Kiebitzei und Kaiserkrone

Schachbrettblume Fritillaria meleagris

Die Schachbrettblume (F. meleagris) liebt feuchte Böden und macht sich am Teichrand sehr schön. Wegen ihres Blütenmusters wird sie auch Kiebitzei genannt.

Dünnhäutige Gesellen sind die Zwiebeln der Fritillarien im wahrsten Sinne des Wortes. Sie trocknen schnell aus, bekommen leicht Druckstellen, fallen mitunter der Fäulnis zum Opfer. Wer im Baumarkt bunt bedruckte Zwiebeltütchen der Schachbrettblume erstand, wird daher in der Regel enttäuscht werden. Besser, Sie bestellen im Herbst frisch geerntete Zwiebelchen bei Versandgärtnereien. Oder Sie kaufen die auch als Kiebitzei bezeichneten Pflanzen jetzt blühend im Topf und pflanzen sie aus. An einem feuchten, humosen Standort, am Teichrand etwa, versamen sie sich oft willig. Zwar dauert es bis zu vier Jahre, bis sich aus den Sämlingen blühwillige Pflanzen entwickelt haben. Aber die Geduld lohnt sich: In freier Natur sind größere Ansammlungen der Schachblümchen kaum noch zu finden. Da die Feuchtwiesen, ihr ursprünglicher Lebensbereich, zum größten Teil der Landwirtschaft geopfert wurden, bleibt ihnen oft nur der Garten als Zuflucht.

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Kaiserkronen. Bild: GartenFlora ShopIm Gegensatz zu den Schachblumen und all den anderen niedrigen Fritillarien bilden die majestätischen, meterhohen Kaiserkronen ziemlich dicke Zwiebelbollen. Sie lassen sich etwas besser lagern, schwächeln aber auch, sobald ihnen der Standort nicht zusagt. Als ursprüngliche Steppenbewohner vertragen sie Staunässe, auch wenn sie nur vorübergehend auftritt, überhaupt nicht. Daher bettet man sie zur Pflanzzeit im August/September am besten auf eine Schicht Kies und Sand im Pflanzloch. So ist der Untergrund gut drainiert – liefert allerdings kaum Nährstoffe. Da die Kaiserkrone eine ausgesprochene Starkzehrerin ist, muss ihr Appetit auf anderem Wege gestillt werden: Mistpackungen im Winter oder eine Mütze reifen Komposts zur Zeit des Austriebs sind unerlässlich. Zusätzlich sollte sie während der Vegetationszeit mit Flüssigdünger (z. B.Brennnesseljauche) gepuscht werden. Übrigens: Bei aller Imposanz vermögen Kaiserkronen keine Wühlmaus zu vertreiben. Wegen des raubtierartigen Geruchs fallen ihre Zwiebeln den Nagern zwar nicht zum Opfer. Einen ganzen Garten wühlmausfrei halten können sie deswegen aber noch lange nicht.

» Blatt und Blüte: Frühlingsraritäten

Kleinoder für Kenner

Fritillaria acmopetala - FotoliaSchachbrettblume und Kaiserkrone sind nur die Aushängeschilder einer großen Fritillarien-Sippe. All die anderen Arten sind allerdings so selten im Handel, dass ihnen noch nicht einmal deutsche Namen zuteil wurden. Trotzdem: Wer mit Kaiserkronen gute Erfolge feiert, kann sich auch an den kleinen, meist nur 30 cm hohen Kostbarkeiten versuchen. Denn ebenso wie ihre Kaiserin schätzen sie einen durchlässigen, gerne steinreichen Boden, der zugleich humos und nährstoffreich ist. Die violett-gelbe Fritillaria michailovskyi, die kastanienbraune, gelb gerandete Fritillaria uva-vulpis und die grün-violette Fritillaria acmopetala gelten als vergleichsweise robust. Sie alle stammen aus den Steppen der Türkei und Vorderasiens und können sich in einem sonnigen Steingarten so wohlfühlen, dass sie zuverlässig jedes Jahr wiederkommen. Die herrlich pflaumenfarbene, leicht duftende Persische Kaiserkrone (F. persica) möchte im Frühjahr mit etwas Reisig vor Spätfrösten geschützt werden. Mit knapp 100 cm Wuchshöhe hat sie eine ähnlich majestätische, struktur-gebende Wirkung wie die Kaiserkrone: Gerade über einem Teppich niedrigerer, heller Tulpen oder Traubenhyazinthen ist sie der Hingucker im Frühlingsgarten. Doch aufgepasst: Alle Fritillarien ziehen über den Sommer vollständig ein. Pflanzen Sie ihnen also auch Stauden wie Katzenminze oder Storchschnabel zur Seite, die ein „Sommerloch“ überdecken können.
Kerstin Ackermann

Bei Blühfaulheit hilft umpflanzen

Kaiserkronen vermehren sich über Tochterzwiebeln. Sitzen diese irgendwann dicht gedrängt, leidet die Blühfreude der Mutterpflanze. Daher sollten Zwiebelhorste alle vier bis fünf Jahre aufgenommen, ihre Zwiebeln vereinzelt und im Abstand von etwa 40 cm neu verpflanzt werden. Gesetzt wird 25 bis 30 cm tief. Die oben offenen Zwiebeln sind anfällig für Fäulnis, den Boden daher gegebenenfalls mit Kies und Sand drainieren. Beste Umpflanzzeit ist im August und September.

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