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Gartenhaus gestalten:Ein Rückzugsort im Grünen

Kennen Sie das? Man sehnt sich nach Ruhe – aber außer in der mit Gerätschaften gefüllten Laube findet sich nirgendwo ein Rückzugsort? Dann kommt vielleicht ein Gedanke, der bald Wirklichkeit werden könnte: Das Gartenhäuschen könnte man doch leer räumen und richtig toll herrichten! Oder eine ganz neue Idee von einem kleinen Bauwerk nimmt langsam Gestalt an.

Ein Gartenhaus gestalten: Platz schaffen für Neues

Gartenhaus-Vision Pixabay_Noupload

Ein Gartenhaus neu zu gestalten, kann richtig erleichternd sein. Bestimmt lassen sich Spaten und Karre, Hacke und Kultivator an anderer Stelle unterbringen. Vielleicht nimmt man das auch gleich zum Anlass, sich von alten oder kaputten Werkzeugen zu trennen, die ja doch nicht mehr benutzt oder repariert werden. Endlich hat man mehr Platz!

Die recht kleinen und weit oben platzierten Fenster könnten bei der Umgestaltung auch gleich ausgetauscht werden… Verflixt! Vielleicht doch besser alles ganz neu bauen? Ein Häuschen komplett nach den eigenen Vorstellungen – das wär doch was!

Die folgenden Anregungen könnten ganz geheime Wünsche in Ihnen wecken – und Sie haben womöglich bald ein neues Gartenprojekt.

Für Sammler und Bastler: Eine Hütte im Vintage-Look

So ein gemütlich eingerichtetes Refugium muss gar nicht riesig sein. Weiß gehaltene Wände und Decken verhelfen der kleinsten Hütte zu einer freundlichen und offenen Atmosphäre und lassen sie innen deutlich größer erscheinen als sie tatsächlich ist.

Die Möbel und Accessoires für die Einrichtung warten bestimmt schon auf dem Flohmarkt. Vielleicht können Sie sogar die Original-Lackierung retten. Ein wenig anschleifen und dann mit mattem Klarlack konservieren! Abgestoßene Kanten dürfen gerne bleiben oder werden für den „Shabby Chic“ vor der Konservierung extra abgeschliffen.

Noch mehr gute, alte Zeit gefällig? Dann schauen Sie sich doch mal bei einem Händler für antike Bauelemente um. Dort finden sich zum Beispiel altehrwürdige Sprossenfenster und vernarbte Bodendielen mit Geschichte. Kein Vergleich zu den neuen, aber etwas langweiligen Fichtenbrettern aus dem Baumarkt! Ein Außenanstrich zum Schluss macht dann wirklich Laune – dabei können die Farben zur Abwechslung mal richtig knallig ausfallen.

Farbenfrohes Gartenhaus
Eine Hütte mit einer leuchtenden Außenfarbe wirkt sehr einladend.
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Für Kreative und Fleißige: Ein Atelier oder Home-Office

Das Home-Office quasi mitten im Grünen einzurichten – das hat schon was. Auch das Hobby macht hier viel mehr Spaß als im Keller bei Kunstlicht. Bodentiefe Fenster sind dann fast schon ein Muss, wenn Sie Ihr Gartenhaus für diesen Zweck gestalten. Auch wegen des optisch nahezu nahtlosen Übergangs in den Garten.

Leitungen für Strom und fließendes Wasser für den Kaffee sollten schon vor dem Aufbau verlegt sein. An vorgefertigten Modulen müssen sie häufig nur noch angeschlossen werden. Steckdosen, Schalter, Lampenanschlüsse etc. sind in der Regel bereits vorhanden.

Gartenhaus gestalten Foto: AdobeStock_Iriana_Shiyan
Große Fenster wirken inspirierend und liefern einen unverstellten Blick auf das umgebende Grün.
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Für Mobile: Ein Zirkus-, Bau- oder Schäferwagen

Natürlich muss man sein Gartenhaus nicht unbedingt völlig neu gestalten. Wie wäre es denn mit einem ausrangierten Zirkuswagen oder einem Bauwagen?

Die jahrzehntealten Anhänger sind oft liebevoll gepflegt und hübsch eingerichtet. Sie können, weil heizbar und wärmeisoliert, ganzjährig genutzt werden und sind mitunter durch ausfahrbare Erker erweiterbar. Oder sie lassen sich an der Seite zur überdachten Terrasse hin öffnen. Häufig sind mehrere Räume abgeteilt, bis hin zum Badezimmer.

Ein Schäferwagen wäre die handlichere und preiswertere Variante. Dieser ist oft nach alten Vorbildern gebaut und innen ganz individuell nach Kundenwunsch ausgestattet. Er lässt sich mit ein wenig Kraft täglich neu platzieren, bis der optimale Stellplatz gefunden wurde.

Bauwagen
Dieser Bauwagen bietet reichlich Platz für Freizeitaktivitäten.
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Für Minimalisten: Ein Container

Zugegeben: Diese sehr technisch anmutenden „Behälter“ sind zunächst etwas gewöhnungsbedürftig und besonders von außen nicht so richtig wohnlich. Doch diese Idee lässt sich leicht weiter entwickeln!

Auch aus einem stählernen Überseecontainer lässt sich ein kuscheliges Gartenhaus gestalten. Man kann ihn mit Fenstern versehen, gegen Wärmeverlust isolieren und dann hübsch einrichten. Wem die Stahloptik zu kalt erscheint, der verkleidet die Wände mit Holz oder wählt eine ansprechende Farbe.

Das ist Ihnen zu aufwändig? Umgebaute Überseecontainer gibt es auch fertig zu kaufen (Infos zum Beispiel bei tiny-houses.de).

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Überseecontainer können für Wohnzwecke umgestaltet werden und sind längst kein Geheimtipp mehr.
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Für Gesellige: Ein Teehäuschen

Oft sind die gemütlich, oder auch eher zweckmäßig, eingerichteten Lauben vor allem für die eigene Auszeit angelegt – das Gartenhaus kann aber natürlich (bei Bedarf) auch Gäste aufnehmen.

Ein klassischer Holzpavillon mit häufig quadratischem, manchmal sechs- oder achteckigem Grundriss und Rundumblick in den umgebenden Garten lässt sich wunderbar in eine Teestube verwandeln. Die großen Fensterflächen halten die Kälte windiger Herbsttage fern und fangen an sonnigen Tagen genügend Wärme zum gemütlichen Sitzen ein.

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In diesem Holzpavillon lassen sich bis in den Herbst hinein gemütliche Tage mit Tee und Gebäck verbringen.
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Tipps für das Häuschen im Grünen

● Keine Lust zum Selberbauen? Dann lassen Sie Ihr neues Häuschen einfach montieren. Der jeweilige Anbieter vermittelt passende Handwerker aus der Region. Module von Fertighausfirmen oder umgebaute Überseecontainer können sogar komplett montiert mit dem Kran in den Garten gehoben werden. Sie benötigen dafür in jedem Fall stabile, frostfrei gegründete Fundamente.
● Einfache, ungeheizte Holzhäuschen lassen sich während der Übergangszeit länger nutzen, wenn der Boden wärmeisoliert ist. Das lässt sich mit speziellen Isolierbodenplatten auch leicht nachträglich realisieren.
● Sehr komfortabel eingerichtete Gartenhäuschen, zum Beispiel mit Heizung, Schlafzimmer, Bad und Küche, eignen sich auch zum „dauerhaften Wohnen“. Das ist in Kleingärten verboten und könnte auf privatem Grund genehmigungspflichtig sein. Einfach beim Vorstand oder Bauamt nachfragen.

Achim Werner

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