Gartenteich anlegen

Themen: Gartenteich
Gartenteich

Ein Gartenteich ist ein schönes Hobby. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt er sich selbst anlegen. © Gyula Gyukli/fotolia.com

Die verschiedenen Teicharten und ihre Vor- und Nachteile

Ein Gartenteich ist ein schönes Hobby, wirkt sehr beruhigend und verleiht vielen Gärten das gewisse Etwas. Das Anlegen eines Gartenteichs kann, mit etwas handwerklichem Geschick, auch ganz einfach selbst vorgenommen werden. Den einen Gartenteich gibt es nicht. Ganz unterschiedliche Teicharten können den heimischen Garten verschönern und jede bietet ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Der Fertigteich

Gartenteich-ArtenDer Fertigteich ist wohl die unkomplizierteste Teichvariante. Er ist, dank des fertigen Teichbeckens, welches es in unterschiedlichen Größen und Formen gibt, sehr schnell angelegt.
Vorteile des Fertigteichs:
• Ein Fertigteich kann schnell und unkompliziert aufgebaut werden, weswegen keinerlei Vorkenntnisse nötig sind, einfach Form und Größe aussuchen und loslegen.
• Der Fertigteich eignet sich vor allem für kleine Teiche unter vier Quadratmeter Fläche.
• Die Installation eines Fertigteichs ist verhältnismäßig günstig.
Nachteile des Fertigteichs:
• Keine individuelle Form möglich, es muss das ausgewählt werden, was verfügbar ist.
• Nicht für große Teiche geeignet.
• Übergänge zwischen Pflanzzonen oft sehr steil.
• Tiefwasserzonen häufig nicht tief genug

Der Terrassenteich

Der Terrassenteich ist die kleinste Teichvariante und findet sich, wie der Name schon vermuten lässt, auf vielen Terrassen und sogar auf Balkonen.
Vorteile des Terrassenteichs:
• Genau, wie der Fertigteich, ist auch der Terrassenteich schnell und unkompliziert anzulegen, entweder mithilfe eines vorgefertigten Beckens oder mit spezieller Teichfolie.
• Der kleine Teich braucht nur wenig Pflege und verschönert dennoch die Terrasse oder den Balkon
Nachteile des Terrassenteichs
• Aufgrund seiner geringen Abmessung eignet sich der Terrassenteich nur bedingt für Fische und andere Teichbewohner

Der Folienteich

Der Folienteich ist die beliebteste Teichvariante der Deutschen und in etlichen Gärten zu finden. Es gibt ihn in ganz unterschiedlichen Größen und Formen.
Vorteile des Folienteiches:
• Jeder kann seine eigenen Wünsche umsetzen, die Abmessung des Teiches selbst bestimmen und ein individuelles Design entwickeln.
• Die Gestaltung ganzer Teichsysteme ist möglich.
• Die Tiefwasserzone kann den Bedürfnissen der bevorzugten Fischarten angepasst werden.
Nachteile des Folienteiches:
• Die Teichfolie ist weniger stabil, als ein vorgefertigtes Becken, sie kann reißen oder durch spitze Gegenstände beschädigt werden.
• Das Anlegen eines Folienteiches bedarf einer gründlichen Planung und nimmt viel Zeit in Anspruch.

Der Schwimmteich

Zu guter Letzt soll nun noch kurz der Schwimmteich betrachtet werden. Er hat in den letzten Jahren als eine natürliche Alternative zum Swimming-Pool stark an Beliebtheit gewonnen. Denn der Schwimmteich ist nicht nur ein Teich für Pflanzen und Tiere, sondern dient auch zur Erfrischung im Sommer.
Vorteile des Schwimmteichs:
• Der Schwimmteich fügt sich perfekt in den natürlichen Garten ein.
• Er kann zum Planschen und Schwimmen genutzt werden.
• Es werden keinerlei chemische Desinfektionsmittel, wie Chlor oder Konservierungsmittel verwendet.
Nachteile des Schwimmteichs:
• Die Installation ist teuer und aufwendig.
• Der Schwimmteich ist sehr pflegeintensiv.

Die beliebteste Möglichkeit einen Gartenteich zu bauen? Ganz klar, der Folienteich Der Folienteich ist, wie bereits erwähnt, die beliebteste Teichvariante der Deutschen. Deshalb folgt nun eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie solch ein Folienteich ganz einfach selbst im heimischen Garten angelegt werden kann.

Step-by-Step zum eigenen Gartenteich

Gartenteich anlegen © jeantrekkeur/Fotolia.com Schritt 1 – Bestimmung der Teichform und Abmessung der Größe
Wer einen Folienteich anlegen möchte, muss sich zuerst überlegen, welche Form er haben soll. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und der Teich kann rund, oval, rechteckig oder auch nierenförmig sein. Bevor jedoch die Größe des Teiches festgelegt wird, muss erst einmal eine geeignete Stelle im Garten ausgemacht werden. Stehen Form und Größe fest, werden sie mittels Sand, Schnur, Farbspray oder Gartenschlauch im Garten markiert.

Schritt 2 – Ausheben der Teichgrube
Nun wird, entlang der vorher gesteckten Markierung, die Teichgrube von innen nach außen ausgehoben. Wichtig ist, Rücksicht auf die verschiedenen Pflanzzonen zu nehmen und das Teichprofil entsprechend terrassenförmig zu gestalten. Die Zonen teilen sich folgendermaßen auf:
1) Die Sumpfzone – sie liegt zehn bis 20 Zentimeter tief.
2) Die Flachwasserzone – sie befindet sich in einer Tiefe von 20 bis 60 Zentimetern.
3) Die Tiefwasserzone – sie beginnt ab 60 Zentimetern und kann bis zu 120 Zentimeter tief reichen.
Wichtig ist zudem, dass das Gefälle zwischen den einzelnen Zonen höchstens 30 Grad beträgt, sodass Steine und Pflanzkörbe nicht ins tiefere Wasser rutschen.
Damit die Teichfolie später möglichst keinen Schaden nimmt, müssen bereits bei der Aushebung der Grube scharfkantige Steine sowie Wurzeln entfernt werden. Zudem ist es ratsam, alle Flächen zu glätten. Zwischendurch muss immer wieder die waagerechte Nivellierung des Teiches geprüft werden. Dies gilt vor allem in Gärten mit leichtem Gefälle. Sind Ungleichheiten festzustellen, sollten diese am Rand durch einen Erdwall ausgeglichen werden.

Schritt 3 – Teichflächen mit Sand bedecken
Nun werden die einzelnen Teichflächen möglichst gleichmäßig mit einer Sandschicht bedeckt. Diese sollte circa fünf bis zehn Zentimeter dick sein.

Schritt 4 – Grube mit Teichvlies auslegen und Kapillarsperre anlegen
Ist die Sandschicht aufgetragen, wird nun der gesamte Teich mit Teichvlies ausgelegt. Dies dient dem zusätzlichen Schutz der Teichfolie vor spitzen Steinen oder Wurzeln. Der Wasserdruck, der später im Teich herrscht, bewirkt, dass die Folie mit großer Kraft gegen die Außenwände gedrückt wird. Sand und Teichfolie fungieren hier also als Puffer. Die Kapillarsperre ist deshalb so wichtig, damit Pflanzen und Wurzeln am Teichrand diesem kein Wasser entziehen können. Sie sollte einmal komplett um den Teich herumgehen und etwa zehn Zentimeter breit sowie tief sein.

Schritt 5 – Foliengröße bestimmen
Nun muss die Menge der benötigten Folie ermittelt werden. Teichfolie ist nicht gerade günstig, weshalb natürlich niemand zu viel kaufen will. Die gängigsten Folienarten sind PVC, PE oder EPDM.

Folien: Eigenschaften, Stärke und Einsatzgebiete:
ArtEigenschaftStärkeEinsatz
PVC-FolieLeicht zu verkleben, flexibel und weich. Doch nach einigen Jahren der Nutzung treten die Weichmacher aus, was die Folie starr und brüchig werden lässt. Auch ihre schlechte Umweltverträglichkeit ist ein Nachteil.1 mm
1,5 mm
2 mm
Schwimm- oder Badeteiche
PE-FolieDie Folie ist nicht besonders leicht zu verarbeiten, dafür sehr umweltverträglich. Im Idealfall wird sie an einem Stück verwendet.1 mm
1,5 mm
Klärteiche, Biogasanlagen, Baustellenabdichtung
EPDM-FolieHierbei handelt es sich um synthetischen Kautschuk. Diese Folie ist strapazierfähig, leicht und lässt sich leicht verarbeiten. Zudem ist sie umweltverträglich. Ihr einziger Nachteil ist ihr entsprechend hoher Preis. 1 mm
Weniger als 1 mm
Garten- und Schwimmteiche


Die Foliengröße wird folgendermaßen bestimmt:
Folienlänge: Teichlänge + 2x Teichtiefe + 60 Zentimeter Rand
Folienbreite: Teichbreite + 2x Teichtiefe + 60 Zentimeter Rand
In der Regel wird die Teichfolie im Baumarkt oder im Fachgeschäft nach Quadratmetern berechnet.

Gartenteich anlegen © WoGi/Fotolia.comSchritt 6 – Verlegen der Teichfolie
Am besten wird die Teichfolie an einem warmen Tag verlegt, da sie so weicher wird und sich den Konturen des Teiches besser anpasst. Zudem wirft sie an warmen Tagen weniger Falten, wohingegen sie bei kälteren Temperaturen steifer wird und sich nur schwer verlegen lässt. Zuerst wird die Teichfolie komplett ausgebreitet und über die ausgehobene Teichgrube gelegt. Nun wird die Folie möglichst faltenfrei verlegt, wobei auf ruckartige Zugbewegungen zu verzichten ist. Daraufhin müssen alle Flächen geglättet und von Steinchen und ähnlichem gereinigt werden. Um eine bessere Anpassung der Folie an den Teich zu gewährleisten, empfiehlt es sich, den Teich mit 50 Zentimeter hohem Wasser zu füllen und sie sich einen Tag lang setzten zu lassen.

Schritt 7 – Aufschütten von Kies und Befüllen mit Wasser
In diesem Schritt werden die einzelnen Pflanzzonen mit einer circa fünf bis zehn Zentimeter dicken Schicht aus gewaschenem Kies bedeckt. Darauf lassen sich später die Teichpflanzen sehr gut einsetzten. Kies gibt zudem keine Nährstoffe an das Wasser ab, was ebenfalls wichtig ist. Herkömmliche Erde sollte nie in den Teich gefüllt werden. Ist der Kies auf allen Pflanzzonen ausgebreitet worden, kann damit begonnen werden, den Teich mit Wasser zu füllen. Überschüssige Folie sollte nicht zu früh abgeschnitten werden, da der Wasserdruck noch an ihr ziehen kann, woraus sich erst ihre endgültige Lage ergibt.

Schritt 8 – Bepflanzung und die Befestigung des Folienrands
Am besten wird der Teich nach und nach mit Wasser befüllt und die Teichpflanzen werden noch im Trockenen eingesetzt. Dies geht schlichtweg einfacher. Erst nachdem eine Teichzone fertig bepflanzt wurde, wird sie geflutet und die Bepflanzung der nächsten Zone beginnt. Ist dies erledigt, wird die überschüssige Folie nun entfernt, wobei ein Überstand von einigen Zentimetern eingehalten werden sollte. Zu guter Letzt wird der Teichrand mit Steinen oder Gartenplatten befestigt.

» Gartenpraxis: So kommt Leben in Ihren Teich

Schritt 9 – Fische ziehen ein
Die Fische können nicht direkt nach Fertigstellung des Teiches eingesetzt werden. Zum einen muss die Temperatur stimmen, zum anderen muss das Leitungswasser, welches in den Teich gefüllt wurde, erst durch Bakterien umgewandelt werden. Nur so ist es für die Fische verträglich. Dies kann bis zu zwei Monate Zeit in Anspruch nehmen. Um zu bestimmen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, empfiehlt sich ein Testset zur Bestimmung der Wasserqualität, welches es im Teichfachgeschäft oder im Gartencenter gibt. Ebenfalls stimmen muss die Temperatur. Hier sollte im Zoogeschäft gefragt werden, welche Temperaturen die Fische bevorzugen. Und noch etwas ist ganz wichtig: Die Fische müssen immer passend zur Teichgröße ausgewählt werden. Ihre endgültige Größe haben die Tiere beim Kauf meist noch nicht erreicht und zu große Fische in einen kleinen Teich zu zwängen ist schlicht Tierquälerei. Die Annahme, die Tiere würden ihre Größe dem zur Verfügung stehenden Habitat anpassen, ist schlichtweg falsch, wie auch im Artikel „Die 10 größten Teichmythen“ nachzulesen ist. Ebenfalls wichtig bei der Wahl der Fische ist die Frage, ob diese im Teich überwintern oder in ein separates Winterquartier umsiedeln müssen. Dies ist auch von der Tiefe des Teiches abhängig. Je tiefer der Teich, desto wahrscheinlicher können vor allem hier heimische  Arten darin überwintern.
Martina Kaufmann


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