Blumenkohl anbauen – kopflos bei zu viel Hitze

Sie wollten Blumenkohl anbauen und nun das: Blätter, nichts als Blätter! Die Pleite ist perfekt: Die Ernte fällt in diesem Jahr aus. Wo sind die schönen weißen Köpfe?

Tatsächlich ist er manchmal etwas divenhaft, der Blumenkohl. Gut zu wissen, was er eigentlich will!

Blumenkohl anbauen: Vier wichtige Erfolgsfaktoren

Junger Blumenkohl
Junger Blumenkohl – Foto: Pixabay/artverau

1. Blumenkohl mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sechs Sonnenstunden pro Tag sollte er genießen können, denn optimale Lichtbedingungen wirken sich positiv auf das Kopfwachstum aus. Sengende Hitze verträgt er allerdings nicht, weshalb der Pflanzzeitpunkt gut gewählt werden sollte.

2. Der Wasserbedarf von Blumenkohl ist hoch. Mittelschwere, humose Böden, die Wasser gut speichern können, sind wichtig für einen guten Ertrag. Wird nicht genug Wasser zur Verfügung gestellt, bildet die Pflanze nur kleine Köpfe aus und es ist mit einem Schossen zu rechnen. Ein Mulchen rund um den Kohl sorgt für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Weiterhin ist ein Anhäufeln nach dem Anwachsen empfehlenswert.

3. Blumenkohl ist ein Starkzehrer. Sorgen Sie für einen humusreichen Boden durch die Zugabe von gut verrottetem Kompost. Geben Sie im Sommer gelegentlich Hornspäne an die Pflanze, um für eine dauerhafte Nährstoffzufuhr zu sorgen. Aber Achtung: Eine Überdüngung kann ebenfalls dazu führen, dass der Blumenkohl keinen Kopf ausbildet!

4. Auch der Kalkgehalt im Boden muss für den Kreuzblütler unbedingt stimmen – so kann die Kohlhernie, eine typische Fruchtfolgekrankheit, keinen Schaden anrichten. Der pH-Wert sollte zwischen 6 und 7 liegen. Arbeiten Sie bei Bedarf etwas Algenkalk ein.

Anbaupausen bei Kohl

Legen Sie im Beet eine Kohlanbaupause von mindestens drei Jahren ein, wenn dort bereits im Vorjahr eine Kohlart gepflanzt und geerntet wurde.

Anzucht im Gewächshaus

Die Frühsorten werden ab Ende Februar in Schalen oder Töpfen gesät und vorgezogen – entweder am Fenster oder im geheizten Gewächshaus. Für die Keimung sind etwa 18 Grad Celsius ideal, danach sollten die Jungpflänzchen bei 12 bis 14 Grad Celsius hell platziert werden.

Im Juli werden die sogenannten Überwinterungssorten gesät. Zum Winter-Blumenkohl zählen zum Beispiel ‘Walcheren Winter’ oder ‘Dalton F1’. Sie können ab August ausgepflanzt werden. Im Freien reifen dann die ersten weißen Blütenköpfe ab Ende April bis Mai und entgehen somit den Raupen.

Die richtige Temperatur 

Achten Sie unbedingt auf die richtige Anzuchttemperatur bei den Frühsorten, denn ist diese zu niedrig, reagiert der Blumenkohl mit Schießen!

Aussaat direkt im Freiland

Im Gartencenter werden in der Regel erst ab März Setzlinge mit kurzer Anbauzeit, beispielsweise ‘Erfurter Zwerg’, ‘Igloory’ oder ‘Neckarperle’, angeboten. Alternativ kann das Saatgut erworben werden – insbesondere, wenn Sie ausgefallene Sorten ins Auge gefasst haben.

Zwischen Mai und Juni können Sie direkt im Garten aussäen. Ein spezielles Anzuchtbeet ist dabei ideal. Wenn die Pflanzen etwa 15 Zentimeter hoch sind, erhalten die Setzlinge ihren endgültigen Standort im Beet.

Blumenkohl Setzling
Pflanzung von Setzlingen im Freiland – Foto: iStock/zlikovec

Blumenkohl pflanzen

Die Faustregel: Mit drei bis vier echten Laubblättern, etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat, können die Kohlsetzlinge ausgepflanzt werden. Bereiten Sie den Boden vor der Pflanzung mit reifem Kompost auf – so ist die Nährstoffversorgung in der Anfangszeit gesichert.

Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr. Denn zu viel Hitze bekommt den Blumenkohl nicht. Zudem droht ein Schädlingsbefall im Sommer, wenn zu spät gepflanzt wird.

Die Setzlinge des Winter-Blumenkohls werden Ende August tief in die Erde gepflanzt und dann im Spätherbst angehäuft.

  • Pflanzen Sie nicht, wenn der Boden sehr nass ist, dies kann zu einem Misserfolg führen
  • Frühe Pflanzungen sollten direkt mit Folie abgedeckt werden.
  • Weite Abstände fördern die Bildung eines großen Kopfes – 50 Zentimeter zwischen den Pflanzen sind optimal.
  • Hacken Sie in der Anfangszeit (im Frühjahr) öfter um die Setzlinge herum.

Die benötigte kühle Periode

Wenn etwa zwei Wochen nach der Pflanzung ein Wechsel von der Blattbildung zur Anlage einer Blütenanlage stattfindet, benötigt der Blumenkohl einen Kältereiz (ungefähr 10 bis 14 Grad Celsius). Dann bilden die Pflanzen den typischen Blumenkohlkopf (auch Blume genannt), der ganz am Ende zu einem Blütenstand wird.

Die Anforderungen sind sortenabhängig – achten Sie also unbedingt auf die Sortenbeschreibungen!

Blumenkohl anbauen: Auch im Kübel möglich

Klein bleibende Blumenkohlsorten bilden auch in größeren Pflanzgefäßen ihre Köpfe aus. Sorgen Sie für ein gleichmäßig feuchtes Substrat und düngen Sie wöchentlich mit einem handelsüblichen Flüssigdünger.

Die Sorte ‘Multi-Head’ ist ein neuer, mehrstämmiger Blumenkohl-Typ, der in einem großen Kübel angebaut werden kann. Wird die erste Blume geerntet, bilden sich zahlreiche kleine, an Brokkoli erinnernde, Köpfchen an Seitentrieben.

Schutz vor Vergilbung

Weiße Sorten vergilben nicht, wenn die innere Blume einige Wochen vor der Ernte vor starker Sonneneinstrahlung geschützt wird. Dazu werden einfach die großen Blätter umgenkickt – sie bilden so einen natürlichen Sonnenschirm.
Bei neueren Sorten wie ‘Amazing’ schließt sich der Blattschopf von ganz allein über der Blüte.

 

Für eine Mischkultur im Garten eignet sich Borretsch, da dieser mit seinem Duft Kohlfliegen abhält. Spinat ist ein guter Lückenfüller.
Schlechte Nachbarn für den Blumenkohl sind: andere Kohlarten, Knoblauch, Porree, Rhabarber, Schnittlauch, Zwiebeln, Kartoffeln

Wie sieht es generell mit der Fruchtfolge im Gemüsebeet aus? Gerade beim Anbau von Starkzehrern wie dem Blumenkohl ist das ein wichtiges Thema. Wir haben für Sie den passenden Artikel:
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