Ein herbstlicher Besuch im Garten Warnat

Ja, ich freue mich auf den Herbst! Es ist ein Bekenntnis zu dem besonderen Licht und den warmen Farbtönen. Maria Warnat liebt es, den Wechsel der Jahreszeiten in ihrem Garten zu beobachten.

Herbstliche Begleiter im Garten Warnat

Während der Phlox mit seinen letzten Blüten noch an den Sommer erinnert, übernehmen üppige Herbstastern und Rudbeckien sowie reife, rotbackige Äpfel das Regiment. Auch die herbstlich übertünchten, gelb und braun gefärbten Staudenblätter mag Maria Warnat. „Das Vergängliche gehört für mich zum Herbst dazu. Darum schneide ich die Stauden auch erst im Februar zurück.“

Doch ein typischer Herbstvertreter fehlte bislang im Garten: Gräser. Nach und nach ziehen sie nun in die Rabatten ein, die sich durch den Garten ziehen, wie das Japangras (Hakonechloa).

Umgestaltung im Garten Warnat: Neue Gräser

Dafür werden die Beete nicht komplett umgestaltet, sondern langsam Stück für Stück der neuen Gestaltungsidee angenähert. Auch für manch besondere Sorte macht Maria Warnat in ihren Beeten gern eine Ecke frei, wie für den weißbunten Phlox ‘Nora Leigh’ oder den dunkelroten, fast schwarzblättrigen Wasserdost ‘Hot Chocolate’.

Jeder Platz in dem etwa 1800 Quadratmeter großen Garten ist gut genutzt. Selbst die Obstbäume sind mit Stauden unterpflanzt. Was auffällt: In den Staudenbeeten gibt es keine Lücken, kein Fitzelchen Erde schaut durch.

Wie machen Sie das, Frau Warnat? „Im Frühjahr rutsche ich auf Knien durch meine Rabatten und lockere vorsichtig den Boden, um die vielen Frühjahrsblüher nicht zu stören.“ Das ist zwar aufwändig, aber notwendig, damit der schwere Boden nicht zu stark verdichtet. Dann haben die Stauden beste Wachstumsbedingungen, und die Flächen sind schnell zugewachsen.

Bei dem Pensum bleibt kaum Zeit, die Stauden gleich noch zu teilen. Erst im Laufe des Jahres werden dann überbordende Stauden eingedämmt, auch solche, die sich durch Aussaat zu stark verbreiten. Diese Fülle kam zustande, weil die Staudenliebhaberin früher vieles selbst ausgesät hat.

Doch heute fehlt ihr dafür der Platz im Garten und auch im Gewächshaus. Denn das besetzt ihr Mann Manfred ab Februar mit Tomatensämlingen.

Fruchtgemüse

Ja, Tomaten. Denn obwohl die Stauden im Warnat-Garten überwiegen, gibt es auch Platz für einen kleinen, formalen Gemüsegarten im Bauerngartenstil. In buchs- umsäumten Beeten wachsen jetzt immer noch Salat, Radieschen, Lauch, Bohnen und Grünkohl.

Der Neuseeländer Spinat sät sich schon seit Jahren immer wieder selbst aus. Und dann sind da noch die Apfelbäume. Der ‘Finkenwerder Prinzenapfel’ zum Beispiel, auf den Maria Warnat besonders stolz ist. Diese regionale Wintersorte erreicht ihre Genussreife erst bei der Lagerung.

„Kein Apfel zum Naschen“, gesteht die Gärtnerin ein. Mittlerweile ist seine Krone so groß geworden, dass sie zu viel Schatten auf die darunter wachsenden Sonnenhüte und Herbstastern wirft. Und auch manche Staude fühlt sich von den tief hängenden, mit Äpfeln beladenen Äste etwas belästigt.

Darum dürfen Sonnenhut und Co. bald an einen sonnigeren Standort umsiedeln und machen dafür den schattenverträglicheren Stauden Platz.

Dekorationsvielfalt im Garten Warnat

Windlichter, Kränze, auch Zinkkannen und andere kleine Accessoires entdecken wir hier und da zwischen den Pflanzen. In Drahtkörben und Schalen machen die Äpfel dekorativ Zwischenstation. „Es gibt so viele schöne Dinge für den Garten!“

Die findet Maria Warnat auf Flohmärkten und auf Gartenmärkten. Und da sie nicht alle im eigenen Garten unterbringen kann, werden sie von ihr in einem kleinen Laden angeboten. Hier ist auch die eine oder andere überzählige Staude zu haben.

Das kleine Geschäft wird vor allem von den vielen Gästen besucht, die zur „Offenen Pforte“ durch den Garten pilgern. Diese Veranstaltung hat Maria Warnat für die Region Braunschweig mit ins Leben gerufen.

Aber auch außerhalb dieser Öffnungszeiten ist der Gast im Garten gern gesehen. Eine Führung durch die verschiedenen Gartenräume mit den Geschichten drum herum endet meist im ehemaligen Stallgebäude, das von ihr und ihrem Mann liebevoll restauriert worden ist. Wenn es kühl ist im Herbst, gibt es hier wärmenden Kaffee und Tee für die Besucher.

Natalie Faßmann