Obstgehölze pflanzen - auf die Verwandtschaft achten

junger Obstbaum vor altem Baum

Verwandtschaftsverhältnisse bei Obstbäumen - ein spannendes Thema, das beim Nachpflanzen von Obstbäumen eine große Rolle spielt.

Ein neuer Obstbaum soll her, weil der Apfelhochstamm, den Opa noch pflanzte, sein Alter erreicht hat. Kann der Neue an dieselbe Stelle? Und wann muss der Boden ausgetauscht werden?

Obstgehölze pflanzen - warum der Boden eine so große Rolle spielt

Grundsätzlich gilt: Nie Kernobst nach Kernobst, nie Steinobst nach Steinobst! Denn nach Jahren reichern sich im Boden unter einem alten Obstgehölz schädliche Mikroorganismen und Wurzelausscheidungen an. Diese Bodenmüdigkeit ist besonders bei Rosengewächsen verbreitet, zu denen alle Kern- und Steinobstarten, aber auch Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren sowie Wildobstarten wie Schlehe, Mispel, Felsenbirne und Vogelbeere gehören.

Der alteingewachsene Baumveteran widersteht dem problemlos. Ein junger Baum der gleichen Art oder ein naher Verwandter dagegen würde an derselben Stelle nur schwer anwachsen. Häufig kümmern die Jungbäumchen über Jahre, bis sie schließlich eingehen. Welche Arten aus der Familie der Rosengewächse nahe verwandt sind, haben wir im Punkt 3 zusammengefasst.

» Bodenmüdigkeit im Gemüsegarten

5 Tipps zum Nachpflanzen

1 Neuer Boden für den jungen Baum

Den Boden nach der Rodung eines alten Obstbaums großzügig austauschen und dabei möglichst viele der alten Wurzeln entfernen. Ein großer Baum hinterlässt meist ohnehin eine ausreichend große Grube. Dann können Sie es durchaus wagen, an derselben Stelle wieder ein Obstgehölz der gleichen Art zu platzieren, beispielsweise Apfel nach Apfel. Denn die jungen Bäume benötigen einige Jahre, bis sie in den alten und müden Boden hineinwachsen. Bis dahin haben sie sich ausreichend etabliert.

» Gartenpraxis spezial: Gartenboden

2 Einen neuen Standort wählen


Den Jungbaum an anderer Stelle pflanzen, die obstmüde Fläche für etwa zehn Jahre z. B. als Gemüsebeet oder Staudenrabatte nutzen. Danach gedeiht hier auch wieder ein Mitglied der gleichen Obstart.

3 Entfernte Verwandte nachpflanzen

Nicht alle Rosengewächse sind untereinander gleichermaßen eng verwandt. Gehört also das junge Obstgehölz einer anderen Gruppe innerhalb dieser Pflanzenfamilie an als das alte, ist die Unverträglichkeit zwischen beiden deutlich geringer.

Die neue Pflanzgrube braucht dann nicht so groß zu sein, wie in Tipp 1 beschrieben. Sie sollte jedoch mindestens doppelt so tief und doppelt so breit sein, wie der Ballen der jungen Obstgehölze misst.

Der Aushub kann zum Beispiel gegen unbelasteten Boden aus dem Gemüsegarten getauscht werden.

Wir gehören alle zu den Rosengewächsen!


Obstarten aus der gleichen Gruppe besser nicht nacheinander pflanzen. Oder den Boden zuvor sehr großzügig tauschen. Wählen Sie dagegen einen Vertreter aus einer anderen Gruppe, z. B. eine Kirsche nach einem Apfel, ist die Bodenmüdigkeit nicht so stark ausgeprägt.

1 Beerenobst aus der Rosengewächsfamilie: Himbeere, Brombeere, Japanische Weinbeere, Loganbeere, Taybeere, Allackerbeere

2 Zum Steinobst zählen alle Pflaumenarten und -sorten, Süß- und Sauerkirsche, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Schlehe, Kirschpflaume, Mandel

3 Kernobst und nahe Verwandte: Apfel, Birne, Quitte, Mispel, Apfelbeere, Vogelbeere, Elsbeere, Weißdorn. Felsenbirne.

» Kein Kohl nach Kohl


4 Im Kübel kultivieren

Bei Zwerg- oder Beerenobst in Gefäßen mit Kübelpflanzensubstrat ist Bodenmüdigkeit kein Thema. Auch Heidelbeeren, die in unseren Gartenböden in aller Regel nicht gedeihen, sind für die Kübelkultur geeignet. Sie verlangen spezielle Moorbeeterde mit niedrigem pH-Wert. Für alle anderen Obstarten verwenden Sie gutes, strukturstabiles Substrat wie Kübelpflanzenerde. Schließlich stehen die Gehölze über Jahre darin.

5 Unempfindliche Nachfolger pflanzen


Nach Obstgehölzen aus der Rosenfamilie eine Obstart aus einer anderen botanischen Familie wählen, zum Beispiel Walnuss, Weinrebe, Maibeere, Johannis-, Josta- oder Stachelbeere, Heidelbeere oder Haselnuss.

Übrigens: Walnuss und Haselnuss sind mit keiner anderen Obstart verwandt, auch nicht miteinander.

Tipp: Johannisbeeren, Stachelbeeren und Weinreben vertragen sich mit jeder anderen Kultur im Garten. Sie können sogar nach sich selbst angebaut werden.
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