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Früchtevielfalt im Ziergarten

Von GartenFlora

Nicht genug damit, dass feurig gefärbte Blätter und farbenfrohe Spätblüher für ein Fest der Sinne sorgen: Die Pflanzenwelt wirft sich im Herbst mit dezentem oder opulentem Fruchtschmuck in Schale. Lassen Sie sich ins Formen- und Farbenreich entführen!

Früchte in allen Farben und Formen

Bäume, Sträucher und krautige Gewächse schmücken sich im Herbst mit den „Früchten ihrer Arbeit“. Ziel dabei ist es, mit ihren Nachkommen neues Terrain zu erobern – mit Samen in Fruchtständen, aber auch mit Ausläufern und Ablegern. 

Bei genauerer Betrachtung verraten uns die Früchte, ob sie ihre Samenkinder mit Hilfe von Wind, Wasser oder Tieren auf Reisen schicken. Staunen Sie über die faszinierende Farben- und Formenvielfalt!

Samen der Mongolischen Waldrebe verreisen dank ihres fedrigen „Kometenschweifes“ mit dem Wind. Windige Gesellen sind auch die pergamentartigen, ulmenähnlichen Flügelnüsschen des Lederstrauches und die zapfenartigen Fruchtstände der Hopfenbuche. Ihre Früchte erinnern an weiblichen Hopfen, die Blätter an Hainbuchen – daher ihr Name. 

Echte Zapfen stehen auf Zweigen der Korea-Tanne, oft schon bei jungen Bäumen. Die geflügelten Samen trägt der Wind fort, übrig bleibt die Zapfen-Spindel.

Exotisch anmutend, aber einheimisch ist das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Die Samen, die orange verpackt aus rosa Kapselfrüchten ragen, sind eine begehrte Vogelnahrung.

Pfaffenhütchen
Die Früchte des Pfaffenhütchens – Foto: iStock/Ulrike Leone

Opulent treiben es auch Gewächse mit aufgetriebenem Fruchtschmuck, zum Beispiel die Blasenspiere, ballonartig die Pimpernuss. Bei Fruchtreife öffnet sich die Kapsel und die erbsengroßen Samen fallen zu Boden. Mit farbigen Früchten locken Wildrosen, Zieräpfel oder Ebereschen. Vögel naschen davon und verbreiten so deren Samen.

Die violetten, beerenartigen Steinfrüchte des Liebesperlenstrauches haften bis zum Winter am Strauch, hierzulande finden sich dafür keine Nahrungs-Interessenten. Die flaumigen Kolben des Essigbaumes stehen kerzengleich an den Ästen, mit dem flammendroten Laub bringen sie Herbstfarbe in den Garten. Ihre Steinfrüchte gehen mit Vögeln in die Luft. 

In transparentes Pink kleiden die Schötchen der Roten Garten-Melde ihre Samen. Die bogig überhängenden Samenstände der Fuchsschwanz- Verwandten halten bis spät ins Jahr. Kleine „Stempelkissen“ sitzen in Dolden an der wüchsigen Herbst-Anemone. Im Spätherbst platzen sie auf und die watteartigen Samen werden vom Winde verweht. 

Besondere Hingucker

Auch den beerenartigen, kleinen Steinfrüchten der Japanischen Aralie verleiht die Vogelwelt Flügel. Spektakulär sind die blauen „Bohnen“ des wärmebedürftigen Blauschotenstrauches, die von September bis Oktober reifen. In China werden sie als Wildfrüchte gesammelt und verzehrt. 

Ein echter Hingucker ist die Immergrüne Magnolie, aus deren duftenden Riesenblüten eine kuriose, rosa Sammelbalgfrucht entsteht. Zur Reife stehen die Samen igelartig heraus. Krautige Pflanzen schmücken sich oft dezenter. Sonnenlicht fangen die schimmernden Zwischenwände von „Silberlingen“ der Mondviole und die begrannten, seidigen Ähren von Gräsern ein. 

Dekorativ, aber ausbreitungsfreudig ist die giftige Kermesbeere mit glänzend-schwarzem Fruchtstand am pinkfarbenen Stängel. Filigrane Samenkugeln auf Stelzen lassen Zierlauch-Arten durch die Beete staksen. Ihre grafischen Strukturen verzaubern bis zum Winterbeginn Ihren Garten.

Kermesbeere
Früchte der Amerikanischen Kermesbeere – Foto: iStock/Irina Vodneva