Schamblume Foto: AdobeStock_joloei

Schamblume – Blütenkaskaden im Zimmer

Die Schamblume (Aeschynanthus-Arten), auch Sinnblume genannt, fällt durch ihre üppigen Triebe und ihre roten Blüten ins Auge. Der botanische Name Aeschynanthus stammt vom griechischen Wort „aischyne“ ab, was so viel wie Scham oder Schande bedeutet und so zum deutschen Namen Schamblume geführt hat. Wegen der auffälligen Blütenform und -farbe wird die Pflanze im Volksmund aber auch als „Lippenstiftpflanze“ bezeichnet.

Wuchs und Aussehen

Schamblume Foto: AdobeStock_motorolka
Bei dieser Schamblume haben sich viele Blütenbüschel an den Triebenden gebildet Foto: AdobeStock_motorolka

Die Schamblume gehört zur Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Ursprünglich stammt sie aus den feuchten Regenwäldern Asiens und kommt zwischen Himalaya und Indonesien vor. In der Natur wächst sie als Epiphyt (Aufsitzerpflanze) und bildet bis zu drei Meter lange Ranken.

Bei uns überzeugt die Schamblume als imposante Ampelpflanze. In einem Gefäß fallen ihre langen sparrigen Triebe elegant auf allen Seiten herunter. Je nach Art und Sorte wächst sie auch etwas buschiger und ihre Triebe werden 20 bis 60 Zentimeter lang.

Blüten und Blätter der Schamblume

Die Blüten der Schamblume sind lang und röhrenförmig. Die Blütenbüschel bilden sich am Triebende, jeweils zwei Blüten sitzen in den Blattachseln. Je nach Art und Sorte zeigen sie Farben von Scharlachrot bis fast Schwarz oder Orange. Die Schamblume blüht im Sommer, von Juni bis Oktober. Manchmal finden sich auch schon im Frühjahr blühende Exemplare im Handel. Früchte werden in Zimmerkultur meist keine ausgebildet.

Die ledrig fleischigen, spitzovalen Blätter in sattem Grün können Wasser speichern. Sie stehen paarweise, dicht an dicht an den Trieben, was der Pflanze ein üppiges Aussehen verleiht.

Schamblume Foto: AdobeStock_mehmed
Die strahlenden Blüten erinnern an kleine aufgedrehte Lippenstifte Foto: AdobeStock_mehmed

Standortbedingungen der Schamblume

Die Schamblume benötigt einen ganzjährig hellen Standort ohne direkte Sonne. Sie mag es gleichmäßig warm, am besten über 20 Grad Celsius, sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im Winter stellt man sie vier Wochen lang kühler, um 15 Grad Celsius, und hält sie fast trocken. Das fördert die Knospenbildung. Ungünstige Bedingungen wie Temperaturschwankungen, zu viel oder zu wenig Wasser können dazu führen, dass die Pflanzen ihre Knospen abwerfen.

Im Sommer können Sie die Schamblume auch in einen locker belaubten Baum hängen. Der Aufenthalt draußen im lichten Halbschatten sowie mit feuchter Schwüle tun der Hängepflanze gut.

Pflege der Schamblume

Die sukkulenten Blätter können Wasser speichern. Diese Eigenschaft deutet schon darauf hin, dass die Schamblume nur mäßig gegossen werden muss. Halten Sie den Wurzelballen der Schamblume nur leicht feucht, gießen Sie aber regelmäßig und vermeiden Sie Staunässe. Verwenden Sie zudem zimmerwarmes Wasser.

Da die Hängepflanze ein feuchtes Klima bevorzugt, sollte sie häufig besprüht werden. Am besten verwenden Sie dafür abgestandenes Wasser.

Von März bis Ende August sollte alle zwei Wochen niedrig dosiert gedüngt werden. Umgetopft wird bei Bedarf im Februar/März oder nach der Blüte. Verwenden Sie ein durchlässiges Substrat, zum Beispiel Kakteenerde. Hin und wieder können Sie alte Zweige aus der Pflanze herausschneiden, damit sich nachwachsende Triebe prachtvoll entfalten können.

Verwendung

Die Schamblume ist eine tolle Hängepflanze für warme Zimmer, gerne welche mit warmfeuchtem Klima wie in Küche oder Bad. Am besten kommt sie in einer freischwebenden Ampel zur Geltung, die an der Decke befestigt wird. Dann kann sie ihre opulenten Blatt- und Blütentriebe nach allen Seiten hin ausbreiten. Oder Sie pflanzen die Schamblume in einen regulären Übertopf und platzieren sie an einer exponierten oder erhöhten Stelle wie einen Hocker, eine Säule oder ein Regal. Auch sehr hohe schlanke Gefäße passen gut als „Wohnort“ für die Sinnblume.

Schamblume Foto: AdobeStock_Ellinnur
Eine Sinnblume in einer Ampel Foto: AdobeStock_Ellinnur

Im Gartenfachhandel sind verschiedene Arten erhältlich, die sich unter anderem in den Blütenfarben unterscheiden. Am häufigsten findet man Aeschynanthus radicans mit dunkelroten Blüten. Weitere Arten sind: A. pulcher (grüngelb), A. speciosus (orange), A. hildebrandii (rot), A. tricolor (braunrot) sowie diverse Hybriden und A. marmoratus, die mit gemusterten Blättern überzeugen.

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