Gemüsesamen ernten

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Am Ende des Sommers heißt es nicht nur ernten, sondern auch Samen vom Lieblingsgemüse gewinnen. Natürlich kann man im nächsten Jahr einfach zur Samentüte greifen – die eigene Saatgutgewinnung macht aber nicht nur Spaß, sondern steigert auch die Vorfreude auf die Früchte der kommenden Saison.

Was beim Samensammeln zu beachten ist, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Kürbis

Kürbisse sind Fremdbefruchter. Verschiedene Sorten verkreuzen sich leicht, so dass die Kürbisse aus selbst gesammelten Samen anders aussehen können. Um eine Sorte zu erhalten, braucht man einen Mindestabstand von mindestens 250 Metern zwischen den Sorten oder eine gezielte, von Hand durchgeführte Bestäubung. Bei voll ausgereiften Früchten lässt sich die Schale nicht mehr einritzen und der Fruchtstiel ist verholzt.

Lagern Sie die Kürbisse noch ein bis zwei Monate, bevor Sie die Samen entnehmen. Diese Nachreifephase erhöht die Keimfähigkeit der Samen. Die Samen werden unter fließendem Wasser von anhaftendem Fruchtfleisch befreit. Diese sogenannte Nassreinigung führt man auch bei Auberginen und Andenbeeren durch.

Mais

Mais ist erntereif, wenn die Hüllblätter trocken und die Samen hart sind. Schneiden Sie die Kolben mitsamt Kolbenstängel und Hüllblättern und hängen Sie die Maiskolben an einem trockenen, luftigen Platz.

Zwiebeln

Zwiebeln blühen erst im zweiten Jahr. Einige Zwiebeln von kräftigen Pflanzen werden über den Winter frostfrei gelagert und im kommenden Frühjahr in ein extra Beet gesteckt. Manchmal überstehen Zwiebeln den Winter auch im Freien.

Nehmen Sie keine Samen von Zwiebeln, die schon im ersten Jahr blühen. Die Sämlinge würden ebenso zum vorzeitigen Blühen neigen. Ernten Sie die Körner, wenn sich die ersten Hüllblätter braun verfärben.

Dann wird auch der schwarze Samen sichtbar. Beugen Sie die Samenstände über ein Gefäß und lassen Sie das reife Saatgut hineinrieseln. Oder Sie ernten ganze Blütenstände und lassen sie in einer großen Papiertüte nachtrocknen.

Im zweiten Jahr blühen auch Möhren, Kopfkohl, Wirsing, Kohlrabi, Rosenkohl, Grünkohl und Mangold.

Gartenbohnen

Gartenbohnen sind Selbstbefruchter, sie verkreuzen sich also kaum und können fast sortenrein geerntet werden. Untypische Bohnensamen werden aussortiert. Ernten Sie die Bohnenhülsen, wenn sie sich deutlich verfärbt haben, völlig trocken und brüchig sind. Die Hülsen werden noch zwei bis drei Wochen nachgetrocknet und erst dann herausgelöst. Das erhöht die Keimfähigkeit.

Die Bohnensamen sollten sich nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen lassen. Sind sie noch zu weich, weiter nachtrocknen lassen. Ähnlich werden Erbsen und Feuerbohnen geerntet.

Pflücksalat

Lassen Sie nur die Salate stehen, die erst sehr spät begonnen haben, einen Blütenstand zu schieben. Sonst blühen auch die Nachkommen früher, mit unter, ohne viel Blätter zu bilden. Salat-Samen reifen nicht gleichmäßig ab. Reiben Sie zur Probe eine Samenkapsel zwischen den Fingern.

Zerfällt sie, ist der Samen reif und kann geerntet werden. Ernten Sie vor allem die am Hauptblütentrieb reifenden Samenkapseln, denn hier ist das Saatgut am besten. Salat bildet viele taube Samen. Sie schwimmen in Wasser oben.

Salat ist ein Selbstbefruchter. So können auch die Samen von Kopfsalat, Endivien und anderen Korbblütlern geerntet werden.

Rucola

Die Samenschoten von Einjähriger Rauke (Eruca sativa) und Wildrauke (Diplotaxis tenuifolia) brechen leicht und entlassen die vielen, kleinen Samen. Darum braun gefärbte Schoten rechtzeitig ernten und nachtrocknen.

Tomaten

Historische Sorten und Wildtomaten sind samenfest – ihre Samen können also gewonnen werden. Tomaten sind Selbstbefruchter – ein Verkreuzen kommt nur selten vor.

Vollreife, gesunde Früchte vom ersten Fruchtstand sind für die Saatgutgewinnung ideal. Ihre Samen werden in ein Glas gelöffelt. Etwas Wasser und eine Prise Zucker kommen dazu. Fängt die Masse an zu gären, löst sich die Gallerte von den Samen. Die Samen werden dann so lange mit Wasser gespült, bis sie sauber sind. Anschließend werden sie getrocknet.

Chili

Geerntet wird, wenn sich die Früchte sortentypisch gefärbt haben. Die Samen der ersten angesetzten Früchte haben eine höhere Keimfähigkeit. Reife Samen sind goldgelb.

Samen richtig aufbewahren

  • nur trockenes Saatgut, feuchte Samen nachtrocknen
  • dichte, mäusesichere Gefäße, z. B. Marmeladengläser, Gläser mit dichtem Gummiverschluss
  • kühl bei 0 –10 °C, trocken und dunkel beschriften mit dem Namen der Sorte und dem Erntedatum