Bild: Jäckel Klingberg

Bodenmüdigkeit:Obstbäume nacheinander pflanzen

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Der alte Apfelhochstamm trägt keine Früchte mehr und Sie möchten neue Obstbäume im Garten pflanzen? Aber können Sie an die gleiche Stelle einen neuen Obstbaum pflanzen? Und wenn ja, welche Obstbäume können Sie nacheinander pflanzen? Verwandtschaftsverhältnisse bei Obstbäumen sind ein spannendes und wichtiges Thema.

Obstbäume nacheinander pflanzen – warum der Boden eine große Rolle spielt

Unter alten Obstgehölzen reichern sich im Laufe der Jahre im Boden schädliche Mikroorganismen und Wurzelausscheidungen an. Dies bezeichnen Experten als müden Boden. Generell ist die Bodenmüdigkeit (oder Nachbaukrankheit) besonders bei Rosengewächsen problematisch. Deswegen empfiehlt es sich nicht, nacheinander die gleichen Obstbäume an dieselbe Stelle zu pflanzen. Allgemein sollte vor allem Kernobst nach Kernobst vermieden werden.

Der alte Apfelbaum widersteht dem müden Boden problemlos. Ein junger, nachgepflanzter Baum wächst an derselben Stelle nur schwer an. Seine Triebe und Wurzeln verkümmern – letztlich kann er sogar absterben. Ganz so schlimm kommt es aber nicht immer: Der Baum benötigt manchmal einfach mehr Zeit, bis er sich etabliert ist. Im Hausgarten ist der geringere Ertrag durch die Nachbaukrankheit oft hinnehmbar. Dennoch möchte man sie natürlich vermeiden. Nachstehend einige Tipps, wie Sie drohende Bodenmüdigkeit in den Griff bekommen.

Ein Apfelbaum sollte dort gepflanzt werden, wo vorher kein Kernobst stand. – Foto: Pixabay

Obstbäume nachpflanzen: Fünf Tipps

1 Neuer Boden für den jungen Baum
Tauschen Sie den Boden nach der Rodung eines alten Obstbaums großzügig aus. Entfernen Sie die alten Wurzeln. Bei einer ausreichend großen Pflanzgrube können Sie an derselben Stelle gleichartige Obstgehölze pflanzen. Bei einer kleinen Pflanzgrube empfiehlt sich dies nicht. Wählen Sie dann keine Obstbäume aus der nahen Verwandtschaft.

2 Einen neuen Standort wählen
“Obstmüde” Flächen werden für die nächsten zehn Jahre als Gemüsebeet oder Staudenrabatte genutzt. Nach dieser Pause können getrost wieder gleiche Obstgehölze gepflanzt werden.  Alternativ kann vom alten Standort etwas abgewichen werden: Schon ein Meter Differenz zur alten Pflanzstelle kann sich positiv bemerkbar machen.

3 Verwandte der Obstbäume nachpflanzen
Beim artgleichen Nachbau der Rosaceen können die auftretenden Schäden auch nicht durch über Jahrzehnte währende Anbaupausen behoben werden. Obstgehölze aus verschiedenen Gruppen innerhalb der Pflanzenfamilie besitzen hingegen eine geringere Unverträglichkeit. Also kann Kernobst nach Steinobst bzw. Steinobst nach Kernobst gepflanzt werden.

Die neue Pflanzgrube muss in diesem Fall nicht so groß wie bei Tipp Nr. 1 ausfallen. Sie richtet sich nach der Größe des Wurzelballens der jungen Obstgehölze. Eine richtige Grube ist doppelt so tief und doppelt so breit wie der Ballen. Als Aushub dient unbelasteter Boden aus dem Gemüsegarten.

4 Im Kübel kultivieren
Zwerg- oder Beerenobst in Gefäßen mit Substrat für Kübelpflanzen haben keine Probleme mit müden Böden. Winterharte Kleingehölze für Friedhöfe pflanzen Sie ohne Bedenken. Auch Heidelbeeren, die im Gartenboden nicht gedeihen, eignen sich für die Kübelkultur. Für alle Obstarten verwenden Sie gute Kübelpflanzenerde.

Stachelbeeren sind nicht von Bodenmüdigkeit betroffen. – Foto: Pixabay

5 Unempfindliche Gehölze pflanzen
Es empfiehlt sich, nach Obstgehölzen aus der Rosenfamilie Bäume und Sträucher aus einer anderen botanischen Familie zu wählen. Dazu gehören Walnuss, Weinrebe, Mai- oder Johannisbeere. Weiterhin eignen sich Josta- oder Stachelbeere, Heidelbeere oder Haselnuss.