Gelb ins rechte Licht gerückt

Themen: Staudengarten
Gelbblütige Stauden

Gelbe Tulpen im Frühjahr, Sonnenhut im Spätsommer – und dazwischen? Ab Juni sind Gilbweiderich (Lysimachia punctata) und Goldmohn (Eschscholzia) reichblühende Gelbbringer.

Gelb ist die Farbe des Frühlings und sie kommt in vielen Nuancen daher. Ob knalliges Zitronen-, warmes Butterblumen- oder gedecktes Safrangelb – diese Farbe setzt freundlich-frische Akzente. Zeit also, jetzt im Spätsommer endlich auch den Garten ins gelbe Kleid zu hüllen?

Die Meinungen gehen da weit auseinander. Allzu oft sind gerade mal gelbe Tulpen erlaubt – später im Jahr aber wird der Ton aus dem Garten verbannt. Dabei gibt es kaum eine Farbe, die uns freundlicher stimmt, gar beflügeln kann! Selbst ein wolkenverhangener Sommertag bekommt dank der gelben Rabatte doch noch die Wärme und das Licht, die ihm gebühren.

Ein ganzes Beet in der Farbe der Sonne

LigularieFürs Sonnenbeet eignen sich zum Beispiel all die Sonnengesichter wie Mädchenauge (Coreopsis), Sonnenbraut (Helenium) oder Sonnenhut (Rudbeckia). Von ihnen gibt es zahlreiche mittelhohe Sorten, die sich in großen Gruppen am besten machen. Darunter besonders empfehlenswerte wie die langlebige Coreopsis ‘Grandiflora’, 60 cm, die scheinbar ewig blühende Helenium ‘El Dorado’, 80 cm, oder die allseits bekannte Rudbeckia ‘Goldsturm’, 70 cm.

Ein Hauch Wilder Westen scheint dann durch den Garten zu wehen, denn sie alle stammen von den frischen Wiesen Nordamerikas. Wohlgemerkt: frisch bis feucht, dabei auch gerne nährstoffreich, sollte der Standort sein! Wer vom Begriff Präriestaude auf staubtrockenen Boden schließt, wird sich gerade um die Schöne im Petticoat-Flor, die Sonnenbraut also, umsonst bemühen. Ihnen zur Seite stehen weitere Nordamerikaner wie die scharlachrote Indianernessel ‘Jacob Cline’ (Monarda didyma) oder die rosarote Prachtscharte (Liatris spicata).

Vor allem das Rot harmoniert bestens mit Gelb, denn beide Farben liegen im Farbkreis direkt nebeneinander und ergeben somit ein stimmiges Ton-in-Ton. Häufig aber wird der Sonnenflor auch mit kühlendem Blau-Violett kombiniert, dem komplementären Farbpartner – siehe Pflanztipps:

» Pflanztipp: Sommersonne am Teich (PDF)
» Pflanztipp: Ein Platz an der Sonne (PDF)

Gestaltungstipps - auch für kleine Gärten

TelekieDer starke Kontrast führt dazu, dass jede Farbe dank des Partners besonders intensiv wahrgenommen wird. Denn: Ein rein gelbes Beet lässt das Auge des Betrachters schnell ermüden, ein gelb-blaues dagegen stimuliert es langanhaltend. Und: Während die Farbe Gelb auf den Betrachter zukommt und die Perspektive optisch verkürzt, suggeriert Blau Weite.

Gerade für kleinere Gärten empfehlen sich daher gelb-blaue Farbspiele. Von den großen Sonnenkindern findet dort vielleicht nur eines Platz – das macht aber nichts, denn Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum, 180 cm) oder Stauden-Sonnenblume ‘Sheila’s Sunshine’ (bis 300 cm, mit einer Blüte von September bis November!) sind ganz hervorragende Solisten.

Richtig tropisch mutet es an, wenn Telekie (Telekia speciosa) oder Echter Alant (Inula helenium, beide bis 200 cm) einen Platz im Garten finden. Dabei stammen beide aus Südost-Europa und sind bei uns völlig winterhart. Optisch zum Verwechseln ähnlich, braucht die Telekie es ausreichend feucht, der Alant dagegen kann gerne trocken stehen. So leuchten auf jedem Standort dank einer einzigen Pflanze gleich hundert kleine Sonnen!
Kerstin Ackermann

» Der Staudengarten im Herbst
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr