Neudorff bietet homöopathische Elixiere für verschiedene Pflanzen an. Bild: Hersteller

Wissenswertes über Pflanzenstärkungsmittel

Ob selbst gebraut oder gekauft, Pflanzenstärkungsmittel dienen der Gesunderhaltung der Pflanzen. Die Brennnesseljauche ist zum Beispiel eine traditionelle Anwendung, die durchaus wirkungsvoll ist. Im Handel gibt es zudem mineralische und organische Präparate, Repellentien, homöopathische Mittel, aber auch Mittel mit mikrobiellen Organismen wie Pilzen oder Bakterien.

 

Pflanzenstärkungsmittel aus eigener Herstellung wie Brennnesselauszüge oder Knoblauchsud sind bei passionierten Hobbygarten sehr beliebt. Es gibt einige wohlbekannte Pflanzen, die für Jauchen und Auszüge verwendet werden:

  • Der Ackerschachtelhalm stärkt die Zellwände durch Kieselsäure und vereitelt Angriffe von Pilzen und Schädlingen.
  • Die Kamille enthält antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe, die Pilzsporen an Samen abtöten.
  • Die Zwiebel beugt Pilzen und der Möhrenfliege vor.
  • Die Schafgarbe verhindert Pilzbefall und schlägt saugende Schädlinge in die Flucht.

Brennnesselauszüge vertreiben Blattläuse durch ihren strengen Duft, kräftigen die Pflanze und wirken auch als Dünger (Stickstoff, Eisen). Viele selbst hergestellte Pflanzenstärkungsmittel wirken vor allem vorbeugend und sollten daher häufiger angewandt werden. Zudem wäscht der Regen das Mittel ab, oder die natürlichen Wirkstoffe werden unter Lichteinfluss in ihre (dann unwirksamen) Bestandteile zersetzt.

Pflanzenstärkungsmittel: Jauchen, Brühen und Kaltwasserauszüge

Jauche kann zur Düngung oder Pflanzenstärkung flüssig ausgebracht werden oder als Blattdünung und gegen Blattläuse auf die Blätter gesprüht werden. Für Jauchen benötigt etwa ein Kilo Pflanzen, die mit 10 Litern Wasser versetzt werden. Man stellt sie etwa 2 Wochen an einen warmen Ort. Gelegentlich wird umgerührt. Die Jauche ist fertig, wenn sich keine Sauerstoffblasen mehr bilden. Die Jauche sollte unbedingt mit Wasser verdünnt werden – 1:10 (zum Gießen) bis 1:50 (zum Sprühen auf das Blatt).

Lesen Sie dazu:
» Brennnesseljauche – Herstellung und Anwendung

Eine Brühe wird vor allem als Blattdüngung angewandt. Bestandteile wie die Kieselsäure wirken so direkt an den Zellwänden. Auch gegen Blattläuse und Pilze können sie vorbeugend eingesetzt werden. Hierfür wird Pflanzenmaterial einen Tag lang in Wasser eingeweicht (gleiche Volumenanteile) und eine halbe Stunde gekocht. Die Brühe wird auf das Blatt gesprüht werden (nochmals mit Wasser 1:10 verdünnt).

Kaltwasserauszüge werden einen Tag lang stehen gelassen, abgesiebt und unverdünnt gesprüht.

Pflanzenstärkungsmittel sind laut Gesetz Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die dazu bestimmt sind, der Gesunderhaltung der Pflanzen zu dienen, oder Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Sie dürfen keine schädlichen Wirkungen auf Menschen, Tiere oder das Grundwasser und auch keine sonstigen nicht vertretbaren Auswirkungen auf den Naturhaushalt aufweisen.

Pflanzenstärkungsmittel dürfen also demnach Schadorganismen oder Krankheitserreger nicht direkt angreifen, da sie sonst als Pflanzenschutzmittel geführt werden.

Gesetzliche Bestimmungen für Pflanzenstärkungsmittel

Der Markt ist leider recht unübersichtlich. Im Jahr 2012 wurde das Pflanzenschutzgesetz nach einer EU-Verordnung novelliert. Der Handel mit Pflanzen­stärkungs­mitteln wurde fortan neu geregelt. Viele bekannte Präparate wie „Neudo-Vital“ werden heutzutage zu den Düngern gerechnet und unterliegen somit dem Düngemittelrecht.

Alle Mittel müssen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angemeldet und gelistet werden.

Zu den Pflanzen­stärkungs­mitteln zählen zum Beispiel homöopathische Produkte. Auch klassische Pflanzenpräparate sind im Handel erhältlich. Hierzu gehört zum Beispiel das „Bio-Pflanzenspray Rainfarn & Wermut“ von Schacht, das beißende oder saugende Schädlinge fernhalten soll.

Die Inhaltsstoffe

Pflanzenstärkungsmittel können mineralische, pflanzliche oder tierische Inhaltsstoffe enthalten.

Altbewährtes anwenden und Neues ausprobieren

Im Hobbygarten ist es unerheblich, ob laut Gesetz ein Pflanzenstärkungsmittel oder ein Dünger verwendet wird. Viele Präparate sind schon lange auf dem Markt und haben sich im Einsatz durchaus bewährt. Wer ohne Gift und „proaktiv“ gärtnern möchte, findet sicherlich das passende Produkt.

Produkte von Neudorff: Die Stärkungsmittel „Neudo-Vital Obst-Spritzmittel“ wird nach den gültigen gesetzlichen Bestimmungen zu den PK-Düngern gerechnet, und „Neudo-Vital AF Rosen-Spritzmittel“ ist ein Pflanzenhilfsmittel. Die „Algan-Wachstumshilfe“ ist ein organischer NK-Dünger aus pflanzlichen Stoffen. Das „Brennnessel- Pulver“ zählt zu den NPK-Düngern.

Produkte von Schacht: Was früher „Bio-Spritzmittel gegen Echten Mehltau“ hieß, heißt mittlerweile „Bio-Pflanzenspray für mehltau-anfällige Pflanzen“.