Weidenkätzchen

Weidenkätzchen. Foto: shutterstock

Vor dem Aufblühen fühlen sich die Weidenkätzchen ganz weich und pelzig an. Bei den meisten Weiden erscheinen die Kätzchen noch vor dem Laubaustrieb. Jetzt kann man noch nicht erkennen, ob sie weiblich oder männlich sind. Foto: shutterstock

So manche Weide überrascht uns bereits mit ihren niedlichen Kätzchen, bevor der Winter zu Ende ist. Schon bald umschwärmen Bienen die pelzigen Blüten. Der Frühling naht!

Schmückende Kätzchen und wertvolle Bienenweide

Kätzchen ihr der Weide, wie aus grauer Seide, wie aus grauem Samt! O, ihr Silberkätzchen, sagt mir doch, ihr Schätzchen, sagt, woher ihr stammt ... Nicht nur der Dichter Christian Morgenstern freute sich jedes Frühjahr über die flauschigen Weidenkätzchen, auch uns entzücken sie jedes Jahr aufs Neue.

Meist sind es die Kätzchen der Sal-Weide (Salix caprea), die wir bewundern. Doch es gibt noch andere Weiden-Arten und -Sorten mit samtigen Blütenständen, zum Beispiel Grau-Weiden (S. cinerea) und Reif-Weiden (S. daphnoides). Auch Bienen und andere Insekten fliegen auf die aufgeblühten Weidenkätzchen.

Ihr Nektar ist eine erste wichtige Nahrungsquelle. In den meisten Bundesländern ist es deshalb nicht erlaubt, sogenanntes Schmuckreisig zu schneiden. Kätzchenzweige für die Vase sollten Sie also lieber im Blumenladen kaufen oder aus dem eigenen Garten holen. Nehmen wir die Kätzchen einmal genauer unter die Lupe: Jedes besteht aus vielen kleinen, eng benachbarten Einzelblüten.

» Bildergalerie: Weidenkätzchen – ganz nah dran

Die männlichen Blüten fallen auf

Biene auf Weidenkätzchen. Foto: shutterstockDa fast alle Weiden zweihäusig getrenntgeschlechtlich sind, trägt jeder Baum oder Strauch nur männliche oder nur weibliche Blüten. Nach dem Aufblühen erkennt man die männlichen Kätzchen an ihren gelben Staubgefäßen, die weiblichen sind unauffällig grün gefärbt.

Die attraktiveren männlichen Kätzchen werden von den Bienen zuerst besucht. Erst nachdem sie sich dort am Nektar gelabt haben, fliegen sie, mit Pollen im Gepäck, die weiblichen Blüten an. Die Bestäubung ist gesichert.

Vielfältige Pflanzengattung

Weiden sind aber nicht nur wegen ihres Kätzchenschmucks so attraktiv. Die Gattung Salix ist unglaublich vielgestaltig. Mächtige Bäume, Sträucher verschiedener Größen oder Zwergformen – für jeden Garten gibt es die passende Weide.

Manche Weiden haben auch auffallend gefärbte oder geformte Triebe. Die Drachen-Weide (Sailx sachalinensis ‘Sekka’ ) in der Bildergalerie beispielsweise beeindruckt mit eigenwillig gedrehten, oft abgeflachten Zweigen.

Weiden - viele Verwendungsmöglichkeiten

Sehr bekannt und beliebt ist die Trauer-Weide (S. x sepulcralis ‘Tristis’). Der malerische, bis 20 Meter hoch und ebenso breit werdende Baum benötigt viel Platz. In kleineren Gärten machen sich Hochstämmchen gut. Da gibt es die Harlekin-Weide (S. integra ‘Hakuro Nishiki’), die ein grün-weiß marmoriertes Blätterkleid trägt.

Hübsch ist auch die Hänge-Kätzchen-Weide (S. caprea ‘Pendula’), deren Zweige schleppenförmig bis zum Boden herabhängen und sich mit goldgelben Kätzchen schmücken. Sie sollte allerdings mit Bedacht platziert werden, damit sie mit ihren relativ grade herunterhängenden Ästen nicht zu steif wirkt.

» Blatt & Blüte: Frühlingsraritäten

Weiden für kleine und große Gärten

Schöne Streichelpflanzen im Kleinformat sind die Engadin-Weide (Salix hastata ‘Wehrhahnii’) und die Schweizer Weide (Salix helvetica), deren Kätzchen etwas später erblühen. Für fleißige Bestäuber wie Bienen und Hummeln noch früh genug, um wertvollen, da zu der Zeit noch seltenen Pollen zu liefern. 

Diese beiden Sorten passen zum Beispiel gut in Kübel und Steingärten. Auch die Japanische Kriechweide (Salix repens argentea) eignet sich für Steingärten oder für  die Bepflanzung von großen Gefäßen. Sie wird nur bis 30 Zentimeter hoch und kann sogar als Bodendecker fungieren.

Für große Gärten eignet sich zum Beispiel eine Kopfweide oder die malerisch wachsende Sal-Weiden-Sorte Silberglanz (Salix caprea ‘Silberglanz’). Sie erreicht bis zu vier Meter Höhe und wird fast genauso breit. Ihre flauschigen Kätzchen erscheinen häufig schon vor Weihnachten. Sie wird darum auch Advents-Weide genannt. Einige der Kätzchenzweige kann man gut für festliche Gestecke nehmen. Es bleiben noch genug für die Frühstarter unter den Bienen und Hummeln über. Diese Weide ist außerdem trockenheitsverträglicher als andere Weiden-Arten.

» Die Kopfweide - ein außergewöhnlicher Baum mit vielen Stärken 

Anspruchslose Gehölze

Weidenkaetzchen. Foto: shutterstockWeiden sind zudem äußerst anspruchslose Gehölze. Die meisten Arten bevorzugen nährstoffreiche, frische bis feuchte Böden, kommen aber auch noch auf mäßig trockenen Böden klar. Viele Gründe also, sich eine Weide in den Garten zu holen.

Das geht sogar ganz schnell und preiswert: Schneiden Sie im Vorfrühling einen etwa fingerdicken, mindestens 20 Zentimeter langen Weidentrieb Ihrer Wahl (Sal-Weide ausgenommen, die bewurzelt nur schwer) und stecken diesen etwa bis zu einem Drittel der Zweiglänge in die Erde. Gut gießen. Schon nach wenigen Wochen können Sie sich über frisch austreibendes Grün freuen!
Monica Lietzau

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Kopfweiden schneiden

Kopfweiden prägen in vielen Regionen das Landschaftsbild. Sie sind auch ein besonderer Lebensraum für heimische Tiere.

Als Jungbaum kappt man den Stamm einer Kopfweide in etwa zwei Meter Höhe. Die austreibenden Ruten werden regelmäßig im Spätwinter geschnitten. Sie wurden früher oft zum Flechten von Körben und Möbeln genutzt.

Nach einer Weile verdickt sich der oberste Abschnitt des Stammes und die Weide erhält so ihr charakteristisches Aussehen. Ohne Schnitt brechen die Bäume mit der Zeit auseinander.

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