Verwandtschaftsverhältnisse bei Obstbäumen - ein spannendes Thema, das beim Nachpflanzen von Obstbäumen eine große Rolle spielt. Bild: Jäckel Klingberg

Obstbäume nacheinander pflanzen: Auf die Verwandtschaft achten

Der alte Apfelhochstamm trägt keine Früchte mehr und Sie möchten neue Obstbäume im Garten pflanzen? Aber können Sie an die gleiche Stelle einen neuen Obstbaum pflanzen? Und wenn ja, welche Obstbäume können Sie nacheinander pflanzen? Verwandtschaftsverhältnisse bei Obstbäumen sind ein spannendes und wichtiges Thema.

Obstbäume nacheinander pflanzen – warum der Boden eine große Rolle spielt

Kernobst darf nicht auf Kernobst folgen, Steinobst nicht auf Steinobst.

Unter alten Obstgehölzen reichern sich im Laufe der Jahre im Boden schädliche Mikroorganismen und Wurzelausscheidungen an. Dies bezeichnen Experten als müden Boden. Auch bei Rosengewächsen tritt Bodenmüdigkeit auf. Deswegen empfiehlt es sich nicht, nacheinander die gleichen Obstbäume an dieselbe Stelle zu pflanzen.

Johannisbeeren als entfernte Verwandte nachpflanzen
Johannisbeeren als entfernte Verwandte nachpflanzen

Der alte Baumveteran widersteht dem müden Boden problemlos. Ein junger Baum der gleichen Art oder Obstbäume aus der Verwandtschaft wachsen schwer an derselben Stelle an. Die Jungbäumchen verkümmern über Jahre, bis sie am Ende eingehen.

Fünf Tipps zum Nachpflanzen von Obstbäumen

1 Neuer Boden für den jungen Baum
Tauschen Sie den Boden nach der Rodung eines alten Obstbaums großzügig aus. Entfernen Sie die alten Wurzeln. Bei einer ausreichend großen Pflanzgrube können Sie an derselben Stelle gleichartige Obstgehölze pflanzen. Bei einer kleinen Pflanzgrube empfiehlt sich dies nicht. Wählen Sie dann keine Obstbäume aus der nahen Verwandtschaft.

2 Einen neuen Standort wählen
Es empfiehlt sich, zum Obstbäume pflanzen einen neuen Standort zu wählen. Obstmüde Flächen eignen sich für die nächsten zehn Jahre als Gemüsebeet oder Staudenrabatte. Nach dieser Pause dürfen Sie gleiche Obstgehölze pflanzen. Sie brauchen keine Angst haben, dass sie eingehen.

Walnüsse als unempfindliche Nachfolger in der Bepflanzung
Walnüsse als unempfindliche Nachfolger in der Bepflanzung

3 Entfernte Verwandte der Obstbäume nachpflanzen
Nicht bei allen Rosengewächsen und Obstbäumen besteht eine enge Verwandtschaft. Obstgehölze aus verschiedenen Gruppen innerhalb der Pflanzenfamilie besitzen eine geringere Unverträglichkeit. Sie können diese Obstbäume ohne Probleme pflanzen.

Die neue Pflanzgrube braucht nicht so groß zu sein, wie in Tipp eins. Die Grube richtet sich nach der Größe des Wurzelballens der jungen Obstgehölze. Eine richtige Grube ist doppelt so tief und doppelt so breit wie der Ballen. Als Aushub dient unbelasteter Boden aus dem Gemüsegarten.

4 Im Kübel kultivieren
Zwerg- oder Beerenobst in Gefäßen mit Substrat für Kübelpflanzen haben keine Probleme mit müden Böden. Winterharte Kleingehölze für Friedhöfe pflanzen Sie ohne Bedenken. Auch Heidelbeeren, die im Gartenboden nicht gedeihen, eignen sich für die Kübelkultur. Für alle Obstarten verwenden Sie gute Kübelpflanzenerde. Wenn Sie diese Obstbäume pflanzen, brauchen Sie sich weniger Gedanken zu machen.

5 Unempfindliche Obstbäume pflanzen
Es empfiehlt sich, nach Obstgehölzen aus der Rosenfamilie eine Obstart aus einer anderen botanischen Familie zu wählen. Dazu gehören Walnuss, Weinrebe, Mai- oder Johannisbeere. Weiterhin eignen sich Josta- oder Stachelbeere, Heidelbeere oder Haselnuss. Wenn Sie diese Obstbäume pflanzen, spielt es keine Rolle, welches Obstgehölz vorher an der Stelle gestanden hat.

Tipp:

Johannisbeeren, Stachelbeeren und Weinreben vertragen sich mit jeder Kultur im Garten. Diese Obstgehölze können Sie bedenkenlos pflanzen.

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