Physalis kultivieren

Andenbeere - Physalis

Physalis werden für den Handel in Südamerika und Afrika angebaut. Doch man kann die geschmackvolle Beere auch hierzulande, im Garten oder auf dem Balkon ernten. Fotos: Lubera

Am Rand des Cocktailglases drapiert, als Topping auf einem Fruchteisbecher oder als Dekoration für Desserts und Kuchen - Physalis sind ein echter Hingucker. Legt man die Blätter des „Lampions" zurück, kann man die gelben Beeren direkt vom Stiel genießen. Ihr exotisches Aroma, das an Kokos, Vanille und Ananas erinnert, kommt nicht von Ungefähr - schließlich stammt die Pflanze ursprünglich aus dem Hochland Perus und Chiles und wird daher auch Andenbeere genannt. Die Früchte, die man im Obstregal findet, stammen meist aus Anbaugebieten in Südamerika und Afrika. Doch man kann die geschmackvolle Beere auch hierzulande, im eigenen Garten ernten. „Wir haben 2015 drei neue Andenbeeren in unser Sortiment aufgenommen: eine mit besonders großen Früchten, eine mit intensivem Aroma und eine kompakte Sorte, die sogar für den Balkon geeignet ist", erklärt Markus Kobelt, Schweizer Obstexperte von Lubera.

Für eine reiche, exotische Ernte

Beliebt ist der Versuch, aus den Samen exotischer Früchte auf der Fensterbank Pflanzen nachzuziehen. Das klappt prinzipiell auch bei Physalis, ist jedoch mehr ein spielerisches Experiment als erfolgreiches Gärtnern. „Am besten man pflanzt vorgezogene Jungpflanzen", empfiehlt Kobelt. „Wir gewinnen diese aus Stecklingsvermehrung. Das hat den Vorteil, dass die Ernte früher und reicher ausfällt, da die Pflanze besser verzweigt und schneller wächst." An einem sonnigen Standort tragen die Physalissträucher ab Mitte Juni die ersten reifen Beeren. „Dass sie voll ausgereift sind, erkennt man daran, dass das Laternchen nicht mehr grün, sondern gelb und leicht bräunlich gefärbt ist." Um die Anzahl der Früchte zusätzlich zu erhöhen, empfiehlt der Schweizer, ab einer Wuchshöhe von 50 Zentimetern „auszugeizen". Ähnlich wie bei Tomatenpflanzen entfernt man hier die in den Achselknospen entstehenden Austriebe. So spart die Pflanze Energie, die sie für die Bildung von Früchten verwenden kann. Schließlich vollbringt die Physalis einen wahren Kraftakt: Innerhalb eines Jahres treibt sie aus, blüht und bildet Früchte.

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Groß, aromatisch und für den Balkon

Andenbeere - Physalis: Foto: LuberaIn nur einer Saison wird der Strauch der Sorte (Big) Little 'Buddha' bis zu zwei Meter hoch. Auch seine Früchte sind im Vergleich zu gängigen Andenbeeren etwa doppelt so groß. Sie schmecken fruchtig mit einem leichten Kokos- und Vanillearoma. Nicht ganz so groß, dafür noch aromatischer ist die Andenbeere 'Peters Beste'. Ihre Früchte sind mittelgroß, leicht orange gefärbt und überzeugen vor allem durch ihre Süße. Die leicht bittere Nuance, die man von importierten Früchten kennt, ist hier nicht einmal im Ansatz zu schmecken. Der buschige Wuchs macht diese Andenbeere zu einer idealen Gartenpflanze. Wer jedoch nur einen kleinen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon hat, kann Physalis auch im Topf kultivieren. Bestens eignet sich hierfür die kompakt wachsende Andenbeere 'Biscuit'. „Auf einer Höhe von 30 bis 50 Zentimetern biegen sich die Haupt- und Seitentriebe nach außen. Damit ist der Strauch ausgewachsen und beginnt, viele, kleine Früchte zu tragen", so Kobelt. „Wir nennen 'Biscuit' daher auch den Bonsai unter den Physalis."

Verwendung und Pflegetipps

Ob große oder kleine Früchte - nicht nur für Kinder ist es ein Genuss, sich eine Andenbeere frisch vom Strauch gepflückt schmecken zu lassen. Außerdem ist sie mit ihrem hohen Gehalt an den Vitaminen A, B und C ein gesunder Snack. Dank ihrer natürlichen Schutzhülle, dem filigranen Lampion, ist sie zudem kaum anfällig für Schädlinge. Die Kirschessigfliege zum Beispiel hat bei ihr keine Chance, an die verführerischen Früchte heranzukommen. „Wer beim ersten Versuch Gefallen am Gärtnern mit Andenbeeren gefunden hat, dem empfehle ich, den Strauch im Oktober oder November stark zurückzuschneiden, sodass nur die Haupttriebe zurück bleiben. An einem frostfreien Ort überwintert, wird der Strauch im nächsten Jahr sogar noch mehr Früchte tragen." Diese und andere nützliche Tipps von Markus Kobelt rund ums Gärtnern sind auf www.gartenvideo.com zu finden. Informationen zu Andenbeeren und weitere außergewöhnliche Balkon- und Gartenpflanzen sind auf www.lubera.com zu finden.


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