Keine Früchte, dafür umso schönere Blüten. Foto: GartenFlora/Christian Gehler

Zierkirsche: Vielfältiger Blütenzauber

Wie schön wäre es doch, einen Kirschbaum im Garten zu haben! So einen herrlich großen, alten Baum, dessen Zweige im April über und über mit schneeweißen Blüten überzogen sind. Haben Sie schon mal über eine Zierkirsche nachgedacht?

Blütenzauber aus Japan

Ebenso überwältigend wie die fruchttragenden Kirschbäume blühen die Japanischen Zierkirschen. Ihr Wuchs ist ähnlich stattlich, sie bleiben mit etwa zwölf bis 15 Meter jedoch etwas kleiner als die Süßkirschen. Ihre Krone ist im Alter breit trichterförmig bis schirmförmig. Leider gibt es bei den Arten aus Japan keine Kirschen, dafür mehr Blütenvielfalt. Bilden sie Früchte aus, sind diese meist dunkel gehalten und unscheinbar. Wer sich aber ab und an einen Happen mit Japanischer Kirsche gönnen möchte, kann dies unbesorgt tun. Denn im Gegensatz zu vielen Hausbäumen, die sich in so manchem Garten zeigen, sind bei der Japanischen Kirsche und Zierkirsche keine Bestandteile giftig. Vielmehr finden Sie Früchte, Blüten und Blätter in vielen Bento oder direkt auf dem Teller, wenn zu Hanami die Sakura, die Kirschblüte, Japan verzaubert.

blühende Zierkirsche in einem Vorgarten
Eine Zierkirsche im Vorgarten macht ein Haus unverwechselbar. Foto: GartenFlora/Christian Gehler

Am beliebtesten sind die Sorten der Japanischen Blüten-Kirsche (Prunus serrulata): zum Beispiel ‘Shirotae’ mit einfachen weißen Blüten, ‘Shirofugen’ mit stark gefüllten weißen Blüten, ‘Accolade’ und ‘Kanzan’ mit gefüllten rosafarbenen Blüten. ‘Royal Burgundy’ hat dunkelrotes Laub.

Prunus serrulata steht übrigens für Japanische Blütenkirsche. Deshalb werden Sie diesen Namen sehr oft in Baumschulen lesen, wenn Sie gezielt nach einer Japanischen Zierkirsche suchen. Eigentlich ist der botanische Name weniger romantisch gehalten, denn „serruluta“ deutet lediglich den markanten Blattrand an: „fein gesägt“. Die Blätter sind also mit feinen Sägezähnen umrandet. Im Übrigen sind Sägezähne typisch für Kirschblätter, auch bei unseren heimischen Arten.

Extra-Wissen: Kirschblüten im Winter

Mancher ist erstaunt, im Winter Kirschblüten zu entdecken. Das sind im Allgemeinen die Blüten der Frühjahrs-Kirsche ‘Autumnalis’ (Prunus subhirtella). Bereits Anfang November öffnet sie ihre Blütenknospen.
Bei milder Witterung wird durchgeblüht, bis die Hauptblüte der Frühjahrs-Kirsche von Ende März bis Mai einsetzt. Allein durch Frostperioden wird die Blütezeit unterbrochen. Die Knospen erfrieren jedoch nicht, sodass sich bei milder Witterung wieder die nächsten Blüten öffnen. Besonders schön ist die Sorte ‘Autumnalis Rosea’, deren Blüten zartrosa getönt sind.

Tipp: Zierkirsche für kleine Gärten

Nahaufnahme einer Zierkrischenblüte
Nahaufnahme Blüten einer Zierkirsche Prunus serrulata ‘Kanzan‘. Foto: AdobeStock_Sonja-Birkelbach

Mit ihrem ausladenden Wuchs sind die meisten Sorten der Japanischen Blütenkirsche nicht für kleine Gärten vorgesehen. Da passt die Prunus serrulata ‘Amanogawa’ schon besser. Kleine Bäume oder Sträucher in Säulenform eignen sich aufgrund ihrer schmalen Wuchsbreite nicht nur für den Vorgarten, sondern auch für die Terrasse oder den Balkon. Die Säulenkirsche ’Amanogawa’ mit ihrer etwa einen bis zwei Meter breiten Krone und ihrer Höhe zwischen 3 und 5 Meter kann sogar kleine Vorgärten schmücken. Sorten wie die Hängende Nelkenkirsche sind ebenfalls kompakter. Der Kleinbaum mit dem klingenden botanischen Namen Prunus serrulata ‚Kiku-shidare-Zakura‘ erreicht eine Wuchsbreite und -höhe zwischen 3 und 5 Metern.
Als solitären Vorgarten-Baum lässt sich gerade noch so die Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ oder die ‘Ariake’ pflanzen. Beide können etwa zwischen 5 und 8 Meter hoch und breit werden. Dagegen zählt die Yoshino-Kirsche (Prunus x yedoensis) mit ihren bis zu 10 Metern zu den mittelgroßen Bäumen. Über die Jahre entsteht eine bis zu zwölf Meter breite, schirmförmige Krone. Mögen Sie es kleiner, entscheiden Sie sich für die Sorte ‘Pandora’.

Die Steppenkirsche

Grün als Sonnenschutz und farbenfroh im Herbst: Die Steppenkirsche. Foto: tor7.de

Doch nicht nur Japanische Zierkirschen können den eigenen Vorgarten verzaubern. Pflegeleicht, kompakt und fast das ganze Jahr über dekorativ ist zum Beispiel auch die Steppenkirsche. Im Frühjahr trägt sie weiße bis weiß-rosa Blüten. Über das Jahr bleiben ihre kleinen Blätter grün, bis sie sich im Herbst auffallend rot-orange färben.

Rotes
Auch im Herbst ist die Steppenkirsche ein leuchtender Hingucker. Foto: tor7.de

Aufgrund ihrer dichten Verzweigung ist die Steppenkirsche selbst im Winter noch ein attraktiver Anblick. Über Ost- und Mitteleuropa kam sie zu uns nach Deutschland und ist vor allem im süddeutschen Raum heimisch. Mit ihrer Wuchsform und -breite von 3 Metern eignet sich die Prunus fruticosa ‚Globosa‘ für den Vorgarten. Nicht umsonst ist sie ein oft gesehener Wächter vor Hauseingängen und Einfahrten. Der kleine Baum kann als Solitär gepflanzt werden. Ein sich gegenüberstehendes Paar macht aus Durchgängen einen Hingucker. Dank der Wuchsbreite von max. 3 Metern ist dies leicht zu realisieren. Als kleiner Herzwurzler ist die Steppenkirsche relativ gnädig, was nebenstehende Bodenplatten angeht. Pflastersteine und Fliesen werden in der Regel nicht angehoben. Der Beiname ‚Globosa‘ deutet auf ihre Wuchsform hin. Sie gehört zu den Kugelbäumen, weshalb sie auch Steppenkugelkirsche genannt wird. Die Eigenschaft „fruticosa“ steht für buschig. Die aus einem Strauch hervorgegangene und auf Hochstämmchen veredelte Zierkirsche kann mit einem relativ dichten Blätterdach dienen. Ihr entsprechend dicht verzweigtes Gehölz ist ein gern genutzter Nistplatz für kleine Vögel.

Wie die Süßkirschen sind auch die Zierkirschen anspruchsvoll: Sie mögen einen sonnigen Standort mit einem frischen, tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. Ein kurzer Blick in den Herbst sei erlaubt: Kirschen bringen sich auch zum Saisonende noch einmal in Stellung. Ihr Laub ist dann in leuchtende Gold-, Orange- und Rottöne getaucht.

Kirschbaum-Vielfalt

Etwas zurückhaltender, aber dennoch sehenswert blühen Trauben-Kirschen, Sauerkirschen und Blut-Pflaumen. Die anspruchslose Trauben-Kirsche (Prunus padus) kommt auf vielen Böden zurecht. Ihre Sorten werden etwa zehn Meter hoch: ‘Watereri’ mit besonders langen, weißen Blütentrauben, ‘Colorata’ mit kupferfarbenem Austrieb und rosa Blüten.

mächtige alte Zierkirsche im Frühlingsgarten
Ein alter Zierkirschenbaum, der nicht nur zur Blütezeit beeindruckt. Foto: GartenFlora/Christian Gehler

Schöne Blütenkirschen gibt es auch für kleine Gärten. Etwa die Kurilen-Kirsche (Prunus nipponica var. kurilensis), die nur drei Meter hoch wird. Und manche Zierkirsche kommt selbst in einem großen Kübel klar.

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