Düngen: die Qual der Wahl

Themen: Dünger
Gemüsegarten düngen

Als mäßige Grunddüngung zu Saisonbeginn ist Volldünger eine gute Wahl. Während der Saison jedoch benötigen Kräuter, Kohl und Co. mitunter nur noch einzelne Nährelemente.

Da kann man schon verzweifeln: Beinahe jeder Düngerhersteller hat mindestens einen Universalgartendünger im Angebot. Gleichzeitig wird für Spezialdünger für Beeren, Tomaten oder Kräuter geworben.

So ernähren Sie Ihre Pflanzen gezielt

Mal ehrlich: Häufig wählen wir die bequeme Methode und geben einen Volldünger, der Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium, Schwefel und die wichtigsten Spurennährelemente enthält. Damit geht nichts schief. Schließlich sind immer alle Nährstoffe in ausreichender Menge verfügbar.

Manche allerdings, meist Kalium und Phosphor, reichern sich durch das regelmäßige Düngen so stark im Boden an, dass sie locker für die kommenden zwei Jahre reichen würden. Klingt zunächst gut, doch Vorsicht vor einem Überangebot eines Nährstoffes: Zu viel Kalium beispielsweise behindert die Aufnahme anderer Nährelemente wie Kalzium. Und das wäre fatal: Kalziummangel nämlich lässt Äpfel stippig werden, und Tomaten bekommen die Blütenendfäule. Was tun?

Vor dem Düngen sollte die Bodenprobe stehen. Nach der Düngeempfehlung, die nach etwa zwei Wochen vom Bodenlabor ins Haus kommt, können Sie dann das Kalium, den Stickstoff oder das Magnesium ganz gezielt geben. Die passenden Dünger finden Sie in unserer Übersicht.

» Gartenpraxis: biologisch düngen

Braucht der Nutzgarten Spezialdünger?

Kommt darauf an: Bei Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren oder Cranberrys beispielsweise sind sie unabdingbar. Denn diese Beerensträucher wünschen einen sauren Boden. Alkalisch wirkende Nährstoffe könnten zu Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen führen. Geben Sie hier entweder Rhododendrondünger oder, je nach Bedarf, sauer wirkende Einzelnährstoffdünger.

Spezialdünger für Tomaten, Fruchtgemüse, Beerensträucher sind zwar speziell auf den Bedarf dieser Kulturen abgestimmt, lohnen aber nur, wenn Sie diese Pflanzenarten in größeren Anzahlen anbauen.

Tipp: Vergleichen Sie die Inhaltsstoffe, die auf der Packung angegeben sind. Vielleicht haben Sie ja bereits einen ähnlichen Volldünger? Tomatendünger beispielsweise ernährt auch andere Fruchtgemüse wie Gurken, Auberginen oder Zucchini.

Ob er mineralisch oder organisch ist, spielt dabei keine Rolle. Allerdings: Organische Nährstoffmischungen wirken häufig langsamer und sind meist schwächer konzentriert als mineralische. Sie werden daher höher dosiert.

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Dünger für Obstbäume

Die grobe Faustregel: Je größer und je älter das Obstgehölz, desto weniger ist es von regelmäßigen Nährstoffgaben abhängig. Obstbäume und Weinreben versorgen sich weitgehend selbst. Denn: Sie wurzeln meist tiefer, und ihre Wurzeln streichen weiter als die von Kräutern und einjährigem Gemüse. Zudem stehen sie häufig neben Rasenflächen oder Gemüsebeeten, die regelmäßig Wasser und Nährstoffe erhalten.

Schwachwachsende und junge Obstgehölze sowie Beerensträucher dagegen möchten regelmäßig gedüngt werden. Treten jedoch Mangelerscheinungen wie gelbe, violette oder teilweise dürre Blätter auf, braucht selbst ein alter Obstbaum zusätzliches Futter, damit er weiterhin leckere Früchte tragen kann.

Dünger: eine Übersicht

DüngemittelBemerkungen
Stickstoffdünger
Kalkammonsalpeter (26 % N)mit 10 % Kalzium, preisgünstigster Stickstoffdünger
Kalkstickstoff (20 % N)mit Kalzium in unterschiedlicher Konz., bekämpft kleine Unkraut und Schädlinge im Boden
Hornmehl, Hornspäne (12–15 % N)mit Phosphor und Kalium in Spuren, je feiner gemahlen, desto schneller die Wirkung
Schwefelsaures Ammoniak (21 % N)mit 24 % Schwefel, auch für Moorbeete geeignet, schnell wirkend
Phosphatdünger
Superphosphat (8 % P)mit Kalzium; Schwefel, schnell wirkend
Ammoniumphosphat (46–60 % P)mit 12–18 % Stickstoff, leicht wasserlöslich, schnell wirkend
Thomasphosphat (7–15 %P)mit 5 % Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen in Spuren, langsam wirkend, Vorratsdünger
Kaliumdünger
Thomasphosphat-Kali (15 % K)mit 8 % Phosphor, 5 % Magnesium, langsam wirkend
Kali-Sulfat (50 % K)mit 18 % Schwefel, wasserlöslich, schnell wirkend
Kali-Magnesia-Patentkali (30 % K)mit 5-10 % Magnesium, 17 % Schwefel
Magnesiumdünger
Bittersalz (17 % Mg)mit Schwefel in veränderlichen Anteilen, schnell wirkend
Kalzium-(Kalk)Dünger
Gartenkalk 70–90 % Kalkmit Magnesium in veränderlichen Anteilen, hebt den pH-Wert des Bodens
Schwefeldünger
Reiner Schwefel (nahezu 100 % S)langsam wirkend, gelbes Pulver

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