Bachlauf anlegen

Bachlauf für den Garten anlegen

Jeder Bach beginnt an seiner Quelle. Der wasserführende Schlauch wird dabei zum Beispiel durch einen durchbohrten Quellstein kaschiert.

Das sanfte Murmeln des Baches wirkt wie Balsam für die Ohren. Fast möchte man sich mit geschlossenen Augen behaglich im Liegestuhl zurücklehnen. Doch was würde man alles verpassen: Den Wasserfall, in dessen funkelnden Tropfen sich die Strahlen der Sonne brechen. Die zarten Libellen, die in feurigen Rot- und kühlen Blautönen über das Bächlein schießen. Das kunterbunte Band aus sonnengelber Sumpf-Dotterblume und leuchtend violettem Blut-Weiderich, das dem kleinen Fließgewässer trotz all seiner Biegungen und Windungen nicht von der Seite rückt...

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Ein Bachlauf bringt Leben und Entspannung zugleich in den Garten. Und erfüllt, in Verbindung mit einem Gartenteich, zudem einen ganz und gar praktischen Zweck: Er spendiert dem stehenden Gewässer Sauerstoff und filtert auf ganz natürlichem Wege Schadstoffe aus dem Teichwasser.

Die Gestaltung

Bachlauf mit StaustufenEin Bachlauf mündet meist in einen Teich. Wenn dieser fehlt, kann auch eine spezielle Sammelgrube das Wasser auffangen. Die Sammelgrube beherbergt dann die Bachlaufpumpe, die mit einer Leistung von mindestens 3000 Liter pro Stunde das Bachwasser im steten Kreislauf zurück zur Quelle befördert. Für einen Gartenbach ist nur ein minimales Gefälle von etwa zwei Prozent nötig. Das Wasser rinnt dann kaum merklich dahin. Ergibt sich dagegen zum Beispiel durch eine im Gelände vorhandene Böschung ein sehr steiles Gefälle, sollten Staustufen eingebaut werden. Ohne diese Bremsen würde das Wasser viel zu schnell den Bachlauf hinunterschießen und Sand, Kiesel, Pflanzen und Tiere mit sich fortreißen.

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Es gibt Bäche, die nur drei Meter lang sind, optimal ist jedoch eine Länge von mindestens sechs Meter, denn nur so kommt das Wasser richtig ins Fließen. Als durchschnittliche Bachbetttiefe sind 25 Zentimeter empfehlenswert, als Breite mindestens 50 Zentimeter. Alles, was schmaler gebaut ist, gleicht spätestens nach dem Einwachsen der Uferbepflanzung nur noch einem Rinnsal. Wichtig ist, Breite und Tiefe im Bachverlauf immer wieder zu variieren, kleine Einbuchtungen einzubauen, Stauzonen einzurichten und hier und da dicke Findlinge im Bachbett zu positionieren. Das alles sorgt für Abwechslung und verleiht der ganzen Anlage erst das gewünschte, natürliche Erscheinungsbild. Auch die Fließgeschwindigkeit lässt sich so regulieren: Möchte man es zum Beispiel direkt am Sitzplatz nur leise murmeln hören, empfiehlt es sich, das Bachbett hier breiter zu gestalten, denn: Je breiter das Bachbett, desto langsamer die Fließgeschwindigkeit.

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Bachbau in der Praxis

Grafik BachlaufZur Anlage eines Baches wird meist etwa 1 Millimeter dicke Teichfolie verwendet. Beim Ausheben des Bachbettes bedenken, dass eine 15 bis 25 Zentimeter hohe Kiesschicht auf dem Grund Platz finden muss, die später als Wasserklärer fungiert. Also mindestens 40 Zentimeter tief und 75 Zentimeter breit ausschachten. In das Bett wird zuerst Teichvlies zum Schutz vor Wurzeln und Steinen verlegt, obenauf die Teichfolie. Mit feinem Kies, runden Kieseln und Lavabruch so weit befüllen, dass darüber die gewünschte Wassertiefe verbleibt. Ganz wichtig ist der Einbau der Kapillarsperre (s. Zeichnung) am Ufer: Die Folienenden müssen am Rand immer nach oben weisen. So wird verhindert, dass die Saugwirkung des Erdbodens das Wasser aus dem Bach zieht. Sehr bewährt hat sich dafür das S-förmige Ablegen der Folie in einen kleinen Graben entlang des Ufers, ein ganzes Stück oberhalb des Wasserspiegels. Den kleinen Graben mit sauberem Kies befüllen, der zugleich das Folienende kaschieren kann. So wird die Kapillarwirkung des Erdbodens zuverlässig unterbrochen.

Eine Bachlaufpumpe sollte mindestens 80 cm tief und somit frostsicher im Teich stehen. Ist das nicht der Fall, muss sie über den Winter frostfrei und nass (z. B. im Keller in einem Eimer) eingelagert werden. Die Fördermenge passend zu Höhe und Breite des Bachlaufs ermitteln für Sie bequem virtuelle Pumpen-Rechner. Es gilt: Pro einem Zentimeter Bachlaufbreite benötigen Sie circa 1,5 bis zwei Liter Wasser pro Minute.

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Pflanzen

Am Bachlauf gedeiht eine Vielzahl ganz besonderer Pflanzenschätze. In der Uferzone fühlen sich Arten wohl, die zwar feucht, aber nicht nass stehen möchten, also weder anhaltende Trockenheit noch Staunässe gut vertragen. Dazu gehören Gehölze wie Weide oder Erle und Blütenstauden wie die Schwertlilie (Iris). Besonders wohl fühlt sich hier auch die robuste Dreimasterblume (Tradescantia x andersoniana), die üppige Horste bildet und von Mai bis September durchblüht.

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Zart besaitet ist dagegen die wunderschöne, aus China stammende Orchideen- Primel (Primula vialii), die kühle, schattige, kalkarme Standorte schätzt und im Winter mit einer schützenden Decke aus Laub und Reisig versorgt werden möchte. Sowohl in der Uferals auch in der angrenzenden nassen Sumpfzone gedeihen zum Beispiel Gauklerblume (Mimulus luteus), Flatter-Binse (Juncus effusus) und der einheimische Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), der bis Ende September seine weithin leuchtenden, ungemein standfesten Blütenstängel präsentiert. Richtig nasse Füße wollen unter anderem die bis zu 120 cm hohe, filigrane Schwanenblume (Butomus umbellatus), das blaue Hechtkraut (Pontederia cordata) und die ab April blühende Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris). Sie sind Vertreter der Flach- wasserzone und gedeihen am besten in Pflanzkörben in 10 bis 20 cm tiefem Wasser. Sie wachsen aber auch am Ufer des Baches, sofern sie von dort aus ihre Wurzeln ins fließende Nass tauchen können.

Wege übers Wasser

TrittsteineBrücken, Stege und vergleichsweise kostengünstige Trittsteine helfen, den Wassergarten zu erschließen, hautnah zu erleben und schließlich trockenen Fußes zu überqueren. Insbesondere Trittsteine sind dabei meist als Fortsetzung eines Weges angelegt und führen diesen als rhythmisch unterbrochene Linie im Wasser fort. Der Abstand der Steine (gemeint ist die Entfernung von der Mitte des einen Steines zum nächsten) sollte dabei das übliche Schrittmaß von 63 bis 65 Zentimeter betragen. Wichtig ist eine raue Oberfläche, damit der Gang übers Wasser nicht zur Rutschpartie wird. Findlinge fügen sich dabei unauffällig ins Bild. Exakt zugeschnittene Natursteinplatten oder in Form gebrannte Platten aus Ton, jeweils auf Stempeln im Grund verankert, werden dagegen zum eigenständigen Gestaltungselement.

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Bachlaufschalen

Der Handel hält eine reichhaltige Auswahl an fertig gestalteten Bachlaufschalen bereit. Es gibt sie in unterschiedlichsten Farben und Formen, als Kurven oder Geraden, als Kopf-, Verbindungs- und Endstücke. Vor dem Einbau der Bachlaufelemente den ausgewählten Platz in Länge und Höhe genau ausmessen. Lieber ein, zwei Elemente mehr verwenden, um etwas Gestaltungsspielraum zu haben! Entweder den Bachlaufbereich erst mit Folie auskleiden, darauf die Schalen arrangieren. Oder die Bachlaufelemente direkt von unten nach oben in ein Betonbett setzen. Pumpenschlauch seitlich eingraben, Pumpe anschließen, Probelauf starten. Es darf kein Wasser verlorengehen!


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