Teich reinigen: 10 Fragen und Antworten

Teichreinigungsanlage

So reinigen Sie Teichwasser optimal: (1) Teichbelüfter, (2) Teichskimmer, (3) Teichpumpe, (4) Teichfilter, (5) Eingang Schmutzwasser, (6) Ausgang klares Wasser, (7) Schmutzauslass. Grafik: HEISSNER.

1) Warum sollte man überhaupt seinen Teich reinigen? Was ist mit dem biologischen Gleichgewicht?
Gutes Stichwort: Die Reinigung wird nur dann notwendig, wenn das Gleichgewicht gestört ist. Vorausgesetzt, dass der Teich fachgerecht gebaut wurde, gibt es viele Ursachen für abnehmende Wasserqualität: zu viel Schlamm durch eingeschwemmten Dünger, Humus oder Laub, Sauerstoffmangel infolge fehlender oder weniger Pflanzen, die falschen oder zu viele Fische, die übermäßig gefüttert werden.

2) Worauf sollte man bei der Bepflanzung und dem Fischbesatz achten?
Die Uferzone sollte zu wenigstens 30 % mit Sumpfgewächsen bepflanzt sein. Noch wichtiger sind die Unterwasserpflanzen, z. B. Wasserstern, Hornkraut oder Laichkraut. Sofern ihre Wurzeln nicht im Erdreich verankert sind, beziehen sie die Nährstoffe direkt aus dem Wasser, reichern es dafür mit Sauerstoff an. Gut für die Wasserqualität! Bei Fischen auf gründelnde Karpfenverwandte verzichten, also auf Koi, Goldfisch, Goldorfe. Besser sind Moderlieschen, Ellritzen oder Bitterlinge. Faustregel für den Besatz: nicht mehr als 20 cm Fischlänge pro Kubikmeter Wasser! Also wenige größere oder mehrere kleine Fische. Dafür das Teichvolumen errechnen: Breite (m) x Länge (m) x Tiefe (m) : 2. Alles multipliziert mit 1000 ergibt das Volumen in Litern.

3) Welche technischen Helfer gibt es zum Teichreinigen?
Ein Skimmer befreit die Wasseroberfläche von Laub, Pollen und Schmutz. Mit moderner Filtertechnik wird das Wasser über ein Mehrkammersystem gereinigt. Ein Teichbelüfter bringt Sauerstoff ein und sorgt so für die Zersetzung organischen Materials. Pumpen wälzen das Wasser um, oft kombiniert mit einem Bachlauf oder Wasserspiel.

4) Mehrkammersystem heißt ...?
...dass heutige Filter drei Reinigungsstufen besitzen: mechanisch, biologisch und chemisch, kurz M-B-C-Filter. Wasser durchläuft zunächst Filter für den gröbsten Schmutz, dann Schwämme mit Schlamm zersetzenden Bakterien. Zum Schluss binden Chemikalien Stickstoff- und z. T. auch Phosphorverbindungen – die Hauptverursacher starken Algenwachstums! Wichtig: Pumpen- und Filterleistung müssen auf Teichgröße und Fischbesatz abgestimmt sein. Beratung gibt’s u. a. im Fachhandel.

5) Was macht ein UVC-Klärer?
In den Filter integriert, bestrahlt er das Wasser. So verklumpen Schwebalgen, die dann besser abzufiltern sind. Zudem dezimiert er Bakterien, aber auch alle anderen Mikroorganismen. Deshalb nicht ganztägig laufen lassen! Alternative: UVC-Klärer, die nur Teile des Wassers direkt bestrahlen.

6) Was muss ich denn bei Schlammsaugern beachten?
Einem Staubsauger ähnlich, können Sie damit Schlamm vom Teichgrund aufnehmen. Der vorgefilterte Schlamm sammelt sich im Auffangbehälter. Er wird entweder automatisch oder manuell entleert. Das vorgereinigte Wasser kommt wieder in den Teich oder auf Beete. Systeme, die Schlamm an der Pumpentechnik vorbeiführen, schonen die Teichorganismen. Denn: Nie den Schlamm komplett entfernen. Einen Teil zum Regenerieren im Teich belassen!

7) Was kann ich noch tun, um Algen in den Griff zu bekommen?
Wörtlich genommen, können Sie Algenpakete mit einem Kescher, einem Algenstab mit Bürste oder einem Greifer aufnehmen. Vorbeugend sorgen Sie fürs richtige Milieu: Verringern Sie die Wasserhärte, also den Carbonatgehalt des Wassers, das mögen Algen nicht. Dafür gibt es Präparate. Zuvor machen Sie aber einen Wassercheck, um pH-Wert und Wasserhärte zu ermitteln.

8) Wie und warum führe ich einen Wassercheck durch?
Wachstums- und Abbauvorgänge sollen sich im Gartenteich die Waage halten. Stimmt die Teichchemie, ist das Wasser klar. Bei Anzeichen für Veränderungen prüfen Sie u. a. den Gehalt an Hauptnährstoffen, die Wasserhärte oder den Schadstoffgehalt. Das können Sie selbst mit einem Testset (z. B. per Stäbchen- oder Tröpfchentest) und Abgleich des Soll- und Ist-Zustands verschiedener Wasserwerte machen. Sie können Proben aber auch im Gartencenter analysieren lassen. Neben der Auswertung bekommen Sie hier kundige Beratung.

9) Wie sind chemische Hilfsmittel zu beurteilen?
Ohne Wasseruntersuchung sollte man keinerlei Substanzen wahllos ins Wasser kippen. Zeigt der Test, dass eine Änderung des Carbonatgehaltes, eine Nährstoffzugabe o. ä. sinnvoll ist, setzt man Präparate in angegebener Dosierung ein. Generell wirken Teichhilfsmittel eher unterstützend, nicht ausschließlich! So helfen Algenvernichter nur bei leichter Wassertrübung. Auch die eingangs erwähnten Ursachen prüfen!

10) Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Teichreinigen?
Ein häufiger Fehler: Nach dem Winter ruft der Frühjahrsputz. Dann rückt man gerne auch dem Teich zuleibe. Natürlich können Sie ind Wasser hängende Halme oder Fruchtstände entfernen, damit sie nicht auf den Teichgrund sinken. Auch die Wassertechnik geht wieder in Betrieb. Bis das Teichleben so richtig in Gang kommt, können vorübergehend verstärkt Algen auftreten. Die sollten Sie ebenfalls abfischen. Tabu sind aber größere Sanierungsaktionen wie Schlammsaugen oder Teichwasser auswechseln: Jetzt ist Schonzeit! Besser: Im Spätsommer bzw. Frühherbst durchführen, wenn Teichtiere teilweise abwandern. Den Zeitpunkt abpassen, bevor sich die Dauergäste wieder im Schlamm eingraben.

Die Fragen beantwortete Peter Hagen. Der Gärtnermeister ist langjähriger Schulungsmitarbeiter beim Teichspezialisten HEISSNER. In Sachen Teichreinigung ist er deshalb immer auf dem aktuellsten Stand.

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