Für ungeduldige Gärtner: Bambus

Sind sie ein ungeduldiger Gärtner? Dann werden Sie den Bambus mögen. Das Süßgras ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen überhaupt. Innerhalb eines Tages kann er bis zu 100 Zentimeter zulegen, natürlich nur unter Idealbedingungen. In unseren Breiten schaffen dickhalmige Bambus-Arten immerhin bis zu 40 Zentimeter.

Bambusvielfalt

Fargesia murieliae ‘Simba’
Foto: iVerde/Maayke de Ridder

Auch sonst trumpfen die Bambusgewächse (Bambusoideae), eine Unterfamilie der Süßgräser (Poaceae), mächtig auf. Weltweit gibt es über 100 Bambus-Gattungen und circa 1200 Arten.

In den Tropen können Sie 40 Meter hohe Riesenbambus-Exemplare (Dendrocalamus giganteus) bestaunen. Ihre Halme werden bis 35 Zentimeter dick! Die Halme mancher Arten sind so stabil, dass man sie sogar im Gerüstbau verwendet. 

Die vielgestaltige Gruppe zählt viele winterharte Arten, Sorten und Formen.

Viele Bambus-Arten stammen aus Asien, einige aus Nord- und Südamerika und eine Handvoll aus Australien und Afrika.

Bambus-Gattungen und Arten

In unseren Gärten gedeihen meist Vertreter des Flachrohrbambus (Phyllostachys) und des Schirmbambus (Fargesia). Letzterer kommt überwiegend aus den schneereichen Bergregionen Westchinas, in denen lange Zeit strenger Frost herrscht. Unsere Winter überstehen die Fargesien somit recht gut. 

Der ausläuferbildende Pfeilbambus (Pseudosasa japonica) ist ebenfalls recht häufig in Gärten anzutreffen. Die Art wächst aufrecht, wird etwa 3 bis 4 Meter hoch und hängt elegant über. Ihre recht dünnen Halme stehen in dichten Bündeln und sind im unteren Drittel blätterfrei, was den exotischen Gesamteindruck verstärkt.

Seltener werden die Arten und Sorten der Gattungen Sasa (Zwergbambus) und Pleioblastus gepflanzt.

Ob als Hecke, Bodendecker, Topfpflanze oder Baumersatz: Dieser enorme Arten- und Formenreichtum macht den Bambus so vielseitig einsetzbar.

Die Ausläufer in Schach halten

Das muss man wissen: Phyllostachys bildet kräftige Ausläufer, die Sie unbedingt mit einer Rhizomsperre in Zaum halten müssen. 

Wem das zu aufwändig ist, der pflanzt Fargesien. Denn diese Gattung bildet nur kurze Rhizome – ihr Wuchs bleibt horstig.

Übrigens: Bei den Fargesien, die heute angeboten werden, handelt es sich um neu selektierte Sorten, die erst in 60 bis 100 Jahren blühen dürften. 

Die Pflege von Bambus

Phyllostachys aurea
Foto: iVerde/Maayke de Ridder

Grundsätzlich sind die Süßgräser sehr widerstandsfähig und benötigen relativ wenig Pflege. Zu Beginn der Vegetationsperiode, Anfang März, entfernen Sie alte, dünne und abgestorbene Halme. Damit schaffen Sie Platz für den Neuaustrieb. Bodendecker-Bambus und Bambushecken schneidet man nun ebenfalls. 

Bambus will reichlich mit stickstoffbetontem Dünger versorgt werden. Das kann eine gute Portion Hornspäne im Frühjahr und im August sein.

Wie alle Immergrünen benötigt ein Bambus auch in der kalten Jahreszeit Wasser. An frostfreien Tagen geht es also mit der Gießkanne raus in den Garten. Gibt es ein besseres Mittel gegen Wintermüdigkeit? 

Extra-Wissen: Bambus

An den unterirdischen Trieben des Bambus, den Rhizomen, sitzen Knospen. Aus ihnen entwickeln sich entweder neue Rhizome oder Sprosse. 

Kommt der Spross ans Tageslicht, dann ist er an der Basis bereits so stark, wie er auch als ausgewachsener Bambushalm sein wird. Im Spross ist der spätere Halm schon komplett angelegt. 

Übrigens sind die Sprosse der meisten Bambus-Arten essbar. Besonders zart bleiben die Sprosse, wenn sie geerntet werden, bevor sie aus der Erde kommen. In China und Japan baut man Bambussprosse in großem Umfang an. Die wichtigste Art ist Phyllostachys edulis.