Mohn – macht süchtig

Türkischer Mohn (Papaver orientale)

Seidenzarte Blüten in Tiefrot, Reinweiß, Purpur, Goldgelb und sogar Blau – die Farbvielfalt und Leuchtkraft des Mohns sind einzigartig. Wer kann diesem wundervollen Geschöpf widerstehen?

Mohn - leuchtender Start in einen Sommertag

Die Luft ist frisch, und die Sonne lacht. Mit dem Fahrrad geht es an Obstwiesen und Feldern vorbei. Und da leuchtet er wieder, der rote Klatsch-Mohn – schöner kann ein Sommertag kaum beginnen.

Wer ein paar Stunden später hier vorbeikommt, wird nur noch vereinzelte Blütentupfer sehen, denn der Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) hat die Angewohnheit, in den frühen Morgenstunden zu blühen. Dann sind auch die Bienen unterwegs und sammeln fleißig Pollen. Gegen zehn Uhr haben sie ihre Arbeit meist erledigt, und der Mohn blüht langsam ab.

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Farbenvielfalt ab Mai

Wegen seiner Kurzlebigkeit wird Klatsch-Mohn im Garten kaum verwendet. Die Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) bietet eine Vielzahl wunderschöner Alternativen.

Vor allem der sortenreiche Türkische Mohn (Papaver orientale) schmückt ab Ende Mai die Beete (siehe auch vorletztes Foto unten). Es gibt Varianten in Schneeweiß mit dunklem Schlundfleck, in Lachsrosa oder Feuerrot, mit einfachen, gefransten, gewellten oder gefüllten Blüten.

Damit sich die Prachtstauden richtig entfalten können, sollten sie in der vollen Sonne auf eher trockenem Boden stehen. Leider erfreuen uns die Schönheiten nur etwa vier Wochen mit ihrem Anblick. Stellen Sie ihnen deshalb Beetpartner zur Seite, die entstehende Lücken schnell füllen, beispielsweise Katzenminze oder Mädchenauge.

Mohn mit langer Blütezeit

Ein längeres Blütenvergnügen bietet der Island-Mohn (Papaver nudicaule). Von Mai bis September strahlen seine gerüschten Blütenkelche in unzähligen Farben. Dass er kurzlebig ist, weil nicht ganz winterhart, stört nicht, denn Island-Mohn sät sich gern selbst aus.

Auch er mag die volle Sonne und fühlt sich auf durchlässigen, kalkhaltigen und sandigen Böden wohl. Im sonnigen Steingarten und auch am Beetrand ist er bestens aufgehoben.

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Mohn - ganz schön vielfältig

Obwohl der Anbau von Schlaf-Mohn (Papaver somniferum) in Deutschland nahezu verboten ist, sieht man ihn in so manchem Garten. Nur für zwei morphinarme, nicht sehr attraktive Sorten gibt es eine Genehmigung. Die Versuchung das Gesetz zu umgehen, ist groß, denn Schlaf-Mohn ist zudem fast ebenso langstielig und großblütig wie ihr staudiger Verwandter, der Türkische Mohn. Zudem bieten die Saatgutshops viele schöne Sorten an. Besonders beliebt sind päonienblütige Schlaf-Mohn-Varianten.

Eine hübsche Alternative ist der einjährige Marienkäfer-Mohn (Papaver commutatum), insbesondere die Sorte ‘Ladybird’. Mit seinen tiefroten Schalenblüten und den pechschwarzen Basalflecken zieht er alle Blicke auf sich.

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Zarte Blüten in Blau oder Gelb

Auch der Kalifornische Mohn (Eschscholzia californica) eignet sich für die Gartenkultur. Er blüht von Mai bis Oktober im schönsten Goldgelb und liebt die Sonne sowie durchlässige, trockene, sandige Böden. Gut für den Steingarten.

Weitaus anspruchsvoller ist der Scheinmohn. Im Handel wird meist der Tibet-Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) angeboten. Er möchte kühl und luftfeucht, auf durchlässigem, sauren, kalkfreien Boden stehen.

Zu kompliziert? Säen Sie doch eine Wiesenblumenmischung mit Klatsch-Mohn vor Ihrem Schlafzimmerfenster aus. Statt sich aufs Fahrrad zu schwingen, genießen Sie die wundervollen Mohnblüten vom Bett aus.

Monica Lietzau

Extra-Wissen: Federmohn

Zur großen Familie der Mohngewächse gehört auch der Federmohn (Macleaya - Foto unten). Er entspricht so gar nicht unserer Vorstellung eines typischen Mohns und sieht ganz anders aus als zum Beispiel der Türkische Mohn (Foto rechts: Papaver orientale 'Karine').

Auffallend sind die großen tiefgebuchteten Blätter des Federmohns. In Zurückhaltung üben sich dagegen die kleinen weißen bis ockerfarbigen Blüten, die in luftiger Höhe schweben.

Der robuste und pflegeleichte Federmohn kann locker zwei Meter hoch und ebenso breit werden. Er macht sich in Einzelstellung gut, als Hintergrundpflanze im Staudenbeet oder als Sichtschutz und eignet sich für nahezu jeden Standort.

Doch Vorsicht: Die mächtige Staude ist äußerst ausbreitungsfreudig. Verwenden Sie Wurzelsperren oder große Pflanzkübel, um das Wuchern zu unterbinden.

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