Schnee und Blütenglanz- Die Steigerung von Weiß

Schnee verwandelt den Garten im Winter in eine Zauberwelt. Die richtigen Pflanzen verstärken diese besondere Atmosphäre.

Faszinierendes Weiß im Garten

Schnee – wenn er endlich da ist, legt er sich makellos und strahlend über den Garten. Im Zusammenspiel mit weißen Winterblüten, Fruchtständen, Rinden und Dekoelementen fächert er eine ungeahnte Fülle feinster Nuancen auf.

Weiß also, eine Farbe, die nie aufdringlich ist und die zu allem passt: rein, klar, still, auch ein wenig sachlich und steril. Doch warum geht vom Anblick frisch verschneiter Landschaften eine solche Faszination aus? Weil der Schnee den vorherrschenden Braun- und Grautönen des Winters ihre düstere Schwere nimmt, wieder Leichtigkeit und Licht in den Garten bringt? Sicherlich. Zum anderen beweist sich nun mehr als in jeder anderen Jahreszeit, dass der Begriff Weiß viel weiter gefasst werden muss.

Streng genommen zählt Weiß zu den unbunten Farben. Weiße Flächen reflektieren vollständig das einfallende Licht. Wie der Farbton allerdings auf uns wirkt, hängt ab von der Beschaffenheit und Textur des Untergrunds, selbst von seinen Umrissen. So können weiße Dinge rau oder glatt, matt oder glänzend, dreidimensional oder flächig, kompakt, diffus oder durchscheinend sein.

Weiß in vielen Nuancen

Und: Selten ist Weiß in der Natur ganz rein. Ein Hauch von Rahmgelb, Rosé, Lavendel oder Hellgrau mischt sich ein. Oft sind es nur Nuancen, sichtbar erst im unmittelbaren Vergleich. Hätten Sie nicht auch darauf geschworen, dass Schneeglöckchen, von ihrer grünen Zeichnung mal abgesehen, pures Blütenweiß in sich tragen?

Nun aber, da sie eine gleißende Schneedecke umgibt, nimmt das Auge lebhafte Schattierungen wahr, feinste Farbabstufungen treten hervor. Der Schnee selbst entpuppt sich als nicht einfach nur weiß: Dort, wo der gold-rote Schein der Abendsonne auftrifft, überziehen zarte Apricottöne die Szene. Beschattete Bereiche hingegen weisen einen deutlichen Blaustich auf: Eiskristalle reflektieren wie Abermilliarden winziger Spiegel die Farbe des Himmels. So kann eine winterweiße Landschaft warm und kalt zugleich wirken.

Flirrender Schnee & Blütenglanz: Ein edles Winterpaar

Diese einmalige, wenn auch flüchtige Stimmung und das aparte Lichtspiel lassen sich gezielt durch passende Elemente im Garten unterstreichen: Weiß gestrichene Bänke, Zäune, Rosenbögen, Pavillons oder Gartentore, auch mal ein ausgesuchtes Deko-Objekt als stille Statisten eines großartigen Wintermärchens.

Dazu markante Gehölze mit strahlend heller Borke wie Himalaja-Birke (Betula utilis ‘Doorenbos’), Hänge-Birke (B. pendula) oder Tangutische Himbeere (Rubus cockburnianus).

Und natürlich die weißen Winterblüher! Ihr Auftritt in diesem Stück ist nicht so recht planbar: Der Witterungsverlauf spielt die entscheidende Rolle. Wenn’s glückt, erhebt die Christrose (Helleborus niger) ihre gelbäugigen Blütenschalen ab Dezember aus dem ersten Schnee, begleitet von der rosig überhauchten Winter-Kirsche (Prunus subhirtella ‘Autumnalis’) und dem Duft der rahmweißen Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii).

Ab Januar folgen Schnee-Heide (Erica carnea) in vielen Sorten, der weiß-rosa Winter-Schneeball (Viburnum x bodnantense ‘Deben’) mit seinem betörenden Parfum und unbedingt das Schneeglöckchen – am liebsten großflächig in den Gehölzsaum eingestreut. Fällt der Schnee einmal aus, trägt der Boden so dennoch weiß.

Saskia Richter

Winterdeko-Tipp: Eisige Anhänger

Ein paar Silikonförmchen mit Wasser füllen, Schnur einlegen und gefrieren lassen. Kurz in warmes Wasser getaucht, lösen sich die Eiskreationen leicht und bringen frei baumelnd Glanz ins Geäst.