Herbstzeitlose Foto: AdobeStock_Reikara

Herbstzeitlose – blüht noch im Oktober

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Vielen dürfte die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) vorrangig als Giftpflanze bekannt sein. Tatsächlich birgt die Knollenpflanze aufgrund des enthaltenden Giftstoffes Colchicin so manche Gefahr.

Trotzdessen ist die Herbstzeitlose eine wunderschöne Blütenpflanze, die auch als Zierpflanze Verwendung findet. Besonders ist sie aufgrund ihrer ungewöhnliche Blütezeit im Herbst. Sie gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) und hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Europa.

Auch auf Streuobstwiesen ist die Herbstzeitlose häufig anzutreffen Foto: AdobeStock_Reiner Ugele

Wuchs und Aussehen

Neben ihrer Blütezeit hat die Herbstzeitlose eine weitere interessante Eigenschaft. Denn Blätter und Blüte zeigen sich nie zur selben Zeit an der Pflanze. Jetzt im Herbst, wo sich die hübschen Blüten zeigen, haben sich die Blätter bereits in die unterirdische Knolle zurückgezogen und treiben erst wieder im Frühjahr aus. Die Knolle wiederum stirbt nach der Blüte ab, nachdem sie mehrere Tochterknollen gebildet hat. So breitet sich die Herbstzeitlose immer weiter aus. Die Blätter erreichen Höhen zwischen 10 und 30 Zentimetern.

Blätter, Blüten und Früchte der Herbstzeitlose

Vom Spätsommer bis in den Herbst zeigt die Herbstzeitlose ihre zarten, hellvioletten Blüten. Pro Knolle bilden sich meist zwischen ein und fünf Blütenköpfe, die aus jeweils sechs Blütenhüllblättern sowie Staubblättern bestehen. Dank hybrider Züchtungen sind auch Sorten mit weißen und rosa Blütenblättern erhältlich.

Austreibende Blätter der Herbstzeitlose im Frühling Foto: AdobeStock_Martina Simonazzi

Sowohl die Blüte als auch die Blätter und Früchte der Herbstzeitlose enthalten das stark toxische Alkaloid Colchicin. Obwohl die Blüte den höchsten Giftgehalt aufweist, ist das Laub meist von größerer Gefahr. Das liegt daran, dass die tulpenähnlichen Blätter dem essbaren Bärlauch ähneln. Blöderweise teilen die beiden Pflanzen nicht nur ähnliche Blätter, sondern auch ähnliche Standorte, weshalb es oft zu fatalen Verwechslungen kommt.

Wer Bärlauch sammeln gehen möchte, sollte eine äußerst gute Pflanzenkenntnis und die nötige Vorsicht mitbringen. Während die Blätter der Herbstzeitlose leicht nach links geschraubt wachsen und eher straff sind, hat der Bärlauch weichere und schlaffere Blätter. Aber Achtung: Aufgrund der ähnlichen Standorte können sich Herbstzeitlosen auch zwischen Bärlauchpflanzen verstecken und dann ist selbst der eigentlich unverwechselbare Bärlauchgeruch kein sicherer Indikator mehr!

Ab Mai bilden sich die Fruchtstände der Herbstzeitlose, die längliche Kapselfrüchte tragen. Während dem Reifeprozess werden sie langsam braun und vergrößern sich.

Standortbedingungen und Pflege

Herbstzeitlosen mögen es halbschattig bis sonnig. Sie wachsen gerne in lichten Wäldern oder auf nährstoffreichen Wiesen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen macht die Pflanze daher ebenfalls Probleme und muss gründlich entfernt werden.

Die Herbstzeitlose bringt knallige Blütenfarbe in den Herbst

Wenn Sie vor dem Gift der schönen Pflanze nicht zurückschrecken und es Ihnen die zarten Blüten angetan haben, können Sie Knollen der Herbstzeitlosen zwischen Mitte Juli bis September in den Garten pflanzen. Falls Sie sie in ein Pflanzgefäß setzen, sollten Sie die Erde gleichmäßig leicht feucht halten.

Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten: Da bereits Hautkontakt toxisch sein kann, sollten Sie bei jeglichen Pflegemaßnahmen mit der Herbstzeitlose Handschuhe tragen.

Verwendung der Herbstzeitlose

Trotz ihrer Giftigkeit ist die Herbstzeitlose eine beliebte Zierpflanze, die uns mit ihren Blüten erfreuliche Farbkleckse im Herbst beschert. Sie macht sich toll in Töpfen, als Zwischenpflanzung im Beet oder in kleinen Gruppen als Gehölzunterpflanzung.

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