Grabgestaltung: die besten Stauden für ein pflegeleichtes Grab

Grabbepflanzung mit trockenheitsverträglichen Stauden

Trockene Erde auf Grabstellen in der Sonne vertragen Sukkulenten und zähe Bodendecker problemlos: Hinter der großen Fläche aus grünem Zwerg-Polster-Ehrenpreis (Veronica liwanensis) wächst Dachwurz ‘Tesoro’ (Sempervivum), links davon prunkt die Wechselbepflanzung aus Wüstenkohl (Kalanchoe thyrsiflora) einen Sommer lang.

Friedhöfe sind als Orte der Ruhe, Erinnerung und Zwiesprache mit den Personen, die wir vermissen, wichtig in unserem Leben. Mit dem Schritt durchs Friedhofstor betreten wir eine andere Welt, in der wir an vergangene Momente, nicht aber an die Pflege der Grabstelle denken möchten.

Schöner als nackte Erde: natürlich wirkende Grabbepflanzung

Doch die häufig sandigen Böden bedeuten im Sommer so manchen Gang mit der Gießkanne – ob im trockenen Baumschatten oder auf sonniger Freifläche. Eine fade, monotone Fläche aus Efeu oder Wacholder ist da auch keine Lösung.

Zeit also für neue Ideen auf den Gräbern, wie sie die Profis vom Bund deutscher Friedhofsgärtner vorstellen: Ihre Beispiele auf den Landes- und Bundesgartenschauen zeigen fließende Formen, dichte Pflanzenteppiche und organische Wechselflorflächen. Sie bilden die Natur nach und sind so viel schöner als blank geharkte Erde.

Wer nicht gießen möchte, pflanzt z.B. die Kiefer ‘Carstens Wintergold’ (Pinus mugo), rote Dachwurz ‘Tesoro’ (Sempervivum) und die frostharte Mittagsblume ‘Album’ (Delosperma  congestum, vorne auf dem Foto) als Flächendecker auf sonnige Gräber.

» Sogar im Winter grün - Stauden für die kalte Jahreszeit

Tipps für ein Grab in schattiger Lage

Als Bausteine für die Gestaltung werden Stauden und winterharte Sukkulenten je nach Lage auf dem Friedhof ausgewählt: Oft befinden sich die Grabstellen unter alten Linden und Buchen, brauchen also Schattenstauden, um pflegeleicht und dauerhaft zu ergrünen:

Elfenblume ‘Frohnleiten’ (Epimedium x perralchicum), Dickmännchen ‘Green Carpet’ (Pachysandra), Kleines Immergrün ‘Anna’ in Blau oder ‘Elisa’ in Weiß (Vinca minor), Golderdbeere (Waldsteinia), Seggen und horstbildende Farne spielen hier eine wichtige Rolle.

Mit natürlichem Charme belebt dieser Schmuck (Foto rechts) halbschattige Grabstellen: Sedum, Strauchveronika, Blau-Schwingel, Günsel und die graue Stacheldraht-Pflanze (Calocephalus) finden Sie jetzt beim Gärtner. Den dichtgrünen Rasen bildet das Fiederpolster ‘Minima’ (Leptinella), das in Trockenzeiten Wasser braucht.

Stauden auch für dunkle Gartenbereiche

Noch wenig verbreitet – aber genauso robust – sind dagegen Blaublatt-Funkie ‘Blue Cadet’ (Hosta tardiana), Zwerg-Fiederpolster ‘Minima’ (Leptinella dioica), ZwergSchlangenbart ‘Minor’ (Ophiopogon) oder kleine Purpurglöckchen-Sorten (Heuchera) als attraktive Bodendecke.

Die Auswahl bietet sich übrigens auch für düstere Problemstellen zuhause an: im Vorgarten unter Straßenbäumen, hinterm Schuppen oder an der Koniferenhecke zum Nachbarn. Weil diese Stauden, die in der Natur häufig am Waldrand beheimatet sind, humose Böden lieben, mischt man zur Pflanzung reichlich Kompost unter.

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Weniger gießen - so kann der Boden länger Wasser speichern

Die klassische Wechselbepflanzung ist hier (Foto links) lebhaft interpretiert: Heide, Günsel, Fuchsrote Segge (Carex buchananii) und die buntblättrige Houttuynie ‘Chamäleon’ mit gelben Chrysanthemen in einer Fläche aus Zwergmispel ‘Frieders Evergreen’.

Auf der Grabstelle sollte man den meist sandigen Boden zusätzlich mit mehr Wasserhaltekraft ausrüsten – die Anzahl der Gießintervalle lässt sich so um mehr als die Hälfte reduzieren!

Wasserspeicherndes Granulat wird dafür in die obersten zehn Zentimeter Boden eingeharkt und intensiv begossen. Es nimmt dabei ein Vielfaches seines Eigengewichtes an Wasser auf, gibt es bei Trockenheit wieder an den Boden ab. Gartenbauprofis verwenden das Granulat gern auch zur Neuanlage von Rasenflächen auf leichten Sandböden.

Nach der Pflanzung kann der Boden mit einer Mulchschicht aus feinem Rindenhumus oder Kakaoschalen abgedeckt werden. Das hält die Samenunkräuter im Zaum und vermindert wirksam die Bodenverdunstung, bis sich die grüne Staudendecke ausreichend geschlossen hat.

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Tipps zur Staudenauswahl für sonnige Bereiche

Liegt die Grabstelle dagegen in der Sonne, wählt man lieber die Hitze- und Trockenkünstler unter den Stauden aus. Besonders die große Pflanzengattung Sedum zeigt sich von ihrer besten Seite: Teppich-Sedum (Sedum sichotense), Dickrosettiges Fettblatt (Sedum pachyclados) und Blaugraues Fettblatt ‘ Sachalin’ (Sedum cyaneum) wachsen zu flachen und dichten Flächen.

Als Partner mit kontrastreicher Blattstruktur bieten sich Mittagsblume ‘Album’ (Delosperma congestum), Polster-Dost ‘Compactum’ (Origanum vulgare) und seine gelblaubige Schwester ‘Thumbles’ an, um bunte Matten zu weben.

Heide oder Gräser wie Blau-Schwingel ‘Elijah Blue’ (Festuca cinerea) und Fuchsrote Segge (Carex buchananii) steuern flächige beziehungsweise punktuelle Akzente bei.

Kleine Gräber in der Sonne (Foto rechts) strukturiert man mit Sukkulenten in geschwungener Form: Mittagsblume ‘Album’ (Delosperma congestum) geht nach oben in Hauswurz ‘Rosa Mädchen’ und die dunkelrote ‘Nachtmelodie’ (Sempervivum) über. Darunter leuchtet der rosafarbene Zier-Oregano ‘Bellissimo’.

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Bodenverbesserung vermeidet ungewollte Bodenvernässung

Ist der Boden der sonnigen Grabstelle eher schwer und lehmig, sollten die obersten zehn Zentimeter getauscht werden. Dazu verwendet man am besten ein Gemisch aus 1/3 anstehender Erde, 1/3 Sand und 1/3 Splitt.

So kommen die Stauden besser durch die kalte Jahreszeit. Die Pflanzen sind zwar frosthart, mögen aber keine winterliche Bodennässe.

» Grüne Deckmäntelchen



Auch für sonnige Standorte im Hausgarten

Als Mulchschicht eignen sich hier Muscheln, Splitt, Flusskiesel oder Lavabruch. Die genannten Sonnenstauden sind auch für trockene Problemzonen im Hausgarten gute Helfer: Unter den Dachüberstand kommt kaum Regen, dafür aber reichlich Sonne.

Auch an der Garagenwand, der Eingangstreppe oder kurz vorm Bürgersteig ist es für viele Pflanzen zu unwirtlich. Unsere Trockenkünstler hingegen bilden hier dauerhaft schöne Bestände.


Extra-Tipps zur Grabgestaltung

Einmal Farbe, bitte!

Gerade auf schattigen Grabstellen dominiert oft das satte Grün von Efeu oder Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Willkommen sind da leuchtende Blickpunkte, die aus der Pflanzendecke strahlen: Purpurglöckchen wie ‘Electric Lime’ fallen auf. Gelbe Heuchera sind aber eher kurzlebig, eignen sich als Wechselflor.
Beständigere Sorten hat der Arbeitskreis Staudensichtung im Jahr 2016 gekürt: ‘Amethyst Mist’ (purpurviolett), ‘Beaujolais’ (rotbraun), ‘Caramell’ (cremefarben), ‘Earth Angel’ (silbrig-rosa, vergrünend) und ‘Marmalade’ (gelbgrün). Alle sind gute Bodendecker, man rechnet 8–12 Pflanzen je m², setzt sie stets etwas tiefer ein.

Eine schmucke Decke (Foto rechts) aus Schlangenbart ‘Minor’ (Ophiopogon japonicus) und schwarzrotem Günsel ‘Black Scallop’ bildet auf schattigen Gräbern die Basis für Rotschleierfarn (Dryopteris erythrosora). Purpurglöckchen, Heide und Mini-Alpenveilchen dienen als Wechselflor.

Tannenzweige als Grababdeckung

Die Abdeckung mit Tanne hat eine lange Tradition und erfolgt je nach Konfession am Monatsanfang zu Allerheiligen oder am Totensonntag Ende November. Gut wirken darin Inseln aus „Garden-Girls“-Knospenheide mit Rand aus Silbereiche (Senecio).

Wo im Sommer der Wechselflor geblüht hat, legt man jetzt Koniferengrün, Gestecke oder verblichene Baumwurzeln aus. Hat man wenig Zeit und Material, lässt sich das Grab auch mit größeren Zweigen abdecken. Da sie leicht gebogen wachsen, werden sie verkehrt herum gelegt, um eine ansprechende, ebene Fläche zu erzielen.

» Gehölzunterpflanzung - unterm Baum wächst doch was


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