Poa trivialis im Rasen - Foto: AdobeStock_Stephen VanHorn

Rasen mit hellen Tupfen: Poa annua und Poa trivialis

Einen Rasen anzulegen ist mitunter recht mühsam und zeitaufwändig. Da ist es schon ärgerlich, wenn sich nach einiger Zeit auf dem „Premium Top Quality Family & Fun“- Rasen hellgrüne Grasbüschel abheben. Schuld sind die Einjährige Wiesenrispe (Poa annua) oder das Gewöhnliche Rispengras (Poa trivialis).

Selbst den Rollrasenproduzenten machen sie das Leben schwer. Denn diese Gräser blühen manchmal schon kurz nach dem Auflaufen und bilden viele, viele Samen. Das Fatale: Schneidet man die Wiesenrispe vor der Blüte, um diese zu unterdrücken, bildet sie verstärkt Ausläufer.

Poa annua

Poa annua ist leicht zu erkennen – Foto: iStock/arousa

Auch wenn der botanische Name nicht jedem Hobbygärtner geläufig ist – das Einjährige Rispengras ist sehr präsent und auch relativ leicht zu erkennen:

  • es hat einen hellen Grünton,
  • es ist horstbildend und wurzelt eher flach,
  • es hat kurze, kriechende Triebe und
  • es kommt häufig zur Blüte

Poa trivialis

Das Gewöhnliche Rispengras wird mitunter zum Anlegen von Rasen verwendet, da es gut an feuchten und schattigen Standorten gedeiht. Allerdings hebt es sich durch seine helle Färbung auch deutlich von anderen Gräsern ab. Mit langen Kriechtrieben erobert es gerne Lücken im Rasen und vergilbt schnell, was ebenfalls die Rasenoptik beeinträchtigt. Seine Blütezeit reicht von Juni bis Juli.

Die unerwünschten Rispengräser eindämmen

Ein Rispengras kann bald den gesamten Rasen unterwandern. Hier heißt es also, nicht untätig zu bleiben, wenn man die hellgrünen Stellen im Rasen entdeckt.

Mit einem speziellen Unkrautstecher werden sie möglichst tief ausgestochen. Schließen Sie die entstandenen Lücken sofort durch eine Nachsaat. Gleichzeitig spendiert man einen stickstoffbetonten Rasendünger, der die ursprünglichen Rasenarten wie Weidelgras, Rohrschwingel oder Rotschwingel stärkt.

Auch die richtige Bewässerung des Rasens ist ausschlaggebend. Denn die beiden Rispengräser lieben eine permanente Bodenfeuchte. Sprengen Sie den Rasen durchdringend, aber dafür seltener. Davon profitieren auch die Wurzeln der erwünschten Rasengräser.

Mähen Sie regelmäßig, so dass die Samenbildung der Störenfriede unterbunden wird (trotz der Ausläuferbildung)!

Rasenherbizide können leider nichts ausrichten, denn sie wirken nur gegen zweikeimblättrige Unkräuter. Ein Totalherbizid würde zwar garantiert helfen. Dann wäre allerdings nicht nur das Rispengras hinüber, sondern gleich der ganze Rasen.

Wenn es mal schnell gehen soll, gibt es noch einen Trick: Machen Sie die Wiesenrispe mit einem eisen- und magnesiumhaltiger Dünger einfach unsichtbar. Der „färbt“ sie dunkelgrün, so dass sie sich den anderen Rasengräsern farblich anpasst.