Obstgarten für Selbstversorger

Themen: Obstbäume
Apfel ernten

Obst aus dem eigenen Garten schmeckt am besten. Foto: Olaf Szczepaniak

Er ist und bleibt der Größte: Kein anderes Obst vernaschen die Deutschen lieber als den Apfel. Inklusive der zu Saft gepressten Exemplare verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr durchschnittlich 32 kg davon.

Dabei wird nur etwa die Hälfte der immensen Nachfrage aus heimischen Landen gedeckt, die andere Hälfte wird importiert. Doch auf den langen Transportwegen bleiben Frische und Vitamine oft auf der Strecke.

Auch in kleinen Gärten ist für Obst Platz

Denn die schmackhaften edlen Apfelsorten wie ‘Elstar’ oder ‘Boskoop’ wachsen nicht auf ihrer eigenen Wurzel: Sie werden stets auf eine sogenannte Unterlage aufgepfropft bzw. veredelt, zum Beispiel auf A2 oder M27.

Diese Unterlage bestimmt über Wuchsform und -höhe des Baumes:

Ein ‘Elstar’ auf einer starkwüchsigen A2 wird zum raumgreifenden Halb- oder Hochstamm, ein ‘Elstar’ auf der schwachwüchsigen M27 dagegen zur zarten Spindel.

» Gartenpraxis: Obstspaliere

Unterschiedliche Wuchsformen

Die Übersicht unten erläutert kurz die üblichen Wuchsformen von Apfel und Co. und zeigt den jeweils zu erwartenden Ertrag und Platzbedarf. Veranschlagt man pro Säulenapfel 7 kg Ertrag und einen Quadratmeter Fläche, erntet man bereits von fünf Pflanzen auf fünf Quadratmetern etwa 35 kg im Jahr.

Wer einen Teil der Früchte einkocht, trocknet oder anderweitig haltbar macht, wird damit übers ganze Jahr zum Alleinversorger. Ein einziger Hochstamm auf etwa 80 Quadratmetern reicht in seinen besten Jahren sogar einer Familie von sechs bis sieben Personen.

» Gartenpraxis: Wuchsstärke bei Apfelbäumen

Apfelbäume brauchen Bestäubersorte

Doch aufgepasst: Die Zahlen sind stets nur Näherungswerte und hängen stark von Standort, Sorte oder Alter der Bäume ab. Und: Um Früchte bilden zu können, sind Apfelblüten auf fremden Pollen angewiesen. Das heißt, im Umkreis von etwa 500 Metern muss noch eine andere, zeitgleich blühende Apfelsorte gedeihen.

Bei platzsparenden Säulenäpfeln wird das leicht möglich sein, bei größeren Exemplaren empfiehlt sich womöglich ein sogenannter Mehrsortenbaum, bei dem zwei bis drei Edelsorten auf eine Unterlage gesetzt, lies: veredelt wurden.

Obstvielfalt

Auch andere Baumobstarten wie Birnen, Pflaumen oder Kirschen werden in verschiedenen Wuchsformen angeboten. Birnen und Süßkirschen brauchen in der Regel etwas mehr Platz als ein Apfelbaum. Pflaumen etwas weniger.

Sauerkirschen sind generell eher schwachwüchsig und daher zum Beispiel als Hochstamm kaum erhältlich. Birnen und die meisten Süßkirschsorten benötigen ebenso wie der Apfel eine fremde Sorte zum Bestäuben.
Kerstin Ackermann

» Gehölzschnitt: So bleibt ihr Apfelbaum in Form

Wuchsformen von Obstbäumen

ApfelspalierSpalierobst wird streng an einem Gerüst in Form erzogen. Das Spalier ist sehr pflegeintensiv (Schnitt), ermöglicht aber an einem geschützten Standort (Hauswand) die Kultur kälteempfindlicher Arten wie Birne oder Pfirsich.

Durchschnittlicher Vollertrag/Pflanze: bis zu 50 kg, je nach Wuchsstärke
Flächenbedarf/Pflanze: mindestens zwei Meter breit, höchstens einen Meter tief

Säulenobst ist extrem platzsparend und pflegeleicht: Bis auf das Auslichten zu langer Seitentriebe fallen keine Schnittmaßnahmen an. Auch für den Kübel auf Balkon und Terrasse geeignet. Nur wenige Apfelsorten wachsen als Säule. Und eine Gaumenfreude sind sie nicht in jedem Fall.
Durchschnittlicher Vollertrag/Pflanze: 6 bis maximal 10 kg
Flächenbedarf/Pflanze: ca. 1 bis 2 Quadratmeter

Spindelbüsche werden nur 2 bis 3 m hoch und benötigen zeitlebens Halt durch einen Pfahl. Sie tragen bereits ab dem ersten Standjahr, der Vollertrag wird nach etwa fünf Jahren erreicht. Regelmäßige Schnittmaßnahmen erforderlich.
Durchschnittlicher Vollertrag/Pflanze: etwa 15 kg
Flächenbedarf/Pflanze: ca. 6 bis 10 Quadratmeter

Der Buschbaum ist ein richtiger kleiner Baum, dessen Krone in 60 bis 80 cm Stammhöhe beginnt. Dank schwachwüchsiger Unterlage findet er selbst in kleinen Gärten Platz und kann auch von Kindern beerntet werden.
Durchschnittlicher Vollertrag/Pflanze: etwa 30 kg
Flächenbedarf/Pflanze: ca. 10 bis 20 Quadratmeter

Halb- und Hochstamm bilden beide üppige, raumgreifende Kronen aus. Sie unterscheiden sich lediglich in der Stammhöhe: Beim Halbstamm setzt die Krone in etwa 1,2 m Höhe an, beim Hochstamm in etwa 1,8 m Höhe. Der Halbstamm ist dementsprechend leichter zu schneiden und zu beernten, allerdings kann man unter ihm weder Sitzgruppen noch Wege anlegen.

Bei diesen äußerst langlebigen Baumformen setzt der Ertrag erst ab dem fünften Standjahr ein, mit Vollertrag ist nach 12 bis 15 Jahren zu rechnen.
Durchschnittlicher Vollertrag/Pflanze: bis zu 200 kg
Flächenbedarf/Pflanze: ca. 60 bis 100 Quadratmeter

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