GartenFlora zeigt Ihnen wie Sie Ihren Wein im Garten am besten schneiden.

Wie das Wein schneiden am besten gelingt

Wein schneiden erscheint Ihnen zu kompliziert? Ist er nicht. Folgen Sie unserer Anleitung. Geschnitten wird ab dem Blattfall oder am Ende des Winters.

Die 1-2-3-Regel beim Wein schneiden

Wein trägt am einjährigen Holz, wenn es aus zweijährigem Holz entspringt, das aus drei- oder mehrjährigem Holz wächst. Von den einjährigen Trieben bleibt nach dem Schnitt ein kleiner Teil als Fruchtholz erhalten. Der Rest kommt weg. Wie das geht, lesen Sie bei den einzelnen Schnittanleitungen.

Tipp: Einjährige Triebe, die direkt aus älterem Holz entspringen, tragen im folgenden Jahr nicht. Sie bilden die Basis für neue Haupttriebe, die Kordone.

Weinstöcke abhängig von Ihrer Erziehungsform stutzte

Wein als senkrechter Kordon–Zapfrebenschnitt

Beim Wein schneiden ist dies eine der einfachsten Erziehungsformen. Er besteht aus einem vertikalen Haupttrieb. Als Rankhilfe reicht ein einzelner Pfahl.

  1. Beschneiden Sie Ihren Rebstock in den ersten zwei Standjahren nicht zu streng.
  2. Kürzen Sie die Seitentriebe ein, damit sich der senkrecht gezogene Haupttrieb, der Kordon, zunächst kräftig entwickeln kann. Der schmale Wuchs erlaubt einen Pflanzabstand von einem Meter.
  3. Lassen Sie nach unserer 1-2-3-Regel alle 20 bis 40 Zentimeter einen einjährigen Fruchtrieb stehen und kürzen ihn auf zwei bis drei Knospen ein.

Der kurze Zapfen gibt der Erziehungsmethode seinen Namen: Zapfrebenschnitt. Aus diesen Knospen treiben ab Ende April Blütentriebe aus. Hier entwickeln sich die Trauben. Nach einem Jahr werden die Zapfen zweijährig und die Blütentriebe einjährig sein. Der Kreislauf der Weinreben schneiden beginnt von Neuem.

Mehr Trauben durch Bogrebenschnitt

Weinrebe volle Traube
Weinrebe mit voller Traube ©Karin Wachsmuth

An den Fruchtruten bleiben nicht zwei, wie beim Zapfrebenschnitt, sondern acht bis zehn Knospen. Damit Ihr Spalier nicht zuwuchert, bleibt alle 80 Zentimeter eine Bogrebe stehen. Auch beim Bogrebenschnitt lassen sich einfache senkrechte Kordone erziehen. Wer mehrere Sorten nebeneinander kultiviert, pflanzt im Abstand von mindestens 1,5 Meter. Zum bogenförmigen Anbinden der Fruchtruten wie abgebildet brauchen Sie ein Spalier mit Querdrähten oder -latten. Einige ältere Sorten, zum Beispiel ‘Dornfelder’, ‘Phoenix’, ‘Regent’, tragen so mehr Trauben.

Einfache Rebspaliere für Hauswände

Wenn Sie mit einer Rebe ein ganzes Spalier begrünen möchten, ziehen Sie die Rebenkordone waagerecht.

Die Schnittregeln sind die gleichen wie beim senkrechten Kordon. Ziehen Sie zunächst mittig einen senkrechten Trieb, und wählen Sie nach und nach Seitentriebe aus, die auf Höhe der Querlatten austreiben. Heften Sie diese waagerecht an den Latten oder Spanndrähten an. Auch bei diesen waagerecht gezogenen Fruchtästen haben Sie die Wahl zwischen Zapfrebenschnitt (links) und Bogrebenschnitt (rechts).

Wichtig: Heften Sie die jungen Rebentriebe regelmäßig an. Einmal verholzt, lassen sie sich schwer biegen und brechen leicht. Tipp: Im Laufe der Jahre entstehen durch den wiederholten Rückschnitt auf Zapfen oder Bogreben stark verzweigte knorrige Astquirle. Diese Knäuel alle fünf bis sechs Jahre zugunsten junger Triebe entfernen und nach unserer 1-2-3-Regel von Neuem mit dem Fruchtholzschnitt beginnen.

Mit diesen einfachen Regeln beim Wein schneiden wünschen wir Ihnen eine hervorragende Traubenernte.