Foto: iStock_HansJoachim

Kraut der Unsterblichkeit:Gartenstaude und Zimmerpflanze mit Heilkraft

Das Kraut der Unsterblichkeit, auch Jiaogulan oder Fünfblattginseng genannt, kommt wild wachsend in China, Japan und Thailand vor. In diesen Ländern wird es auch seit jeher kultiviert. Die vielfältige Heilkraft brachte der Pflanze ihren verheißungsvollen Namen ein – sie ähnelt der Wirkung von Ginseng: Kräftigend und belebend.

In der südchinesischen Provinz Ghuizou werden überdurchschnittlich viele Bürger über 100 Jahre alt. Sie sollen täglich Fünfblattginseng-Tee trinken. Wenn das kein Grund ist, Jiaogulan zu pflanzen! Auch optisch muss sich die Staude nicht verstecken.

Jiaogulan: Wuchs und Aussehen

Das Kraut der Unsterblichkeit (Gymnostemma pentaphyllum) gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Jiaogulan ist eine schnell wachsende, rankende Staude, die vier bis acht Meter hoch werden kann. Bei uns erreicht die Pflanze im Freiland eher drei bis fünf Meter. Auch das ist eine stattliche Höhe, so dass in jedem Fall ein Rankgerüst nötig ist. Mit ihren dünnen, schlingenden Klettertrieben hält sich die Pflanze daran fest. Über den Winter zieht Jiaogulan ein und überdauert im Wurzelstock. Wird das Kraut als Zimmerpflanze gehalten, ist es immergrün, und kann auch herabhängend kultiviert werden. Selbst als Bodendecker im Garten wird es manchmal gesichtet.

Kraut der Unsterblichkeit
Jiaogulan kommt als Ampelpflanze gut zur Geltung. Foto: iStock_BasieB

Blüten, Früchte und Blätter

Beim Kraut der Unsterblichkeit zeigen sich von Juli bis August kleine, unscheinbare, sternförmige, gelbliche Blüten. Sie formen herabhängende Trauben, die bis 30 Zentimeter lang werden können. Als Früchte bilden sich kleine, schwarze Beeren.

Die Blätter des Krauts sind handförmig gefingert mit fünf länglichen, glänzenden Fiederblättern. Das Laub mit dem welligen Blattrand enthält viermal so viele Saponine wie Ginseng! Dazu kommen Spurenelemente, Vitamine, Proteine und Zuckerstoffe.

Jiaogulan ist zweihäusig

Die Art ist getrenntgeschlechtlich (zweihäusig). Das bedeutet, dass es Pflanzen mit männlichen und Pflanzen mit weiblichen Blüten gibt. Für einen erfolgreichen Fruchtansatz benötigen Sie also zwei passende Exemplare.

Standortbedingungen und Pflege

Jiaogulan an einem Bambusstab Foto: iStock_emer1940
Jiaogulan kann im Sommer auch als Sichtschutz dienen.
Foto: iStock_emer1940

Das Kraut der Unsterblichkeit mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort sowie einen nahrhaften Gartenboden, der gut das Wasser hält. Staunässe darf dabei jedoch nicht entstehen. Ins Freiland kann die Kletterstaude von April bis Juli gepflanzt werden.

Für die Topfkultur können Sie durchlässige, humose Blumenerde verwenden. Stellen Sie Jiaougulan drinnen an einen hellen Platz mit ganzjährig 15 bis 20 Grad Celsius.

Als Kübelpflanze kann das Kraut der Unsterblichkeit im Sommer aber auch draußen stehen. Eine dunkle Überwinterung bei maximal fünf Grad Celsius ist möglich.

Im Garten soll das Kraut der Unsterblichkeit regelmäßig mit Kompost und Hornspänen gedüngt werden. Direkt nach dem Pflanzen gießen Sie durchdringend und behalten die Wasserversorgung auch in der Folgezeit im Auge. Hat sich das Kraut der Unsterblichkeit einmal gut etabliert, ist das Wässern nur in heißen, trockenen Phasen notwendig.

Im Winter zieht die Staude im Freiland ein. Sie ist bedingt winterhart – an einem geschützten Platz hält sie bis minus 15 Grad Celsius durch. Im ersten Pflanzjahr ist ein Winterschutz im Wurzelbereich empfehlenswert. Hierfür eignet sich eine Schicht aus Laub oder Stroh. Im Frühjahr (März) entfernt man alle abgestorbenen Triebe und schneidet die Pflanze bodentief ab.

Als Zimmerpflanze versorgen Sie Jiaogulan etwa alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger und gießen die Pflanze ausreichend – am besten mit kalkfreiem Wasser. Gelegentlich können Sie die Blätter abduschen – auch ein Wassersprüher sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Das regelmäßige Ernten von Blättern und Trieben fördert das Wachstum. Ein Rückschnitt ist nicht notwendig, aber förderlich fürs Wachstum. Dadurch bildet die Pflanze schnell neue Triebe. Der Rückschnitt kann das ganze Jahr und bei jeder Länge durchgeführt werden.

Kraut der Unsterblichkeit: Verwendung

Nicht nur gesund, auch recht dekorativ: Das Kraut der Unsterblichkeit ist eine hübsche Rankpflanze für drinnen und draußen. Sie bildet ein dichtes Blätterkleid und sieht auch als Ampelpflanze toll aus.

Angebaut wird die Pflanze aber vor allem wegen ihrer großen Heilkraft. Jiaogulan gilt als das „Anti-Aging-Mittel“ schlechthin. Erprobt ist unter anderem die Anwendung bei Nervosität und Unruhezuständen und zur Stärkung des Immunsystems.

Jiaogulan als Tee
Das Powerkraut kann als Tee genossen werden. Foto: iStock_PicturePartners

Man erntet die Blätter und verwendet sie frisch oder getrocknet, zum Beispiel um einen Tee herzustellen. Dazu gießt man drei Blätter mit einem Liter kochenden Wasser auf und lässt den Tee drei Minuten ziehen. Oder Sie schneiden ein paar Blätter vom Kraut der Unsterblichkeit klein und geben diese als exotisches Gewürz in einen Salat. Außerdem können Sie die Blättchen für Dipps, Salatdressings oder Kräuterquark nutzen.

Jiaogulan mit Vorsicht genießen!

Wie bei allen Heilkräutern sollte man die Dosierung nicht übertreiben, so dass keine Nebenwirkungen auftreten. Schwangeren wird empfohlen, auf Jiaogulan ganz zu verzichten. Ebenso verhält es sich bei Personen mit bestimmten Autoimmunprozessen (zum Beispiel Rheuma). Auch über eine Wechselwirkung mit Medikamenten sollte man sich gut informieren.

Die Top-Themen der Juli-Ausgabe:

1. Sommer in Pastell: Beete in rosa, himmelblau und gelben Tönen schaffen Lieblingsbereiche

Wie wäre es mit einer Staudenrabatte in zartem Rosa, im Blau des Sommerhimmels oder in sanften Gelbtönen – Ob monochrom oder kombiniert – mit Pastelltönen gelingt beides.

2. Endlich Aprikosen: Zu Besuch beim Aprikosen-Seminar von Dr. Hilmar Schwärzel in Müncheberg

Das Steinobst gilt als äußerst anspruchsvoll und heikel. Die Obstbau-Versuchsstation Müncheberg lockt mit robusten Landsorten.

3. Strahlender Blut-Weiderich: Leuchtend rosarote Blütenkerzen für feuchtes Terrain

Der Blut-Weiderich mag es von Natur aus gern feucht. Damit ist er die Idealbesetzung für Gartenteich und Bachlauf. Seine wunderschönen Blütenkerzen sorgen auch bei Faltern und Wildbienen für gute Laune.

Sind Sie neugierig geworden? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Vorschau im E-Paper>>

GartenFlora jetzt testen