Die Ringelblume sorgt für einen lockeren Boden und vertreibt zudem lästige Schnecken. (Foto: Pixabay @ congerdesign)

Ertragreich oder nicht: Diese Kleinigkeiten entscheiden über Ihre Ernte

Kein Gartenjahr ist wie das andere: Krankheiten, Schädlinge und die Witterung sind für Gartenfreunde jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. Was im letzten Gartenjahr noch gut funktioniert hat, kann sich im neuen als Trugschluss erweisen.

So kam es im vergangenen Jahr etwa durch die große Hitze bereits im Juni zu Sonnen- und Hitzeschäden. Nach einem kühlen und feuchten Frühling war die Beeinträchtigung durch die hohen Temperaturen besonders hoch. Einige Pflanzen reagierten sogar mit Sonnenbrand auf die große Hitze, wie beispielsweise Beerenobst und Tomaten.

Die milden Temperaturen im Frühling sorgten hingegen für eine frühe Gemüseanzucht. Erst im Herbst kam es dann zu ausreichend Regenfällen – auch in den von Trockenheit besonders betroffenen Gebieten. So erhielten die Bäume dennoch ihre schönste Herbstfärbung, die lange bunt blieb. Leichten Frost gab es nur kurzzeitig in Oktober und November. Die ansonsten milden Temperaturen ließen das Wintergemüse deshalb gut gedeihen.

Gartenbewässerung
Wenn die Regenfälle einfach nicht ausreichen wollen, hilft nur kräftiges Gießen. (Foto: Pixabay @ Couleur)

Starke Pflanzen trotzen Krankheiten und Schädlingen besser

Menschen, die sich gesund ernähren und bewusster leben, stärken mit dieser Lebensweise ihre Abwehrkräfte. Auch für Pflanzen gibt es Möglichkeiten, ihre Abwehrkräfte zu stärken. Wer von Anfang an mit Pflanzenstärkungsmitteln arbeitet, kann zudem den Einsatz von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln reduzieren oder häufig sogar ganz darauf verzichten.

Einfluss auf die Stärke und die Abwehrkräfte von Pflanzen hat bereits die Anordnung dieser im eigenen Garten. Thymian wirkt sehr effektiv gegen Schneckenfraß. Die Raupen mögen den Geruch nicht und bleiben in der Folge einfach von den Salatpflanzen fern, wenn beispielsweise direkt daneben Thymian gepflanzt wird. Wer keine Muße hat, Thymian anzupflanzen, kann das Kraut auch auf eine andere Art und Weise verwenden: Eine Lösung zum Sprühen, die Thymian enthält, hält die Raupen ebenfalls erfolgreich fern.

Wer seine Pflanzen regelmäßig mit Effektiven Mikroorganismen (EM) einsprüht, kann ihnen damit ebenfalls helfen, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge zu werden. Zudem entsteht so ein Milieu, das die natürlichen Feinde der Schädlinge anlockt. Biologische Mittel zur Stärkung der Pflanzen verhelfen den Pflanzen auf ganz natürliche Weise zu einem besseren Abwehrsystem. Das fördert robuste und kräftige Pflanzen.

Wie sieht es 2021 aus?

Die Wetterextreme werden in den letzten Jahren immer mehr und immer stärker. Trockenheit stellt in weiten Teilen der Republik ein großes Problem für Gärtner dar. Um dem entgegenzuwirken, werden Bodenpflegemaßen wie richtiges Gießen und Mulchen immer wichtiger. Es ist außerdem davon auszugehen, dass die klimatischen Veränderungen langfristig dazu führen werden, dass es neue Gartengewächse in den heimischen Gärten geben wird. Im Herbst wird es künftig länger möglich sein, den Garten zu bewirtschaften. Durch die gewöhnlich milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres nimmt auch der Anbau von Herbst- und Wintergemüse zu.

Nährstoffe sind wichtig

Pflanzen brauchen verschiedene Nährstoffe, um gut zu gedeihen. Diese sind jedoch im Boden nicht immer ausreichend vorhanden. Gezieltes Düngen kann hier Abhilfe schaffen. Zu den Hauptnährstoffen gehören Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel und Stickstoff. Neben den lebenswichtigen Nährstoffen brauchen die Pflänzchen auch Bor, Chlor, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän und Zink für ein gesundes Wachstum.

Kompost
Aus organischen Küchen- und Gartenabfällen wird ohne großen Aufwand Humus für den Garten. (Foto: Pixabay @ stux)

Für Pflanzen ist Stickstoff ein ebenso wichtiger Nährstoff. Ohne dieses chemische Element funktioniert in der Natur gar nichts. Stickstoffmangel führt deswegen umgekehrt dazu, dass sich ältere Blätter gelb verfärben. Wenn das passiert, ist es höchste Zeit, etwas zu tun. Hier helfen beispielsweise organische Dünger wie Humus, Hornspäne oder Leguminosenschrot. Es dauert etwas länger, bis diese Substanzen im Boden wieder abgebaut werden. Deshalb kann die Pflanze lange davon zehren. Auch ein Sud aus Ackerschachtelhalm oder Brennnesseln stärkt und düngt die Pflanzen ganz natürlich.

Wer auf die Fruchtfolge ein wenig Acht gibt, kann den Boden auch mithilfe von Pflanzen mit Stickstoff versorgen. Hülsenfrüchte beispielsweise holen sich den Stickstoff aus der Luft und reichern den Boden damit an, sodass er für Pflanzen nutzbar wird. Eine Gründüngung mit Leguminosen reichert demzufolge den Boden sehr gut mit Stickstoff an.

Handelsübliche Mineraldünger – Pro und Contra

Mineraldünger bestehen aus natürlichen Pflanzennährstoffen. Sie sind schon seit längerer Zeit bewährt. Kalk beispielsweise kannten die Gärtner schon in der Römerzeit. Durch die Anwendung von Mineraldünger bleibt der Boden lange fruchtbar und nachhaltig gesund. Die Dünger enthalten auch immer die gleiche Menge an Nährstoffen. Damit ist eine gezielte und verlustarme Düngung möglich, Über- und Unterdüngung lassen sich hingegen vermeiden. Der Ertrag steigt.

Doch der Einsatz mineralischer Dünger hat nicht nur positive Seiten: Anspruchslosere Pflanzen werden bei dieser Methode zurückgedrängt. Wer komplett auf organische Dünger verzichtet, muss daher gelegentlich besondere Maßnahmen treffen, um den Humusgehalt im Boden zu erhalten. Dazu gehört beispielsweise, Stroh oder Kartoffelkraut in den Boden einzuarbeiten oder Zwischenfrüchte zur Gründüngung anzupflanzen.

Gesundes Bodenleben unterstützt die Nährstoffversorgung

Für die Nährstoffversorgung ist ein gesundes Bodenleben wichtig. Es hängt beispielsweise vom pH-Wert ab, ob Pflanzen Nährstoffe gut aufnehmen können oder nicht. Kunstdünger sind hochkonzentriert, die Pflanzen können diese Stoffe schnell und ohne Umwandlungsprozesse aufgreifen. Ihre Herstellung ist allerdings sehr energieaufwendig. Eine falsche Dosierung kann die Pflanzen und die gesamte Umgebung somit schädigen. Organisch und mit Maß zu düngen, ist hier der bessere Weg.

Grundsätzlich sind Düngemittel immer vorsichtig einzusetzen. Ist der Boden überdüngt, ist das weder für die Pflanzen noch für die im Boden lebenden Kleintiere gut. Beispielsweise erhöht zu viel Stickstoff den Nitratgehalt im Boden. Das Nitrat staut sich in den Pflanzen und wird in Nitrit umgewandelt, das gesundheitsschädlich sein kann.

Überdüngung wiederum schadet den Gartenpflanzen. Es macht das Pflanzengewebe weicher, wodurch es anfälliger wird für saugende Insekten und Pilze. Sind Kalzium und Kalium im Übermaß vorhanden, verhindert dies auch die Aufnahme vieler anderer Nährstoffe. Bei einem zu hohen Phosphorgehalt sind Pflanzen zum Beispiel nicht mehr in der Lage, Stickstoff aufzunehmen.