Fruchtfolge

Biogärtnern mit Karl Ploberger

So bunt wie das Leben, so bunt bepflanzt sind die Beete – das hält die Pflanzen gesund.

In der Natur dominiert überall bunte Vielfalt. Der aus Radio und TV bekannte österreichische Biogärtner Karl Ploberger macht das nach: bei Gemüse, Kräutern und Blumen.

Fruchtfolge – immer was Neues

Wie Fühler breiten Pflanzen im Boden ihre Wurzeln aus, um ihm Wasser und Nährstoffe zu entlocken. Doch das ist keine Einbahnstraße. Wurzeln geben auch pflanzeneigene Stoffe an die Erde ab. Diese können die Pflanzennachbarn im Wachstum fördern, aber auch hemmen (Allelopathie).

Negative Wechselwirkungen durch Wurzelausscheidungen können Sie mit dem gezielten Anbau von Vor-, Haupt- und Folgekulturen sowie ausgewählten Pflanzennachbarn wirksam abpuffern. Die verschiedenen Pflanzen sind mal mehr, mal weniger hungrig. Sie entziehen dem Boden die Nährstoffe in unterschiedlichem Maße.

Das hat man schon vor Jahrhunderten erkannt und mit der Vier-Felder-Wirtschaft dafür gesorgt, dass der Boden nicht ausgelaugt wird. Hier bestellte man immer drei Felder, das vierte ließ man für eine Erholungskur brach liegen. Im Folgejahr rückten die Anbau- und Brachflächen um ein Feld weiter.

» Biogärtnern mit Karl Ploberger: Bodenpflege

Auf unterschiedliche Pflanzenfamilien achten

Diese Fruchtfolge ist ein gutes Prinzip, dem einseitigen Nährstoffentzug des Bodens vorzubeugen. Problematisch wird’s, wenn Gemüse aus einer Familie hintereinander auf denselben Platz gepflanzt wird. Krankheiten und Schädlinge machen sich breit und befallen bald andere Familienmitglieder. So sollten Kreuzblütler wie verschiedene Kohlarten (z. B. Kohlrabi, Grünkohl, Blumenkohl) frühestens alle vier Jahre wieder in dasselbe Beet gepflanzt werden.

Beachten Sie bei der Fruchtfolge unbedingt auch die Gründüngungspflanzen. Alle Kohlgewächse können beispielsweise an der sogenannten Kohlhernie erkranken. Dieser Pilz kann durch alle Kreuzblütler, z. B. auch Radieschen, Kresse oder Rucola, übertragen werden. Auf solchen Beeten sollten Sie niemals andere Kreuzblütler wie Gelbsenf oder Kresse als Gründüngung anbauen! Je mehr Multikulti aus verschiedenen Pflanzenfamilien auf den Beeten ist, desto eher beugt das Schädlingen und Krankheiten vor.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Nach ihrem Nährstoffbedarf teilt man die Pflanzen in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer ein. Deren unterschiedliche Nährstoffansprüche können Sie bei der Fruchtfolge gezielt nutzen.

Innerhalb von vier Anbaujahren beginnen Sie mit den Starkzehrern. Im zweiten Jahr folgen dann die Mittelzehrer, im dritten Jahr bauen Sie die Schwachzehrer an. Im vierten Jahr können Sie ein Beet mit Gründüngung einsäen, damit der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird und sich wieder erholen kann. Diese Regel aus der traditionellen Landwirtschaft gilt auch für den kleinen Hausgarten.

Starkzehrer: Kohl-Arten, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie, Kürbis, Zucchini, Melonen, Tomaten, Rhabarber, Paprika

Mittelzehrer Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Fenchel, Schwarzwurzeln, Kohlrabi, Rote Bete, Rettich

Schwachzehrer Spinat, Radieschen, Bohnen, Salat, Erbsen.

Fruchtfolge im Gartenjahr

Fruchtfolge im GartenjahrDie Fruchtfolge sollten Sie auch innerhalb eines Gartenjahres beachten. Hier ist nicht nur der Nährstoffbedarf der Kulturen wichtig, sondern auch die Dauer, bis das Gemüse erntereif ist.

Auf schnellwachsendes bzw. frühes Gemüse folgt eine späte oder langsamere Kultur. Gut erkennbar ist das Prinzip mit Hilfe der Zeichnung.

März: In das im Herbst vorbereitete Beet (gemulcht oder mit Gründüngung eingesät) säen Sie zunächst Spinat und Radieschen ein. Die sind nach vier bis fünf Wochen erntereif.

April: Zwischen die Spinat- und Radieschenreihen legen Sie Frühkartoffeln. Überschüssigen oder durchgewachsenen Spinat können Sie später auch als Mulch für Ihre Beete verwenden.

Mai: Bis zur Ernte häufeln Sie das Kartoffelkraut immer wieder an, damit ein weit verzweigtes Wurzelgeflecht mit möglichst vielen Knollen entsteht.

September: Grünkohl und Lauch kommen nach der Kartoffelernte im Juli in den Boden. Sie sind die „Spätheimkehrer“ und können bis in den Winter hinein geerntet werden.

Im kommenden Jahr sollten Sie dieses Beet mit Kompost versorgen und vor allem Mittelzehrer pflanzen.

Spinat als guter Partner

SpinatOft sind Neueinsteiger verwirrt, wie das mit den guten und schlechten Nachbarn, mit der Fruchtfolge oder Stark-, Mittel- und Schwachzehrern ist. Für sie hat sich Spinat als zuverlässiger Anbaupartner bewährt.

Die zartesten Blätter verwendet man in der Küche, der Rest kommt dem Boden als Mulch zugute. Die saponinreichen Wurzeln bleiben in der Erde, um die Bodenstruktur zu fördern.

Allerdings ist Spinat mit sich selbst und anderen Gänsefußgewächsen (Mangold, Gartenmelde, Rote Bete) unverträglich. Hier bitte drei Jahre Anbaupause einhalten bzw. Zwischenkulturen wie Winterportulak anbauen!

● Spinat verträgt sich gut mit allen Salaten (außer Feldsalat), mit trendigem Asiagemüse, außerdem mit:

● Erdbeeren, Kartoffeln, Porree, Pastinaken, Rosenkohl, Mais, Gurken, Sellerie, Tomaten, Radieschen, Rhabarber

● Wenn Sie Ihr Spinat-Saatgut aussuchen, achten Sie bitte auf mehltauresistente Sorten (z. B. ‘Matador’, ‘Monnopa’, ‘Butterflay’).

● Spinat ist eine Kurztagspflanze. Deshalb bietet sich der Frühjahrs- und Herbstanbau an. Denn je wärmer und länger die Tage werden, desto schneller blüht er – und umso weniger Blätter können Sie ernten. Im Sommer verwenden Sie schossfeste Sorten, die auch bei Wärme und langen Tagen gut gedeihen (z. B. ‘Emilia’, ‘Merlin’).

» Spinat: Grün und gesund
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