Bambus

Themen: Bambus, Gräser
Bambus

Die Halme von Dendrocalamus giganteus können in den Tropen bis zu 35 cm dick werden.

Sind sie ein ungeduldiger Gärtner? Dann werden Sie den Bambus mögen. Bambus ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen überhaupt. Innerhalb eines Tages kann er bis zu 100 cm zulegen, natürlich nur unter Idealbedingungen. In unseren Breiten schaffen dickhalmige Bambus-Arten immerhin bis zu 40 cm. Aber auch sonst trumpfen die Bambusgewächse (Bambusoideae), eine Unterfamilie der Süßgräser (Poaceae) mächtig auf. Weltweit gibt es über 100 Bambus-Gattungen und ca. 1200 Arten. In den Tropen können Sie 40 m hohe Riesenbambus-Exemplare (Dendrocalamus giganteus) bestaunen. Ihre Halme werden bis 35 cm dick! Die Halme mancher Arten sind so stabil, dass man sie sogar im Gerüstbau verwendet. Viele Bambus-Arten stammen aus Asien, einige aus Nord- und Südamerika und eine Handvoll aus Australien und Afrika. In unseren Gärten wachsen meist der Flachrohrbambus (Phyllostachys) und der Schirmbambus (Fargesia). Letzterer kommt überwiegend aus den schneereichen Bergregionen Westchinas, in denen lange Zeit strenger Frost herrscht. Unsere Winter überstehen die Fargesien somit recht gut.

» Gartenpraxis: Grundkurs Gartengräser

Fargesia rufaAls vor knapp 30 Jahren in Mitteleuropa die Fargesien blühten und größtenteils abstarben, zog der Flachrohrbambus, einst nur eine Liebhaberpflanze, in großem Stil in die Gärten ein. Kein Wunder, die vielgestaltige Gattung zählt viele winterharte Arten, Sorten und Formen. Allerdings bildet Phyllostachys lange Ausläufer, die Sie mit einer Rhizomsperre in Zaum halten müssen. Wem das zu aufwändig ist, der pflanzt Fargesien, die treiben nur kurze Rhizome, ihr Wuchs bleibt horstig. Übrigens: Bei den Fargesien, die heute angeboten werden, handelt es sich um neu selektierte Sorten, die erst in 60 bis 100 Jahren blühen dürften. Recht häufig trifft man noch auf den ausläuferbildenden Maketebambus (Pseudosasa japonica). Seltener werden die Arten und Sorten der Gattungen Sasa (Zwergbambus) und Pleioblastus gepflanzt. Dieser enorme Arten- und Formenreichtum macht den Bambus so vielseitig einsetzbar – Hecke, Bodendecker, Topfpflanze oder Baumersatz, alles ist möglich. Außerdem sind die Süßgräser sehr widerstandsfähig und benötigen relativ wenig Pflege. Zu Beginn der Vegetationsperiode, Anfang März, entfernen Sie alte, dünne und abgestorbene Halme. Damit schaffen Sie Platz für den Neuaustrieb. Bodendecker-Bambus und Bambushecken schneidet man nun ebenfalls. Bambus will reichlich mit stickstoffbetontem Dünger versorgt werden. Das kann eine gute Portion Hornspäne im Frühjahr und im August sein. Wie alle Immergrünen braucht Bambus auch in der kalten Jahreszeit Wasser. An frostfreien Tagen geht es also mit der Gießkanne raus in den Garten. Gibt es ein besseres Mittel gegen Wintermüdigkeit?
Monica Lietzau

» Blatt & Blüte: Von Zier- und Riesengräsern

Extra-Wissen: Bambus

An den unterirdischen Trieben des Bambus, den Rhizomen, sitzen Knospen. Aus ihnen entwickeln sich entweder neue Rhizome oder Sprosse. Kommt der Spross ans Tageslicht, dann ist er an der Basis bereits so stark, wie er auch als ausgewachsener Bambushalm sein wird. Im Spross ist der spätere Halm schon komplett angelegt. Übrigens sind die Sprosse der meisten Bambus-Arten essbar. Besonders zart bleiben die Sprosse, wenn sie geerntet werden, bevor sie aus der Erde kommen. In China und Japan baut man Bambussprosse in großem Umfang an. Die wichtigste Art ist Phyllostachys edulis.
2018 GartenFlora Bilderkalender 2018 bestellen
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook   Folgen Sie uns auf YouTube   Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr