Die Vogelbeere – wertvoll für Mensch und Tier

Ebereschenbeeren

Ebereschen sind vielseitige Gehölze, die einen Platz im Garten verdient haben, nicht nur wegen ihrer auffallenden Blüten und Früchte oder wegen der schönen Herbstfärbung. Sie sind auch eine wichtige Futterquelle für heimische Tiere.

Vogelbeerbäume, auch Ebereschen (Sorbus aucuparia) genannt, prägen schon seit hunderten von Jahren manche Regionen Mitteleuropas. In der Vergangenheit war das Gehölz für die arme Bevölkerung fast überlebenswichtig. Mit den korallenroten Früchten konnten Vögel angelockt werden, die dann im Winter die kargen Mahlzeiten bereicherten. Damit erklärt sich auch der wissenschaftliche Name aucuparia (lat. aucupium = Vogelfang).

Außerdem waren die Früchte früher ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. In ihnen steckt mehr Vitamin C als in Zitronen! Das gekochte Beerenmus, sowie die getrockneten Beeren und der daraus bereitete Tee wurden und werden unter anderem bei Verstopfung, Durchfall, Magen-Darm-Erkrankungen, Heiserkeit, Husten, Hauterkrankungen, Rheuma und Gicht verabreicht.

Doch Vorsicht! Wegen ihres hohen Gehalts an Apfelsäure und Gerbstoffen schmecken die Vogelbeeren extrem herb und bitter. Sie werden milder, wenn man sie vor der Verarbeitung einfriert oder über Nacht in Essigwasser einlegt. Dazu kommt, dass der Verzehr größerer Mengen frischer Früchte wegen der enthaltenen Parasorbinsäure Magenprobleme verursachen kann. Beim Kochen oder Trocknen wird sie aber zur verträglichen Sorbinsäure abgebaut.

» Herbst - die ideale Pflanzzeit

Sortentipps für Fruchtgenuss

Wenn Sie die Früchte verwerten möchten, halten Sie sich an die Essbare Eberesche (S. aucuparia subsp. edulis). Die Früchte der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mähren entdeckten Unterart sind nahezu frei von Bitterstoffen. Ihnen stehen einige Auslesen zur Auswahl: Zum Beispiel die in Dresden-Pillnitz gezüchtete Sorte ‘Konzentra‘, mit kleineren, säuerlichen Früchten, die einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt haben. Oder ‘Rosina’ mit größeren, süß-sauren, äußerst aromatischen Früchten. Da diese Sorten nicht so starkwüchsig sind wie die reine Unterart, eignen sie sich gut für den Hausgarten.

Neben der Essbaren Eberesche gibt es weitere Unterarten von S. aucuparia. Bei uns in Deutschland ist die Gewöhnliche Eberesche (S. aucuparia subsp. aucuparia) am weitesten verbreitet und am häufigsten vertreten. Auf die Gebirgs-Vogelbeere (Sorbus aucuparia subsp. glabrata) trifft man nur in den hochmontanen bis subalpinen Lagen der Mittelgebirge und Alpen.

» Beerenstark durch den Winter

Ideal als Hausbaum

Wer auf der Suche nach einem Hausbaum ist, sollte die Eberesche mit in die engere Auswahl nehmen. Und zwar nicht nur wegen ihrer im Spätsommer erscheinenden leuchtend roten Früchte. Auch die weißen Blütendolden im Frühjahr und das hübsch gefiederte Laub, das sich im Herbst gelb bis tiefrot färbt, machen viel her.

Optimal entwickelt sich das Gehölz in der Sonne oder im Halbschatten auf einem leicht sauren, humosen, eher feuchterem Boden. Tipp: Harken Sie das abgeworfene Laub nicht weg. Es zersetzt sich recht schnell und gibt relativ viel Magnesium frei. Das fördert zum einen die Humusbildung. Zum anderen verbessert der Baum seine eigene Nährstoffversorgung.   

Weil die Eberesche anspruchslos, gut frosthart und widerstandsfähig ist, wird sie in Stadtparks gern als Zier- und Vogelschutzgehölz sowie als Straßenbaum eingesetzt. Der Pionierbaum eignet sich außerdem gut für Frostlagen, Kahlschläge, Bergstürze, Schutthalden und Moorränder. Zudem verwendet man ihn, um belastete Flächen neu zu bepflanzen.

» Der Hausbaum - Liaison fürs Leben

Tiere würden Sorbus pflanzen

Nicht nur der Mensch nutzt die Eberesche. Sie ist vor allem eine äußerst wichtige  Futterpflanze für Tiere. Über 60 Vogelarten ernähren sich von ihren Früchten. Nur wenige andere Gehölze sind ebenso beliebt. Neben unseren einheimischen Drosselarten wie Amsel, Sing-, Mistel- und Wacholderdrossel dient der Baum insbesondere den im Winter zu uns kommenden Rotdrosseln und Seidenschwänzen als Futterquelle, einigen auch als Nistgehölz.

Haselmaus, Feldmaus, Siebenschläfer und Co. hamstern die Vogelbeeren als Vorrat für den Winter. Rothirsche, Rehe und Wildschweine lieben die Blätter, Knospen und Triebe der Eberesche, herabgefallene Beeren lassen sie natürlich nicht liegen. Rotfuchs und Dachs stehen auch auf die Leckerei. Lohnt es bei dieser Konkurrenz nicht, eine eigene Eberesche im Garten zu haben?

Monica Lietzau
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