Ein Kiesbeet anlegen

Knirsch, schon wieder hat der Spaten jede Menge Steine und Schotter zutage gefördert. Nun wohin damit? Etwa alles auflesen oder gar aussieben? Außerdem dörrt die Sonne den Boden hier so stark aus, dass ohne ständiges Wässern wohl sowieso nichts richtig wächst – zumindest nicht die erträumte Prachtstaudenrabatte.

» Bildergalerie: Stauden fürs Kiesbeet

Doch es gibt Pflanzen, die genau diese Verhältnisse lieben: den mageren, steinigen Boden, der ihnen einen weitgehend konkurrenzfreien Standort sichert. Den durchlässigen Untergrund, der Regenwasser rasch ablaufen lässt. Und die flirrende Hitze, die mittags an solchen Stellen steht, zum Beispiel an der Südseite des Hauses oder der aufgeschütteten Terrassenböschung. Statt diese Flächen erst aufwändig für anspruchsvolle Arten herzurichten, gibt es einen einfacheren, und auf Dauer mehr Erfolg versprechenden Weg: Setzen Sie auf Stauden, die mit einem Minimum an Wasser und Nährstoffen zurechtkommen. Keine Sorge, dabei handelt es sich durchaus nicht um dürre Hungerhaken.

Das Goldgelb der eleganten Hohen Bart-Iris ‘Ola Kala’ etwa strahlt weit in den Garten hinein. Die straff aufrechte Schöne mit den graugrünen Laubschwertern mag es, in der Sonne regelrecht zu "backen". Vorausgesetzt, sie wird so flach gepflanzt, dass ihr Rhizomrücken noch aus der Erde lugt. Ähnlich opulent kommt der Küsten-Meerkohl daher. Schon die gewellten, blaugrauen Blätter sind eine Zier, gefolgt von imposanten weißen Blütendolden mit Honigduft. Beheimatet an den Nord- und Ostseeküsten, senkt der Meerkohl seine fleischigen Wurzeln gern tief in Sand und Geröll. Als Pendant stellt man ihm z.B. den Blaustrahlhafer ‘Saphirsprudel’ zur Seite. Seinen stahlblauen Blattigeln entspringen graziös überhängende Blütenrispen, die bei jeder Brise sanfte Bewegung ins Beet bringen.

Ein schöner Partner ist außerdem die Steppen-Wolfsmilch mit ihren dichten, grünlich-gelb blühenden Büschen, die bis weit in den Herbst wirksam bleiben. Sie braucht jedoch etwas Zeit, um sich nach dem Pflanzen zu etablieren. Fehlen nur noch ein paar zierliche Begleiter, die den halbkugeligen Gestalten von Meerkohl, Blaustrahlhafer und Steppen-Wolfsmilch einen duftigen Teppich zu Füßen legen und Farbakzente setzen. Die Kleine Feder-Nelke ‘Sweetness’ ist eine variable Sämlingssorte mit überraschend breiter Palette fast weißer bis dunkelkarminrosa Blüten, die allesamt ein intensives, blumig-würziges Nelkenparfum verströmen.

Zwischen ihren grasartigen Blattpolstern breitet sich allmählich der Graue Storchschnabel ‘Guiseppii’ aus und trägt von Juni bis August sein leuchtendes Purpurrosa zur Schau. Mit 30 bis 40 cm etwas höher wird die kompakte Katzenminze ‘Superba’ in gefälligem Lilablau. Diese hoch bewertete Sorte blüht lange, bis in den September hinein, und besonders reich, wenn man sie nach jedem Blütenschub um die Hälfte zurückschneidet. Erhebt sich dann noch die elfenhaft zarte Ästige Graslilie über das Beet, kann dem natürlichen Charme des Kiesgartens wohl kaum jemand widerstehen.

» Pflanzplan: Eine sommerliche Rabatte

Befördert der Spaten also mal wieder allerlei Schotter zutage, lassen Sie den Boden getrost wie er ist. Er bietet beste Voraussetzungen für eine ausdrucksvolle Bepflanzung! Im Kiesbeet zählt aber nicht nur der mineralische Untergrund. Auch „obenherum“ sind reichlich Steinchen gefragt – als Mulchschicht. Sie schützt den Boden vor dem Austrocknen, verhindert das Keimen von Unkräutern, speichert die Sonnenwärme und bewahrt den empfindlichen Wurzelhals der trockenheitsliebenden Stauden vor zu viel Nässe. Und: Die steinige Bodendecke verleiht dem Beet einen sehr eigenwilligen Charakter, mal fast maritim mit feinem Flusskies, mal mediterran mit ockergelbem Kalksteinsplitt. Wir haben uns für unser Musterbeet für markante anthrazitfarbene Schiefer entschieden, vor der sich die Blüten besonders leuchtend hervorheben. Streuen Sie außerdem einige größere Felsbrocken oder Findlinge ein. Sie sorgen zusätzlich für Abwechslung.
Saskia Richter

Praxis-Tipp

Volle Sonne ist ein Muss! Ist der Untergrund wenig durchlässig, die Fläche spatentief lockern und reichlich Sand, Kies oder Schotter einarbeiten. Schweren Boden besser gleich 40 Zentimeter tief auskoffern und mit feinkörnigem Kies/ Splitt/Schotter verfüllen, gemischt mit zehn bis 20 Prozent humosem Oberboden oder reifem Kompost. Die Pflanzen locker, wie zufällig, über die Fläche verteilen. Als Mulchschicht rund fünf cm hoch Kies oder Splitt aufbringen. Durchdringend angießen, damit alles sicher einwächst. Weiter ist wenig zu tun, außer einem Durchputzen bzw. Rückschnitt im Frühjahr. Kiesgartenpflanzen brauchen kein zusätzliches Wasser und nur in Ausnahmen Dünger (z. B. Bart-Iris).
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