Stachelbeeren

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Stachelbeeren

Vollreife Früchte gibt es bei Stachelbeeren, je nach Lage und Sorte, von Mitte Juni bis Anfang August. Foto: istockphoto.com

Es ist schade, dass ein so tolles Naschobst wie die Stachelbeere nicht öfter kultiviert wird. Vielleicht sind es die Dornen, die Hobbygärtner vom Kauf Abstand nehmen lassen? Oder der saure Nachgeschmack? Gemach, gemach, schließlich gibt es ja dornenlose Sorten wie die rotfrüchtige Sorte ‘Pax’. Oder Züchtungen mit durch und durch süßen Früchten. Egal, ob nun dornenlos oder nicht, zunächst gilt es, einen angemessenen Platz für das Beerenobst auszuwählen. Der darf gern sonnig sein. Je mehr Sonne, desto mehr Beeren, desto süßer und größer werden die Früchte. An den Boden stellen Stachelbeeren wenig Ansprüche. Sie nehmen leichte Böden genauso gern wie schwerere Löss- oder Lehmböden, solange diese humusreich und immer gleichmäßig feucht sind. Büsche bleiben dann bis 40 Jahre lang vital, die Stämmchen maximal 20 Jahre.

» Zum Vernaschen: Beerenobst

Lediglich auf sehr leichten Sandböden und schweren Tonböden könnten Stachelbeeren versagen. Stehen sie im Küchengarten, nehmen sie sich ihren Nährstoffanteil von den benachbarten Gemüsebeeten. Ansonsten düngen Sie die Gehölze wie für Mittelzehrer empfohlen. Wie groß der Platz an der Sonne sein soll, hängt von der Wuchsform ab. Eintriebige Spindeln kommen mit etwa 60 cm allseitigem Abstand gut klar. Stämmchen brauchen etwa einen Meter Abstand. Sträuchern gönnen Sie besser mindestens 1,50 m Luft zum Nachbarn. Das scheint zu Beginn recht großzügig. Bedenken Sie aber, dass die anfangs zarten Sträuchlein noch an Umfang zulegen. Schließlich möchte man auch nach Jahren noch mit Sicherheitsabstand um die bewehrten Gehölze herumgehen.

Stachelbeere RixantaStachelbeeren sind selbstfruchtbar, tragen aber reicher, wenn eine zweite Sorte zur Befruchtung in der Nähe steht. Vielleicht pflanzen Sie ja zwei Stämmchen, die einen Gartenpfad flankieren. Zu symmetrisch? Dann verteilen Sie die Bäumchen einfach locker im Küchengarten. Stehen sie allerdings inmitten von Kohl und Koriander, gilt es wieder, etwas Abstand einzuhalten. Wegen der Wurzelkonkurrenz. Rasen, Wiese oder gar Unkraut sind ebenfalls Konkurrenten für die Flachwurzler. Eine bewuchsfreie Baumscheibe hat sich daher bestens bewährt. Sonst entwickelt sich bei Stachelbeersträuchern leicht ein Durcheinander aus Stachelbeertrieben und Wurzelunkräutern. Einem Stämmchen dagegen dürfen Gewürzstauden mit geringem Nährstoffbedarf wie Oregano oder Salbei bis auf 40 cm nahe kommen.

» Rezept: Stachelbeer-Chutney

Stütze für StachelbeerenApropos Stämmchen: Der relativ dünne Stamm kann die Krone auf Dauer nicht allein tragen und braucht eine Stütze. Sie sollte bis in die Krone ragen, damit sie angebunden werden kann. Schwer beladen mit Früchten würde sie sonst ausbrechen. Bei einem Fußstämmchen mit rund 50 cm Stammhöhe empfehlen wir einen mindestens einen Meter langen, stabilen Pfahl. Ein Hochstämmchen mit meterhohem Stamm braucht einen mindestens 1,50 m langen Pfosten: Zunächst das Pflanzloch ausheben, die Stütze einschlagen und erst dann den Wurzelballen in die Grube setzen. So werden keine Wurzeln verletzt.

Die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Ware ist im Frühjahr und im Herbst. Containergehölze können dagegen immer gepflanzt werden, wenn der Boden nicht gefroren ist. Selbst kurz vor der Reifezeit finden Sie noch Pflanzen im Gartencenter. Da ist die erste Ernte garantiert. Beim Kauf auf gesunde, möglichst gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau hochtolerante Sorten achten. Die robuste grüne ‘Invicta’ zählt zu den beliebtesten. Sie spielt in Sachen Aroma und Fruchtgröße in der gleichen Liga wie die Sorten ‘Maiherzog’ und ‘Hönings Früheste’. Thomas Tschiskale, Inhaber der Havelländischen Baumschulen, hat dazu konkrete Empfehlungen: „Zwei wunderbare alte Sorten, die leider kaum noch lieferbar sind. Sie tragen bei geringem Befallsdruck auch ohne Behandlung gesunde Früchte. Die hochanfällige ‘Grüne Kugel’ sollte man allerdings trotz ihres sehr guten Aromas nicht mehr pflanzen.“ Noch ein wichtiger Punkt bei der Sortenwahl: Das Fruchtfleisch reifer Früchte schmeckt bei fast allen Sorten süß. Anders die Schale: Bei der Sorte ‘Rixanta’ hat sie einen deutlich sauren Nachgeschmack. ‘Remarka’ oder ‘Rote Triumph’ dagegen verwöhnen bis zuletzt mit angenehmer Süße. Eine Sortenübersicht finden Sie unten.
Achim Werner

Stachelbeer-Verwandschaft

Stachelbeeren und JostaSchwarze Johannisbeeren und Stachelbeeren sind so nahe verwandt, dass sie sich miteinander verkreuzen. Die Nachkommen aus dieser Liaison heißen Josta, Jocheline, Jogranda oder Jostine und haben keine Dornen. Die Früchte ähneln Schwarzen Johannisbeeren, schmecken jedoch milder. Die stark wachsenden Sträucher sind robust.

» Gartenpraxis: Johannisbeeren

Stachelbeer-Schädlinge

Amerikanischer Stachelbeermehltau und Stachelbeerblattwespe können die gesamte Ernte zerstören. Gegen die Wespen hilft das Ablesen der Raupen, besser noch, der Eigelege auf den Blattunterseiten. Gegen Mehltau hochtolerante Sorten werden kaum von der Pilzkrankeit befallen, andere können vorbeugend mit Netzschwefel behandelt werden.

Stachelbeeren schneiden

Stachelbeeren schneiden. Illustration: Wolfgang LangWeniger ist wirklich mehr In dichten Sträuchern zu ernten, kann schmerzhaft sein. Lichten Sie also kräftig aus. Fünf bis sieben Hauptäste pro Strauch reichen aus. Die Früchte ungepflegter Sträucher sind kleiner und weniger süß. Eine Spindel mit ein bis drei Fruchtästen ist leicht zu erziehen und trägt die besten Beeren. Keine Angst vor Dornen Eine kurze Teleskopschere mit Greifer schützt die Hände.

Egal ob Strauch, Stämmchen oder Spindel: Sie brauchen sich nur wenige Regeln zu merken. Bei jedem Haupttrieb wird zunächst der Neuzuwachs (der hellgraue Teil aus der vergangenen Saison) an der Spitze um ein starkes Drittel eingekürzt. Bei allen Seitentrieben schneiden Sie diesen Neuzuwachs auf drei bis vier Knospen zurück. So wird ab dem zweiten (1), im dritten (2) und im vierten Jahr (3) eines Triebes geschnitten. Nach seinem vierten Lebensjahr wird er durch einen jungen Trieb aus der Basis ersetzt, und das Ganze beginnt von Neuem.

Stachelbeersorten für den Garten

Stachelbeeren, die wir für den Garten empfehlen (Auswahl):

SorteAnfälligkeit für MehltauFruchtfarbeEigenschaften
Hinnonmäkisehr geringrotmittlerer bis hoher Ertrag, spät, süß, hoher Säureanteil
Hönings Frühestemittelgelbmittlerer Ertrag, sehr früh, sehr süß, Schale nicht sauer
Invictageringhellgrünhoher bis sehr hoher Ertrag, früh, süß, Schale leicht sauer
Maiherzogmitteldunkelrotmittlerer Ertrag, früh, süßsäuerlich, Schale neutral
Mucurinessehr geringhellgrünhoher Ertrag, spät, süß, Schale säuerlich
Paxmittelrotmittlerer bis hoher Ertrag, spät, süß, wenig Säure, dornenlos
Redevasehr geringpurpurrothoher Ertrag, spät, leicht säuerlich-aromatisch
Remarkageringdunkelrotmittlerer bis hoher Ertrag, sehr früh, süß, Schale mit wenig Säure
Resistentageringgelbmittlerer bis hoher Ertrag, spät, süß, Schale säuerlich
Revertasehr geringgelbgrünmittlerer bis hoher Ertrag, früh, sehr süß, Schale nur wenig sauer
Rokulageringrotmittlerer bis hoher Ertrag, mittelspät, ausgewogenes Aroma
Rote Triumphmitteldunkelrothoher Ertrag, mittelspät, süß, Schale süßsäuerlich


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