Wer bin ich? Kleine Zapfenkunde

Zapfen zur Frage 2

Zapfen können dazu beitragen, einen Baum zu bestimmen. Dies sind die Zapfen des Nadelbaumes, der sich hinter Frage 2 verbirgt. Er ist sommergrün und wird wegen seines außerordentlichen Holzes geschätzt.

Es nicht immer ganz einfach, unsere Nadelbäume auseinanderzuhalten. Ihre Zapfen aber geben oft den entscheidenden Hinweis. Kennen Sie sich aus?

Wer bin ich? Zehn Zapfenporträts:

1. Mehr als eine Friedhofspflanze
Eine sehr mutationswillige Art, von der es eine beinahe unüberschaubare Fülle von Farb- und Formenvarianten gibt.

Die weiblichen Zapfen benötigen bis zur Reife nur 6 bis 7 Monate. Sie sind dann rotbraun, 8 bis12 mm groß und besitzen meist acht bis zehn Zapfenschuppen (Bild rechts).

2 Fest, dauerhaft und zäh

Der sommergrüne Nadelbaum ist für sein außerordentliches Holz bekannt. Kurios: Die weiblichen Zapfen richten sich gegen die Erdanziehung aus, während die männlichen Zapfen in Richtung der Erdanziehung wachsen. Hier zeigt sich das Phänomen des Gravitivismus.

3 In den Sümpfen zu Hause
Ihre Heimat sind die Flussufer und Sümpfe des südöstlichen Nordamerika. Hier bilden die Bäume bis 30 cm dicke und bis zu 1 Meter hohe Atemknie.

Die runden, 2–3 cm großen, weiblichen Zapfen sind unreif grün, reif braun gefärbt (Bild links). Ihre Schuppen sind schraubig angeordnet. Die Zapfen zerfallen nach der Reife.

4 Gigant aus Nordamerika
Über 3000 Jahre alte Exemplare soll es geben! Außergewöhnlich ist auch die Art ihrer Fortpflanzung. Die hühnereigroßen Zapfen können bis zu 20 Jahre am Baum verbleiben. In der Regel ist ein Feuer notwendig, um die Samen aus den festgeschlossenen Zapfen zu entlassen. Die Hitze lässt die Schuppen schrumpfen, die Samen entweichen durch die entstehenden Lücken.

5 Wahrer Überlebenskünstler
Alle Arten der Gattung haben einen sehr hohen Lichtbedarf, sie besiedeln Freiflächen und Extremstandorte.

Ihre Zapfen nennt man auch Kienäppel. Haben sie ihre geflügelten Samen freigegeben, fallen diese Zapfen als Ganzes ab (Bild rechts).

6 Der Gartenliebling
Der erst Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa eingeführte Nadelbaum ist eine der am häufigsten in unseren Gärten angepflanzte Tannen-Art. Kein Wunder, die noch unreifen Zapfen beeindrucken mit auffälliger purpurner oder stahlblauer Färbung.

7 Der Brotbaum der Forstwirtschaft
Sie ist neben der Tanne die größte europäische Baumart. Ihre erst aufrechten purpurroten Zäpfchen neigen sich nach der Befruchtung nach unten (Bild links).

Bis zur Samenreife vergeht ein Jahr. Sind die Samen aus den Zapfen gefallen, lösen sich diese als Ganzes vom Baum.

8 Das lebende Fossil
Im Jahr 1940 entdeckte man in Japan fossile Reste einer Konifere aus dem Tertiär, danach auch lebende Exemplare. Der sommergrüne Nadelbaum hat gestielte Zapfen mit gegenständigen Paaren keilförmiger Schuppen.

9 Der Urweltliche
Ein ganz eigenwilliger, fast starr aufgebauter Baum, der irgendwie fremdartig wirkt. Außergewöhnlich sind auch die kokosnussgroßen Zapfen (Bild rechts). Allerdings zerfallen sie nach einer Reifezeit von drei Jahren.

Die braunen, schweren, in den Zapfen reifenden Samen sind essbar.

10 Vertreibt böse Geister
Das sagenumwobenes Gehölz hat kleine schwarzbraune, blau bereifte Beeren. Tatsächlich sind es aber Zapfen. Man verwendet sie auch gern als Gewürz.

» Aha, das also ist der Rätsel Lösung!

Extra-Wissen

Wussten Sie, dass es sich bei den Kiefern- oder Fichtenzapfen, die Sie beim Waldspaziergang sammeln, um sie vielleicht später in den Adventskranz zu binden, um verholzte weibliche Blütenstände handelt? Die Botaniker bezeichnen auch die männlichen Blüten der Nadelgehölze als Zapfen, obwohl diese niemals verholzen und nach der Blüte abfallen.

Strenggenommen werden Zapfen nur von Koniferen gebildet. So sind beispielsweise Erlenzapfen botanisch gesehen keine echten Zapfen. Damit wird auch klar, wie die Koniferen zu ihrem Namen kamen: Konifere bedeutet Zapfenträger (aus lat. conus „Kegel, Zapfen“ und ferre „tragen“).

Bei einigen Koniferengattungen sind die Zapfen allerdings stark modifiziert: Dass es sich bei den Wacholderbeeren tatsächlich um Zapfen handelt, erkennt man nur im unreifen Stadium an deren Schuppen. Während der Reife werden diese dann fleischig.

Auch die Eibengewächse bilden keine typischen weiblichen Koniferenzapfen aus. Ihre Samen werden von einem fleischigen Samenmantel, dem Arillus, umhüllt.

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