Ratgeber Kettensägen

Selber heizen ist in, selber Brennholz machen auch. Doch allein mit Schrotsäge und Hackebeil kommen Sie nicht weit. Eine Kettensäge muss her. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Für die meisten Haushalte reicht eine Maschine mit 35 bis 40 cm Schwertlänge locker aus. Wählen Sie dieses Maß so, dass es dem Durchmesser der dicksten Stämme entspricht. Dazu passt ein Motor ab 1,5 PS, besser mit zwei bis drei PS Leistung, vor allem, wenn hauptsächlich dickes Stammholz auf Kaminlänge portioniert oder auch mal ein kleiner Baum gefällt werden soll. Benziner und akkubestückte Kettensägen sind universeller einsetzbar, während die Stromleitung netzbetriebener Motoren bei Baumarbeiten stört. Fürs pure Brennholzkürzen sind Elektrosägen aber gut geeignet und deutlich leiser, zudem auch in geschlossenen Räumen einsetzbar. Leistungsstärkere Aggregate können Sie bei Bedarf auch nachträglich noch mit einem längeren Sägeschwert ausrüsten.

"Vor dem ersten Schnitt mit der neuen Säge empfiehlt sich ein Kettensägen-Kurs", weiß Gerhard König, vom schwäbischen Hersteller Solo. Stämme über 50 cm Durchmesser überlassen Ungeübte trotzdem besser dem Profi. "Kaufen Sie eine Kettensäge bitte nicht spontan, weil sie gerade günstig angeboten wird", rät Heribert Wettels, von Husqvarna. Der örtliche Fachhändler weiß, welche Motor-Kettenschwert-Kombination für Ihre Bedürfnisse sinnvoll ist. Modelle vom Discounter oder Baumarkt bieten diese Wahlmöglichkeit nicht. Auch ein Reparatur- und Wartungsservice am Ort ist hier nicht zu erwarten. Der Motorist dagegen schärft Ihre Sägeketten für ca. 5 bis 10 Euro, je nach Länge und Fabrikat. Das Selberschleifen der stählernen Reißzähne ist möglich, will aber gelernt sein. Für versierte Hobbyholzfäller hat der Fach- oder Werkzeughandel passendes Schleifgerät parat. Sägeketten mit speziell gehärteten Meißeln, so heißen die "Zähne" der Motorsäge, überlassen Sie besser der Werkstatt. Die bleiben bis zu viermal so lange scharf wie gewöhnliche Ketten, sind aber zweieinhalbmal so teuer. Erhältlich zum Beispiel von Stihl unter dem Namen Picco Duro. Zudem verzeihen diese Ketten auch, wenn Sie mal aus Versehen in den Boden schneiden, während konventionelle Ketten danach kaum noch Biss haben.

Markt oder Motorist?


Kettensägen bekommen Sie in jedem Baumarkt, sporadisch auch im Supermarkt, meist deutlich günstiger als beim Motoristen. So nennt sich der Fachhändler mit angeschlossener Reparaturwerkstatt. Was aber, wenn eine Reparatur ansteht oder die stumpfe Sägekette heiß wird und anstatt grober Späne nur noch Mehl auswirft? Dann hilft Ihnen der Fachhändler meist sogar kurzfristig, der Baumarkt vielleicht. Der Discounter lässt Sie im Regen stehen. Zudem dürfte eine Markenmaschine deutlich zuverlässiger und langlebiger sein als ein Billigprodukt aus dem Reich der Mitte. Vorsicht übrigens vor Markengeräten direkt vom Laster. Die sehen einer echten Bosch, Solo, Husqvarna oder Dolmar vielleicht täuschend ähnlich, bieten aber nicht deren Qualität.

Die gefährlichsten Fehler


Niemals mit der Spitze des Sägeschwertes sägen. Verkeilen sich die Sägezähne nämlich im Holz, kommt es zum sogenannten Kickback: Die Säge reißt sich in Richtung Gesicht hoch! Zwar wird die Kette automatisch gebremst, dennoch sind Verletzungen nicht ausgeschlossen. Niemals die falsche Kette verwenden. Das auch dann nicht, wenn sie sich scheinbar perfekt auf die Schiene montieren lässt.

Nicht vergessen: Ein Helm mit Gehör- und Augenschutz gehören zur Grundausstattung, ebenso wie spezielle Schnittschutzhosen. Denn: Auch die kleinste Kettensäge kann gefährliche Schnittwunden verursachen.
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