Biologisch düngen

Biologisch düngen

Feste Dünger wirken langsam. Sie werden am besten als Startdüngung im Frühjahr gegeben.

Bio-Dünger? Richtig, das sind doch Hornspäne und Pferdemist. Aber die liefern lediglich Stickstoff. Das ganze Nährstoffprogramm dagegen bieten die biologischen Voll- und Spezialdünger.

Düngen, aber bitte Bio!

Bleiben wir jedoch erst mal beim Mist. Pferdemist ist bestes Rosenfutter, er verbessert auch die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Pferdemist müssen Sie nicht beim nächsten Gestüt ordern. Es gibt ihn längst auch getrocknet, pelletiert und säuberlich verpackt im Fachhandel (z. B. Hippo-Fert von Cuxin).

Genauso wie auch Rindermist (z.B. MANNA Biorit) und Hühnerdung (z.B. naturpur). Letzterer enthält neben Stickstoff auch Phosphor. Während die Dung-Pellets sofort in den Boden eingearbeitet werden können, muss frischer Mist vor dem Ausbringen erst kompostiert werden. Er ist zu stickstoffreich, man sagt auch: zu scharf. Er verbrennt die Wurzeln.

Mist versorgt die Pflanzen bis zu drei Jahre mit Stickstoff. Eines kann man mit den Dung-Pellets jedoch nicht: ein Mistbeet für die Tomatenzucht anlegen. Für die Wärmeentwicklung wird frischer Mist benötigt.

Ein ähnlich naturbelassener Stickstoffdünger sind Hornspäne, vermahlen als Horngries oder Hornmehl (z.B. Naturabell von Compo). Hornspäne werden langsam im Boden von Mikroorganismen abgebaut, so dass der Stickstoff nach und nach zur Verfügung steht.

Je feiner das Material vermahlen ist, desto schneller steht der Stickstoff den Pflanzen zur Verfügung. Im Frühjahr gut geeignet als Jahresgabe für Beerengehölze (etwa 100 g Hornmehl pro Strauch, wenn auch Kompost gegeben wird), für Obstbäume, Ziersträucher und für Stauden.



Mit der GartenFlora durch den Frühling.



»Verschenken Sie ein Jahresabo der GartenFlora und sichern sich eine hochwertige Prämie!



Düngervielfalt: Universal- und Spezial-Dünger, ...

Zusätzlich zu den eher stickstoffbetonten Natur-Düngern gibt es auch Universal- und Spezial-Dünger, die beispielsweise auf den Nährstoffbedarf von Beerenobst, Buchsbaum oder Kräutern abgestimmt sind. Es gibt sie sowohl in fester Form als auch flüssig (z.B. Oscorna Animalin, Hornoska, Naturen Bio-Dünger und Frux BioLine).

Hergestellt sind sie aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsstoffen, teils mit Zusätzen von Gesteinsmehlen. Sie enthalten u.a. Hornmehl, Federn, Guano (ein phosphatreiches Produkt aus Seevogelkot), Mykorrhiza-Pilze und andere Mikroorganismen, Algenextrakte, Melasse als Kaliumlieferant, fermentierten Traubentrester und mineralische Gesteinskomponenten wie Kieserit oder Urgesteinsmehl.

Noch relativ neu auf dem Markt sind Dünger für Vegetarier, die nur aus pflanzlichen Ausgangsstoffen hergestellt werden, z.B. Phytogries aus Maiskörnern (von Eco Bio Systems) oder Zuckerrübenmelasse (Azet VeggieDünger von Neudorff).
Natalie Faßmann



Organisch düngen, aber richtig – 10 Tipps

Viele Gartenbesitzer düngen ihren Garten zumindest teilweise organisch, manche verwenden sogar ausschließlich rein pflanzliche Düngemittel. Dann kann ja nichts schief gehen? Oder ist rein organisch doch nicht immer umweltfreundlich?

Wir gehen der Frage auf den Grund - mit 10 Tipps, wie Sie mit organischen Düngern im grünen Bereich bleiben.

» Gründüngung

1 Organisch, mineralisch? Wo liegt der Unterschied?

Organische Dünger sind stets pflanzlichen und tierischen Ursprungs, enthalten keine abgebauten oder synthetisch hergestellten Nährsalze. Wichtig für den Gärtner: Organische Pflanzennahrung wirkt meist etwas verzögert, da der Anteil löslicher Salze sehr gering ist.

Erst wenn Bodenlebewesen die Inhaltsstoffe abgebaut haben, entstehen pflanzenverfügbare Verbindungen. Allerdings: Sogenannte Huminsäuren, z. B. im Kompost, können unmittelbar von den Wurzeln aufgenommen werden.

2 Ist organische Düngung umweltfreundlich?

Ja, wenn sie bedarfsgerecht, am besten nach den Ergebnissen einer Bodenanalyse, erfolgt. Denn wie jedes andere Pflanzenfutter kann sie dem Pflanzenwachstum schaden, wenn sie unausgewogen ist. Zudem geht eine Überdüngung mit Stickstoff (z. B. aus Gülle, frischem Mist) meist mit einer Belastung des Grundwassers durch Nitrate einher.

Besonders tückisch: Die Bodenlebewesen mineralisieren Organisches an warmen Tagen besonders effizient. Der Nitratgehalt im Boden kann dann stark ansteigen.

3 Ist eine schnelle Wirkung nur mit mineralischen Düngern möglich?

Nein, schnell pflanzenverfügbar sind beispielsweise organische Flüssigdünger zum Mischen mit dem Gießwasser, fein vermahlenes Horn und Pflanzenjauchen.

Wer Jauche nicht selbst herstellen möchte, kann auf Trockenkonzentrate aus dem Handel zurückgreifen. Auch Kompost und Mist enthalten schnell verfügbare Inhaltsstoffe.

4 Schaden tierische Anteile?

Einige der früher häufig beigemischten Materialien werden heute teils aus ethischen, teils aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwendet. Sie schaden den Pflanzen nicht, doch wurden Blut- und Knochenmehl wegen der befürchteten BSE-Ansteckungsgefahr weitgehend aus dem Handel genommen, auch wenn sie ausschließlich von BSE-freien Schlachttieren stammen dürfen.

Horn ist dagegen immer noch DER tierische Stickstofflieferant. Wer gänzlich auf tierische Zuschlagstoffe verzichten möchte, hält sich an rein pflanzliche, also vegane Dünger.

5 Stimmt es, dass Kalium nur mineralisch verabreicht werden kann?

Nein. Allerdings waren und sind viele Volldünger als organisch-mineralische Handelsprodukte erhältlich. Die Gründe sind einerseits die schnellere Wirksamkeit der mineralischen Anteile.

Andererseits sind Kalisalze aus dem Kalibergbau deutlich günstiger und leichter verfügbar als beispielsweise Vinasse, ein Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung, das neben Kalium auch Stickstoff enthält. Kalium ist auch in Kompost, Mist oder Schafwolle enthalten.

» GartenFlora-Shop: Natur-Dünger online bestellen

6 Welche Düngewirkung hat Schafwolle?

Haare sind Hornspänen in der chemischen Zusammensetzung sehr ähnlich. Da nur ein Teil der Wolle aus der Schafschur versponnen wird, steht sie für Dämm- und Düngezwecke zu Verfügung. Sie enthält vor allem Stickstoff (ca. 11 %), sowie Kalium (ca. 5 %).

Zudem sind Schafwollpellets quellfähig, können also Wasser speichern: vorteilhaft besonders auf leichten Böden. Produkte von Weidetieren, wie Schafwolle und Schafdung gelten zudem als wenig mit Medikamenten belastet.



Mit der GartenFlora durch den Frühling.



»Verschenken Sie ein Jahresabo der GartenFlora und sichern sich eine hochwertige Prämie!



7 Ist Kompost als Dünger verzichtbar?

Die enthaltenen Nährstoffe können zwar auch anderweitig zugeführt werden. Aber: Kompost ist nicht nur Dünger, sondern als Humuslieferant auch Bodenpflegemittel. Seine Huminsäuren halten das Bodenleben fit und die krümelige Bodenstruktur stabil. Außerdem steigert ein hoher Humusgehalt die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit eines Bodens.

8 Für die kleine Mahlzeit zwischendurch…

… verabreichen Sie während der Saison zum Beispiel Pflanzenjauchen, organische Flüssigdünger oder graben Erntereste unter.

» Biodünger selber machen

9 Wo kommt dieser Mist bloß her?

Frischen Mist von Pferd und Geflügel auf alle Fälle vor dem Ausbringen kompostieren. Diese sogenannten „heißen“ Dünger führen sonst zu Verbrennungen an den Wurzeln. Schaf- und Kuhmist gelten zwar als kalt und könnten vor der Saison frisch eingearbeitet werden. Doch bilden auch sie erst beim Kompostieren wertvolle Huminsäuren.

Vorsicht: Stallmist (mit Einstreu vermischter Dung) oder reiner Dung aus Mastbetrieben enthält mitunter Medikamentenrückstände oder Wachstumshormone. Im Zweifel beim Biobauern nachfragen oder für den Bio-Landbau zugelassenen, gekörnten Dung verwenden.

10 Wie und wann wird organischer Dünger ausgebracht?

Da seine Wirkung langsam einsetzt, verabreicht man ihn um ein bis zwei Wochen früher als die schneller wirkenden Mineraldünger. Während Mineraldünger meist vom Gießwasser gelöst und zu den Wurzeln getragen wird, muss sein organisches Pendant in die Krume eingearbeitet werden, um wirksam zu werden. Dafür hält er bis zu sechs Monate, gut verrotteter Kompost sogar über Jahre, denn ein Teil der enthaltenen Nährstoffe wird nur sehr langsam mineralisiert.

Nach Jahren regelmäßiger Kompostgaben sind Volldüngergaben häufig verzichtbar oder können reduziert werden. Mitunter müssen nur einzelne Nährstoffe ergänzt werden. Geben Sie daher alle zwei bis drei Jahre vor Saisonbeginn eine Bodenanalyse in Auftrag und düngen ganz gezielt nach deren Ergebnissen.


ANZEIGE

Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

ANZEIGE

ANZEIGE

GartenFlora Shop

ANZEIGE

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr