Prachtscharten

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Prachtscharten

Die Einzelblüten am kerzenartigen Blütenstand der Prachtscharten entfalten sich von oben nach unten. Bild: GartenFlora Shop

Im Juli brechen erste leuchtende Blütenköpfe durch. Bis die Fackel schließlich erlischt, ist es bereits Oktober. Und selbst danach ist die Prachtscharte noch ein Hingucker im Beet.

Jedes Jahr dasselbe Bild. In Gartenmärkten und Kaufhäusern montiert man ab März, April mannshohe Metallregale und behängt sie mit bunt bedruckten Plastiktütchen. Aus deren knolligem Inhalt sollen sich, so verspricht es das Etikett, wunderschöne Dahlien entwickeln, prächtige Gladiolen – oder eben Prachtscharten. Genauer: Ährige Prachtscharten (Liatris spicata).

Nun - diese Tütchen sollte man mit etwas Vorsicht genießen. Wo gelbe, gefüllte Dahlien gezeigt sind, stecken gerne mal rote, einfache drin. Und wenn sich ob der wenig optimalen Lagerung bereits bleiche Triebspitzen oder gar Schimmelrasen zeigen, heißt es besser: Hände weg.

Prachtscharten lohnen sich

Doch wer sich zeitig im Jahr die frisch verpackte Ware sichert, kann durchaus Glück haben und bekommt für sehr wenig Geld die Chance auf echte Staudenfülle. Ja, 25 Knöllchen der Prachtscharte für einen Euro! Zumal die Farbangaben in diesem Fall auch stets zutreffend sind: Außer einigen wenigen weißen Exemplaren (Sorten ‘Alba’ und ‘Floristan Weiß’) erblühen sämtliche Prachtscharten in Rosarot bis Hellviolett.

Meist sind sie deshalb gleich ohne Sortenbezeichnung im Angebot. In aller Regel handelt es sich dann um die Züchtung ‘Floristan Violett’, die 90 cm hoch wird. Der kompaktere ‘Kobold’ wird mit maximal 40 cm nur halb so hoch.

Die erworbenen Knöllchen werden noch im Frühjahr an einem vollsonnigen Standort in mäßig nährstoffreiche, humose Erde gesetzt. Als Präriestaude der östlichen USA würde man die Prachtscharte wohl auf trockenen Böden erwarten. Doch gedeiht sie in ihrer Heimat in sommerfeuchten Senken und schätzt daher auch hierzulande etwas Feuchte um die Wurzeln. Dennoch zeigt sie sich tolerant gegenüber Trockenheit.

Winternässe vermeiden

Sehr übel nimmt die frostharte Staude allerdings Winternässe. Deshalb unbedingt auf gut durchlässigen Boden achten und gegebenenfalls etwas Splitt einarbeiten! Gleiches gilt für andere Prachtscharten-Arten, die seltener im Handel sind und sich optisch kaum von der Ährigen Prachtscharte unterscheiden.

Erwähnenswert ist die Kansas-Prachtscharte (L. scariosa), die bestens auf trockenen, sandigen Böden gedeiht. Die Prärie-Prachtscharte (L. pycnostachya) zeichnet sich durch besonders dicht besetzte Blütenähren aus. Sie ist aber empfindlich und kurzlebig – während sich die Knöllchen aus den Plastiktüten zu langlebigen, bis zu 15 Jahre alten Stauden entwickeln.

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Eine Staude mit besonderen Eigenschaften

Gedüngt werden möchte die Prachtscharte übrigens nicht direkt. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, die allmählich Nährstoffe freisetzt, ist ihr lieber. Zudem unterdrückt der Mulch keimendes Unkraut, was der konkurrenzschwachen Prachtscharte nur Recht sein kann.

Gedeiht sie in einem Präriebeet, das mit Gräsern, Indianernesseln (Monarda), Scheinsonnenhüten (Echinacea), Duftnesseln (Agastache) und Mannstreu (Eryngium) bepflanzt ist, hat das Unkraut aber ohnehin keine Chance. Der dort übliche dichte Bewuchs von sechs bis sieben Pflanzen pro Quadratmeter lässt kaum etwas durch.

Fruchtstände als winterlicher Gartenschmuck

All diese Präriestauden entwickeln nach der Blüte hübsche Fruchtstände, die bis zum nächsten Frühjahr den winterlichen Garten zieren. So auch die Prachtscharte. Überhaupt ist ihr Blütenstand recht spektakulär. Im Gegensatz zu fast allen anderen floralen Kerzen wie Fingerhut oder Ehrenpreis blüht die Prachtscharte von oben nach unten ab! Das macht sie, neben ihrer Haltbarkeit in der Vase, beliebt bei den Floristen.

Und noch eine Besonderheit ist zu erwähnen. Raten Sie mal, zu welcher Pflanzenfamilie sie zählt? Es sind die Korbblütler! Ähnlichkeiten mit nahen Verwandten wie Sonnenhüten oder Sonnenblumen sind kaum zu erkennen. Denn die Prachtscharte verzichtet auf die spektakulären, farbintensiven Zungenblüten, die zum Beispiel beim Sonnenhut meist gelb erstrahlen und Bestäuber anlocken sollen.

Sie setzt allein auf die Verlockungskraft ihrer reich mit Nektar gefüllten Zungenblüten, die sich dicht an dicht am Blütenschaft drängeln (wie die braunen Zungenblüten im Zentrum von Sonnenhut oder Sonnenblume). Recht hat sie damit: Für eine Prachtscharte lassen Schmetterling und Hummel jeden Sonnenhut links liegen.
Kerstin Ackermann

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