Salat ernten und säen – rund ums Jahr

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Salat ist nicht gleich Salat – bei einer geschickten Planung kann man jedoch rund ums Jahr grüne Blätter ernten. Es gibt unterschiedliche Salat-Arten. Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata), Eichblattsalat (Lactus sativa var. crispa) und Eisbergsalat (Lactuca sativa var. capitata nidus tenerimma) sind die typischen Salatpflanzen, die zunächst eine Blattrosette bilden. Allen Sorten gemeinsam ist ein weißer Milchsaft, der sich besonders in den Stängeln und Blütenständen findet. Aber auch Feldsalat (Valerianella locusta), Winterendivien (Cichorium endivia) und andere Gemüsepflanzen liefern knackige Blätter, die zum Teil auch im Winter geerntet werden können.

Frühling: Die ersten Blättchen

Das Gartenjahr fängt mit den Sonnentagen im März so richtig an. Dann werden die ersten Pflück- und Kopfsalatjungpflanzen aus dem Gartenmarkt gepflanzt. Schnittsalat, zum Beispiel der rotblättrige ‘Ovired’, wird im Gewächshaus direkt ausgesät.

Nur wenige Wochen später kommen dann die allerersten Blättchen in die Küche. Wer noch zeitiger ernten möchte, greift auf Feldsalat aus dem Vorjahr zurück. Auch die zarten Spinatblättchen, die sich jetzt der Frühlingssonne entgegenstrecken, ergeben fein-aromatische Salate.

Meist ist im März noch Platz für Spinat- und Feldsalat-Aussaaten. Im Mai endet ihre Saison. Zu diesem Zeitpunkt haben längst Gartensalate, Rucola und Asiasalate das Ruder übernommen. Die jeweilige Reifezeit steuern Sie ganz einfach mit Vlies. Abgedeckte reifen schneller, ungeschützte später.

Die jüngsten Blätter von Rote Bete und Mangold setzen sich langsam auch als Salatgrün durch. Unbedingt ausprobieren! Dazu ab April in Sätzen dicht in Reihen säen.

Sämlinge, die beim Verziehen anfallen, wandern direkt in die Küche. Apropos aussäen: Besonders kräftige Wurzeln zum Antreiben von Chicorée entwickeln sich, wenn Sie das Saatgut noch im Mai in den Boden geben.

Fast alle der vielen Salatvarianten können zwischen April und Spätsommer kultiviert werden, am besten in Sätzen. Achten Sie beim Saatgutkauf unbedingt auf die empfohlene Aussaatzeit, so dass sich keine Schosser entwickeln!

Sommer: Die Jahreszeit für Salatliebhaber

Beinahe täglich wachsen in dieser Zeit neue Blättchen heran und bilden fest geschlossene Köpfe und rote oder grüne Pflücksalatschöpfe. Gut, wenn Sie nicht zu viel auf einmal gesät haben, denn wer schafft schon zehn Salatköpfe pro Woche?

Am besten, Sie überlegen einmal wöchentlich, was Sie aussäen könnten und wo bald Lücken entstehen werden. Meist reicht ein kleines Töpfchen mit Aussaatsubstrat oder ein Fleckchen im Beet, um die wenigen Jungpflanzen heranzuziehen, die Sie dafür brauchen. Auch die Wahl der Sorte kann plötzliche Salatschwemmen verhindern.

Eichblattsalat – Foto: Pixabay/Th G

Anstatt Kopfsalat wird einfach Pflücksalat wie ‘Lollo Rosso’ oder Eichblattsalat kultiviert. Den können Sie nach Bedarf blattweise pflücken, die untersten Blätter zuerst. Oder Sie lassen einzelne Schöpfe zu voller Größe heranwachsen und ernten sie im Ganzen. Ganz, wie’s beliebt.

Schnittsalat wie ‘Gelber Runder’ wird mehrfach blattweise geschnitten und bringt deshalb über längere Zeit immer so viel, wie Sie gerade benötigen. Und Eissalat hält sich im Kühlschrank etwa zwei Wochen. In den warmen Monaten bilden auch Mangold, Rote Bete, Rucola oder Asia-Salate laufend würziges Grün.

Jung gepflückte Rote-Bete-Blätter schmecken sogar leicht süß. Nur auf Spinat und Feldsalat verzichten Sie im Sommer besser. Zwar gibt es schossfeste Sorten, aber die Hauptsaison sind Herbst und Frühjahr. Ein guter Ersatz für Spinat ist die Melde, ein zierliches und anspruchsloses Wildkraut mit grünem, gelbem oder rötlichem Laub.

Und jetzt nicht vergessen: Ab Mitte Juni bis Ende Juli möchten die Samenkörner von Chinakohl und Pak Choi in den Boden. Frühere Aussaaten schossen wegen tiefer Temperaturen, spätere bleiben klein.

Herbst und Winter: Die Zeit der Winterharten

Feldsalat – Foto: Pixabay/David Will

Ab Oktober, November sind Aussäen und Pflanzen passé, lediglich Feldsalat oder Spinat, der beim Vereinzeln anfällt, kann noch bis November unter Glas oder auf freien Beeten gesetzt werden.

Ganz anders sieht es beim Ernten aus. Auch bei Wind und Wetter halten sich erntefähiger Zuckerhut, Radicchio, Spinat oder Feldsalat gut im Freien. Selbst Rucola trotzt einigen Frostgraden und Mangold und Rote Bete bieten noch junge Blättchen.

Kopf- und Eissalat leiden jetzt unter feuchtkalter Witterung, können faulen und möchten zügig abgeerntet werden. Sie sind jetzt etwas herber und fester als bei Wachstumswetter, aber nicht minder lecker und knackig. Ein Dach aus Folie oder Vlies verlängert ihre Ernte um etwa vier Wochen.

Damit Sie auch in den dunklen Monaten immer Grünes für die Salatschüssel ernten können, bekommen winterharte Freilandkulturen eine Vliesabdeckung, die den gesamten Winter auf Feldsalat oder Spinat liegen bleibt.

An warmen Herbst- und Wintertagen wachsen sie unter dem Kälteschutz weiter. Zudem kommen Sie bei jeder Witterung an die Blättchen. Schnee wird einfach mitsamt Vlies angehoben. Übrigens übersteht auch Mangold den Winter, sofern die Strünke angehäufelt werden und die Schöpfe eine Haube aus Vlies erhalten.

Die überlebenden Pflanzen, wie Feldsalat und Spinat, liefern bis zur Blüte im späten Frühjahr Salatgrün.

Achim Werner