseitig nutzen können, ist es sinnvoll, ihn durch Geländestufen zu gliedern. Je nachdem, wie steil das Gelände ist, terrassiert man selbst oder überlässt einer Gartenbaufirma die Geländemodellierung. Mit dem Abtragen und dem Aufschütten von Erdreich ist es dabei längst nicht getan. Treppen müssen gebaut, Böschungen und Geländestufen gesichert werden. Bei Hängen mit mittlerer Steigung sind die Geländestufen recht niedrig. Zur Sicherung eignen sich hochkannt eingebaute Holzpalisaden oder quer eingebrachte, mit Haltepflöcken abgestützte Holzbohlen. Wichtig: Palisaden und die Haltepflöcke mindestens zu einem Drittel ihrer Höhe einbauen, sonst hält das Ganze nicht. Auch die Drainage nicht vergessen. Naturgärtner werden sich vielleicht für eine Trockenmauer entscheiden. Die aus lose aufeinander geschichteten Natursteinen bestehenden Mauern sind nicht so belastbar – man baut sie nicht höher als einen bis eineinhalb Meter. Ein Fundament, ist nicht nötig. Es reicht ein gut verdichtetes Kiesbett. Trockenmauern errichtet man mit einer 10%igen Neigung zum Hang. Bei Hängen mit starker Steigung sind die Geländestufen viel höher. Sie werden zum Beispiel mit Beton-, Backstein- oder Natursteinmauern abgestützt. Damit sie den Erddruck des Hanges standhalten können, müssen die Mauern sehr massiv sein. Gegebenenfalls sollte ein Statiker die Maße berechnen. Zudem sind ein frostsicher gegründetes Fundament und eine Drainage nötig, diese sowohl unter und hinter der Mauer. Für moderne Gärten bieten sich Gabionen an. Auch diese mit Steinen gefüllten Drahtkörbe benötigen ein Betonfundament. Sind die abschüssigen Flächen und die Terrassenstufen gesichert, geht es an die Bepflanzung. Einen Nordhang können Sie beispielsweise mit Kleinem Immergrün (Vinca minor) oder Dreiblättriger Waldsteinie (Walsteinia ternata) bepflanzen. Beide sind robust und erobern mit ihren Ausläufern schnell das Terrain. Für einen Südhang eignen sich Steingarten- und Polsterpflanzen, da sie gut mit Trockenheit zurechtkommen und die Sonne lieben. Terrassierte Süd-Varianten sind ideal für Hochbeete jeder Art. Hier fühlen sich auch mediterrane Kräuter wohl. Der Vorteil: Um Rosmarin, Thymian und Co. ernten zu können, sind keine halsbrecherischen Aktionen nötig.
Monica Lietzau

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Wasser im Hanggarten

Hangarten mit WasserlaufIn Hanggärten legt man Teiche in der Regel auf der untersten Ebene an. Damit Hangwasser und Erde nicht in den Teich rinnen, muss der Hang richtig gesichert sein, beispielsweise durch die Pflanzung von Bodendeckern, Sträuchern und Stauden. Wassertreppen, Bachläufe, kleine Wasserfälle – dafür muss man in ebenen Gelände extra Hügel aufschütten. In Hanggärten können Sie ganz einfach das natürliche Gefälle nutzen. Natürlich brauchen Sie auch hier eine Pumpe, die das Wasser per Leitung oder Schlauch wieder nach oben befördert, damit es dann erneut hinunterplätschern kann.

Abrutschen verhindern

HangsicherungJe steiler das Gelände, desto aufwändiger und teurer wird es gesichert. Im Landschaftsbau kombiniert man konstruktive Hangsicherung mit schnell und intensiv wurzelnden Pflanzen – bei den Profis „Ingenieurbiologie“ genannt. Im Hausgarten sind diese ingenierbiologischen Maßnahmen ebenso effektiv, dazu preiswert und recht einfach durchzuführen: Damit Wasser, Schwerkraft und Wind den Hang nicht abtragen, setzt man quer zum Hang austriebsfähige Steckhölzer, z. B. von Weide, Wildrose, Haselnuss, Erle, Johannisbeeren oder Himbeeren, in den Boden. Bald entwickeln die Steckhölzer Wurzeln und treiben aus.

HangsicherungSehr stark geneigte Hänge können zusätzlich mit horizontal eingebauten Faschinen gesichert werden. Faschinen sind etwa 20 bis 40 cm dicke Bündel aus langen Zweigen und Ästen (Totholz oder frisch geschnitten). Diese Bündel, 3 bis 4 m lang, befestigt man mit den Steckhölzern oder fixiert sie mit Holzpflöcken. Wichtig: Möglichst tief einschlagen, entweder vor oder direkt durch die Bündel. Häufig verwendet man auch Geotextilien um die Erosion einzudämmen. Dazu werden die Matten oder Netze, die aus verrottbaren Materialien wie Jute oder Kokos gefertigt sind, am Boden fixiert. Für die Pflanzlöcher schneidet man einfach Schlitze in die Matten.

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