Mit Farbe gestalten – jetzt den Garten planen

Rosa Ton in Ton

Schon mit wenigen Pflanzenarten lassen sich fließende Farbübergänge schaffen. Hier stecken Glockenblumen (Campanula), Buschmalven (Lavatera) und Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) die Köpfe zusammen. Fotos: Bettina Banse

Warum nicht jetzt schon Ideen sammeln, um den Garten in der kommenden Saison zu verschönern? Im Winter gibt es draußen relativ wenig zu tun – ideal, um im warmen Wohnzimmer mit Hilfe von Gartenbüchern, dem Internet und Pflanzenkatalogen Pläne zu schmieden.

Viele Stauden und Zwiebelblumen bringen mit ihren auffallenden Blüten Farbe in den Garten und das Laub vieler Stauden und Gehölze bietet ebenfalls interessante gestalterische Möglichkeiten. Ton in Ton gehaltene Gärten können ausgesprochen abwechslungsreich sein – wenn man ein paar Kniffe beachtet.

Gelb – die Farbe der Sonne

Im Frühling hat die Farbe Gelb ihren großen Auftritt – egal ob Winterlinge (Eranthis), Osterglocken (Narcissus) oder Steinkraut (Alyssum). Als wolle die Natur die ersten Sonnenstrahlen um ein Vielfaches verstärken, überzieht sie Gärten und Parks mit leuchtenden Farbtupfern. Mit Erfolg: Selbst an frostigen Tagen verbreiten goldgelb blühende Stauden und Zwiebelblumen gute Laune und wärmen Herz und Seele.

Blau – wie eine erfrischende Meeresbrise

Im Sommer hingegen reicht die Wärme von außen vollkommen aus. Bei 30 Grad im Schatten lechzt selbst der eifrigste Gärtner nach ein wenig Abkühlung. Auch hier hilft ein Griff in den Farbkasten der Natur, erklärt Landschaftsarchitektin Petra Pelz aus Sehnde bei Hannover.

„Blau und Violett gelten als kühle Farbtöne. Gärten oder Balkonbepflanzungen, die in diesen Nuancen gehalten sind, laden an heißen Tagen zum Verweilen ein. Außerdem wirken sie beruhigend und verleihen dem Garten optisch Tiefe.“ Das ist insbesondere in kleineren Gärten von Vorteil, deren Grenzen durch die zurückhaltende Farbgebung zurückzuweichen scheinen.

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Weiß – Leichtigkeit und Eleganz

Ähnlich verhält es sich mit der Nicht-Farbe Weiß. Die filigranen Blüten von Schleierkraut (Gypsophila) und Wiesenraute (Thalictrum) beispielsweise bringen luftige Leichtigkeit in den Garten, während Arten mit klar umrissenen Blüten wie weiße Schwertlilien (Iris) oder weißer Fingerhut (Digitalis) mit geradezu königlicher Eleganz im Staudenbeet thronen.

„Für viele Pflanzenfans ist natürlich der berühmte Weiße Garten von Sissinghurst das Gestaltungsvorbild schlechthin. Doch es lohnt sich, nach neuen Kombinationen zu suchen“, empfiehlt Petra Pelz. „Ich kann mir zum Beispiel sehr gut ein Duo aus weißen Pfingstrosen (Paeonia) und dem wenig bekannten Platanenblättrigen Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius) vorstellen.“

Rot – kraftvoll und belebend

Powerfarben wie Rot, Orange oder Pink wirken spritzig und belebend, drängen jedoch optisch sehr in den Vordergrund. „Mit diesen Farben kann man umso mutiger und großzügiger umgehen, je größer der Garten ist“, sagt Petra Pelz. „Und man sollte sich die Farben ganz genau ansehen, gerade Rottöne beißen sich schnell, wenn man die falschen Nuancen kombiniert.“

Für welche Farbe beziehungsweise welches Farbspektrum man sich letztlich entscheidet, ist vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks. Gemeinsam haben monochrome Gärten, dass die einzelnen Blüten sowie die Struktur und Textur der Pflanzen einen besonderen Stellenwert erhalten. „Man nimmt die Unterschiede deutlicher wahr als in einem bunten Blumenbeet.“

Schöne Pflanzen für dunkle Gartenecken

Eine Pflanzengruppe sollten Gartenbesitzer keinesfalls vergessen: „Blattschmuckpflanzen können die Wirkung farbiger Blüten ganz wunderbar ergänzen und unterstützen.“ Weiß-grün panaschierte Funkien etwa sind ein Hingucker für sich und lassen weiße Blüten in der Nachbarschaft noch intensiver strahlen – ein toller Effekt für dunkle Gartenecken.

Apropos Schatten, auch hier muss niemand auf intensive Farben verzichten. „Man muss nur ein bisschen länger nach passenden Pflanzen suchen und experimentierfreudig sein“, ermutigt die Gestaltungsexpertin Freunde kräftiger Farben. Mit Astilben (Astilbe), Sterndolden (Astrantia) oder Ananas-Salbei (Salvia rutilans) beispielsweise lassen sich feuerrote Akzente setzen.

Waldsteinie (Waldsteinia), Johanniskraut (Hypericum) oder Japanischer Waldmohn (Hylomecon japonicum) leuchten dahingegen goldgelb. „Viele Pflanzen für sonnige oder halbschattige Standorte sind zudem in Sachen Licht anpassungsfähiger, als in den Lehrbüchern steht. Es hängt einfach vom individuellen Standort ab.“ Ob es geklappt hat, zeigt sich zur Blütezeit.

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Tipp für kleine Gärten: Farbwechsel rund ums Jahr

Besitzer großer Gärten haben es gut, sie können die verfügbare Fläche einfach in mehrere Gartenbereiche aufteilen und so verschiedene Farbgärten schaffen. Bei kleinen Grundstücken ist das schwierig. „Trotzdem können Sie sich auch hier an verschiedenen Gartenbildern erfreuen – indem Sie die Farbthemen übers Jahr verteilen“ rät Landschaftsarchitektin Petra Pelz.

Starten Sie im Frühjahr beispielsweise mit Frühlingsblühern in strahlendem Gelb. Sobald diese sich zurückziehen, werden sie von sommerlichen Blütenstars in Blau oder Weiß abgelöst. „Zum Saisonausklang verstärken Sie die Leuchtkraft des Herbstlaubes mit prächtigen Spätzündern in warmen Tönen, etwa mit Sonnenhut (Rudbeckia), Astern und Chrysanthemen.“

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GMH/BdS


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