Die Rückkehr der Nelken

Chinesische Nelke

Am richtigen Standort sind die zauberhaften kleinen Nelken langlebige Pflanzen mit außergewöhnlichem Charme. Manche eignen sich auch gut für Balkonkästen, Kübel, Töpfe und Trockenmauern.

Die Nelke ist wieder da! Wer hätte das gedacht. Nur zu gut erinnern wir uns an all die Geburtstage, an denen die als spießig verschrienen Blumen verschenkt wurden. Auch im Garten begegnete man den zauberhaften kleinen Nelken häufig mit Skepsis. Vielleicht wegen ihres Rufs, recht kurzlebig zu sein, obwohl doch die meisten Garten-Arten und -Sorten ausreichend winterhart sind.

Auf den Standort kommt es an

Dabei ist es wie immer eine Frage des richtigen Standorts. Nelken mögen unsere nasskalten Winter gar nicht. Denn schließlich kommen besonders viele Arten der Gattung Dianthus aus den mediterranen Gebirgen und bevorzugen daher offene, sonnige Standorte und durchlässige, mineralische Böden. Staunässe, Schatten und zu viele Nährstoffe machen ihnen schnell den Garaus oder führen zum Vergreisen.

Auf einem sonnigen Beet mit durchlässigem Boden kann man sich aber gut an diesen Nelken ausprobieren, wie an der Pfingst-Nelke (D. gratianopolitanus). Bereits im Mai bringt sie ihre rosafarbenen bis hellroten Blüten hervor, die einen intensiven Gewürznelkenduft verströmen. Mit 10 bis 20 cm bleibt sie recht niedrig und bildet sehr robuste, dichte, graugrüne Polster, die auch über den Winter schön aussehen.

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Auch für Gefäße und Trockenmauern

Außerdem ist hier die aus den Kalkgebirgen des östlichen Mitteleuropa stammende Feder-Nelke zu nennen. Sie wird 20 bis 30 cm hoch, bildet ebenfalls dichte, wintergrüne Polster und schmückt sich von Juni bis Juli mit aromatisch duftenden Blüten. Die Züchter erkannten natürlich das Potenzial der Pfingst- und Feder-Nelken und brachten unzählige Sorten und Kreuzungen hervor. Mit polsterbildenden Nelken lassen sich übrigens auch Schalen, Kübel, Balkonkästen sowie Trockenmauern bepflanzen.

Geraten die Nelken mit der Zeit aus der Form, empfiehlt sich ein Rückschnitt nach der Blüte. Oder Sie reißen die Horste vorsichtig in handliche Stücke, ebenfalls am besten nach der Blüte, und setzen sie wieder ein. In naturnahen Pflanzungen machen sich Nelken gut, die lockerere Polster bilden, beispielsweise Dianthus carthusianorum, die Kartäuser-Nelke. Die mehrjährige Art wird etwa 50 cm hoch, wächst horstig und hat schmale, grasartige Blätter. Ihre karminroten Blüten stehen meist zu dritt bis sechst knäuelartig zusammen. Sie liebt es sonnig und bevorzugt sandigen, kalkhaltigen Boden.

Wer es natürlich und wild mag, pflanzt die recht locker und rasenartig wachsende Heide-Nelke (D. deltoides). Sie hat ähnliche Ansprüche wie die Kartäuser-Nelke, braucht allerdings eher kalkarmen Boden. Sagt der kurzlebigen Art ihr Standort zu, versamt sie sich willig. Die Heide-Nelken werden kaum höher als 20 cm und eignen sich damit bestens für Pflanzgefäße.

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Nelken als Schnittblumen

In unserem Nelkenreigen dürfen natürlich die Land-Nelke (D. caryophyllus) und die Bart-Nelke (D. barbatus) nicht fehlen. Dianthus caryophyllus, vermutlich eine Naturhybride, hat eine bewegte Geschichte mitgemacht. Im 18. Jahrhundert waren Züchter und Sammler so von dieser Nelke fasziniert, dass ihre Leidenschaft in einer Dianthomanie gipfelte. Da sich die meisten Züchtungen aber als nicht gartentauglich erwiesen, war es mit der Nelkeneuphorie wieder schnell vorbei. In unseren Gärten haben D. caryophyllus-Arten und -Sorten heute kaum eine Bedeutung, werden aber im großen Umfang als Schnittblumen kultiviert.

Eine typische Bauerngartenpflanze ist die Bart-Nelke (D. barbatus). Von Ende Mai bis August erfreut sie uns mit ihren stark duftenden Blüten, die in dichten Büscheln zusammenstehen. Im Garten möchte sie einen sonnigen Platz mit durchlässigem, frischem Boden. Fühlt sie sich dort wohl, sät sie sich selbst aus und ist oft sogar mehrjährig. Mit Bart-Nelken lassen sich zudem hübsche Sommerblumensträuße binden – zauberhaft altmodisch und überhaupt nicht spießig.

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Extra-Wissen:

Kleine Namenskunde

In der Renaissance fanden die Garten-Nelken ihren Weg nach Deutschland. Wegen ihres gewürznelkenähnlichen Duftes bekamen sie den Namen „Näglein-Blumen“. Denn als Näglein bezeichnete man die seit dem Mittelalter bekannten getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenstrauchs (Syzygium), die kleinen Näglein gleichen. Der Name Näglein-Blume verkürzte sich später zu Neglein und Nelke.



GartenFlora-Tipp: Schwebende Nelken


1 Los geht’s:


Nelken, Moos, ein Stück Birkenstamm, Steckschaum, Plastikfolie, 2 Schrauben mit Flügelmuttern, Seil und Werkzeug liegen bereit. Den Birkenstamm auf die gewünschte Länge zusägen. In beide Enden Löcher für die Schrauben bohren. Nun Stamm der Länge nach in der Mitte durchsägen.



2 Stamm herrichten:

Schneiden Sie den Steckschaum so zurecht, dass er zwischen die beiden Stammteile passt. Damit das Arrangement beim Gießen nicht ausläuft, wird an der Unterseite des Steckschaums ein Plastikstreifen. befestigt. Den Steckschaum mit Moos verkleiden, das Ganze zwischen den zwei Stammteilen platzieren und dann mit den Schrauben festklemmen.


3 Nelken arrangieren:

Schneiden Sie nun die Nelken auf die gewünschte Länge und stecken Sie die Stiele in den Steckschaum. Zwei Seilstücke zurechtschneiden und den Stamm aufhängen. Wird die Birken-Moos-Unterlage gut feucht gehalten, kann sie später wieder neu bestückt werden. 


Monica Lietzau
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