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Fädige Palmlilie, Garten-YuccaGanzjährig attraktiv

Die Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa) ist mit ihrem großen Horst und den exotisch wirkenden, schwertartigen Blättern eine eindrucksvolle Solitärpflanze, die wunderbar in den Steppengarten passt. Zu einer unübersehbaren Charaktergestalt wird die Garten-Yucca, wenn sie ihre stattlichen Blütenstände ausbildet.

Am richtigen Standort und mit der passenden Pflege zeigt sich die Palmlilie ausgesprochen pflegeleicht und ist auch für Anfänger bestens geeignet.

Yucca filamentosa: Immergrüne Akzentpflanze

Aus vielen sonnigen Gartenplätzen ist die Fädige Palmlilie nicht mehr wegzudenken. Ihr schmuckes, exotisch anmutendes Blattwerk und ihre imposanten Blüten fallen sofort ins Auge – vor allem, wenn es sich um größere Anpflanzungen handelt.

Anders als ihre beliebte, nicht winterharte Verwandte Yucca elephantipes bildet die Art ausladende, immergrüne Horste, aber keinen Stamm. Ihren Namen verdankt sie den palmähnlichen Blättern mit den gerollten Randfäden und den lilienartigen Blüten. Yucca filamentosa ist jedoch keine Palme, sondern zählt zu den Agavengewächsen (Agavoideae).

Die bekannteste Gartenvertreterin der Palmlilien hat ihre Naturstandorte entlang der nordamerikanischen Ostküste und erweist sich auch bei uns als äußerst robust: Sie gedeiht bestens auf kargen, sandigen Böden, übersteht Trockenperioden problemlos, und selbst frostige Temperaturen bis -28 °C können ihr wenig anhaben.

Der imposante Blütenstand der Palmlilie – Foto: iStock_anmbph

Von Juni bis September trägt die Fädige Palmlilie ihre prächtigen, in Rispen angeordneten Blüten. Diese ragen bis zwei Meter in die Höhe und sind wunderschön cremeweiß gefärbt. Bienen und Hummeln werden von ihnen magisch angezogen, wenngleich der eigentliche Bestäuber, ein Nachtfalter, nur in Nordamerika zu finden ist. Für das Spektakel benötigen Sie leider ein wenig Geduld: Die Pflanze lässt sich einige Jahre Zeit, bis sie zum ersten Mal erblüht.

Der Yucca filamentosa/flaccida-Komplex

Die beiden Arten Yucca filamentosa und Yucca flaccida sind selbst von Fachleuten nicht immer eindeutig bestimmbar, da es etliche Übergangsformen oder Naturhybriden gibt. Yucca flaccida hat in der Regel glatte, überhängende Blätter, wohingegen die Fädige Palmlilie raue, kurze Blätter aufweist. Zudem sind von beiden Vertretern etliche Sorten erhältlich – zum Teil auch mit panaschierten Blättern.

Der geeignete Standort und Boden

Die anspruchslose Palmlilie gedeiht gerne auf vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standorten. Ein südexponierter Ort vor einer Mauer oder einer Hauswand ist ideal. Die Art liebt zudem einen durchlässigen, nährstoffreichen und kalkhaltigen Boden. Wichtig ist, dass der Boden vor allem im Winter über einen guten Abzug verfügt, denn Staunässe lässt die empfindlichen Wurzeln schnell faulen.

Eine Garten-Yucca gehört mit ihrem üppigen Horst, der einen Durchmesser von bis zu einem Meter entwickeln kann, nicht gerade zu den Winzlingen. Ihre dekorative Erscheinung lässt sich daher am besten in Szene setzen, wenn ein gebührender Abstand zu den Nachbarpflanzen gewahrt wird. Diesen Aspekt sollten Sie bei der Gartenplanung frühzeitig berücksichtigen.

Fädige Palmlilie pflanzen

Pflanzen Sie die winterharte Yucca möglichst im Frühjahr (ab Mai nach dem letzten Frost), damit sie sich vor dem Winter gut etablieren kann. Bei einer Gruppenpflanzung sollte ein Mindestabstand von etwa 70 Zentimetern eingehalten werden.

Achten Sie bei der Kultivierung im Kübel auf einen ausreichenden Wasserabzug! Eine etwa fünf Zentimeter starke Drainageschicht aus Kies oder Blähton sorgt dafür, dass überschüssiges Gießwasser gut ablaufen kann. Im Garten empfiehlt es sich, einen schweren Boden mit Sand zu lockern und das Erdreich rund um die Palmlilie mit Kies oder Splitt zu bedecken.

Die Gelbbunte Palmlilie 'Color Guard' hat besonders zierende Blätter. - Foto: AdobeStock_fotocinemapro
Die Goldblatt-Palmlilie, Yucca filamentosa ‘Color Guard‘, hat panaschierte Blätter. Foto: AdobeStock_fotocinemapro

Garten-Yucca pflegen

Die fleischigen Wurzeln einer Palmlilie sind sehr gute Nährstoff- und Wasserspeicher. In einem normalen Gartenboden benötigt die Yucca daher wenig bis gar keinen Dünger. Lediglich auf einem sehr sandigen Boden profitiert die Pflanze von einer Kompostgabe im Frühjahr. Ein Wässern ist bei gut verwurzelten Pflanzen nur in längeren Trockenphasen erforderlich. Jungpflanzen sollten Sie hingegen in der Anfangszeit regelmäßig gießen.

Geben Sie frisch gepflanzten Palmlilien einen leichten Winterschutz aus Reisig, Stroh oder Mulch. Wer über einen durchlässigen Boden verfügt, muss sich keine Sorgen über Wurzelfäulnis in der kalten Jahreszeit machen – ansonsten hält ein selbst gezimmertes Dach den Regen fern.

Erfolgt die Kultur einer Yucca filamentosa im Kübel, sollte dieser hell und kühl (aber frostfrei) überwintert werden. Alternativ können Sie das Pflanzgefäß mit Vlies oder einer Noppenfolie gut isolieren und an einem geschützten Platz im Freien aufstellen. Denken Sie daran, dass eine immergrüne Pflanze auch im Winter ausreichend Wasser benötigt!

Verwendung

Die winterharte Palmlilie passt gut in mediterran gestaltete Gartenbereiche, Steingärten, Steppenheiden, Kiesbeete und in den Kakteengarten. Sie wird auch gerne in Einzelstellung oder im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse kultiviert. Ihre markanten Blattschöpfe können Sie mit anderen sonnenhungrigen Pflanzen, die mit vorübergehender Trockenheit gut zurechtkommen, kombinieren. Lavendel, Fetthenne, Wollziest und Ziergräser machen rund um die Palmlilie eine gute Figur.

Wurzelausläufer bei Freiland-Yuccas

Die Agavengewächse sterben nach dem Verblühen nicht völlig ab, sondern bilden neue Wurzelausläufer. Auf diese Weise breiten sie sich gerne im Garten aus. Wenn Sie den Haupttrieb direkt nach der Blütezeit abschneiden, entstehen besonders viele Jungpflanzen, die nicht immer erwünscht sind. Wer die Wuchsfreude einer Garten-Yucca eindämmen möchte, kann bereits bei der Pflanzung eine Rhizomsperre oder Edelstahl-Beetkante einsetzen. Diese ist nicht unbedingt erforderlich, erspart aber das mühselige Ausgraben der Wurzeln.

SABINE FAASS

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