Die Perovskie als Begleiter

Stahlblaue Blütenbälle der Kugeldistel (Echinops ritro) stemmen sich tapfer der sengenden Sonne entgegen. Beschwingt umtänzelt von purpurvioletten Kerzen der Duftnessel (Agastache rugosa), die sich vergleichsweise unbeschwert im Sommerwind wiegen. Ein hübsches Bild. Richtig prachtvoll in Szene gesetzt aber erst vor dem hellblau leuchtenden, silbrig schimmernden Hintergrund abertausender winziger Perovskienblüten.

Perovskien, mitunter auch als Blauraute oder Silberstrauch bezeichnet, sind demnach nicht die großen Stars, die sich gerne in den Vordergrund drängeln. Mit ihrer Vielzahl kleiner, lichtblauer Blüten, ihrem eleganten Silberlaub und dem etwa einen Meter hohen, etwas ausladenden, luftigleichten Wuchscharakter sind sie die ideale Begleitung, um die Hauptdarsteller der Spätsommerbühne ganz groß herauskommen zu lassen. Selbst von wenig markantem Naturell, harmonieren sie mit beinahe allen Blütenformen und -farben, mit Kugeln und Kerzen, knalligem Rot, Gelb oder pastellfarbenem Rosé.

Die edle Gestalt des silbrigen Mannstreus (Eryngium giganteum ‘Miss Willmott’s Ghost’) beispielsweise wirkt vor dem blauen Flimmerteppich erst so richtig prägnant und exquisit. Ohnehin eignen sich gerade die silberfarbenen Stauden wie Woll-Ziest (Stachys byzantina) oder Silbriger Garten-Wermut (Artemisia absinthium ‘Lambrook Mist’) ganz hervorragend, um mit dem frischen Blau der Perovskie zumindest optisch etwas Abkühlung in den hochsommerlichen Garten zu zaubern. Auch Gräser wie Blau-Schwingel (Festuca glauca) oder Blaustrahl-Hafer (Helictotrichon sempervirens) und verschiedenste kurzlebige Kräuter verweben ihre schlanken Halme und Stängel gern mit den silberfilzigen Wedeln der Perovskie.

Spät blühende Rosen würden den schönen Halbsträuchern ebenfalls gut zu Gesicht stehen – wären da nur nicht die allzu unterschiedlichen Standortansprüche. Beide lieben zwar die volle Sonne. Im Gegensatz zu den anspruchsvollen Rosen bevorzugen Perovskien aber einen eher sandigen, kiesigen, auf jeden Fall sehr gut durchlässigen Boden, der sie zuverlässig vor tödlicher Staunässe und Winternässe bewahrt. Der Grund sollte etwas kalkhaltig sein und eher nährstoffarm. Zu fetter Boden verführt die Silbersträucher schnell zu mastigem Wuchs mit weichem, unausgereiftem Gewebe, welches sich bald zu Boden legt und die Winterkälte nur schlecht überdauert.

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Die ursprünglich aus der vorderasiatischen Steppe stammenden Pflanzen haben es in unseren Wintern ohnehin nicht ganz leicht und frieren mitunter bis zum Boden zurück. Doch kein Grund zur Besorgnis. Da der Halbstrauch am jungen Holz blüht, muss er ohnehin jedes Jahr zum Ende des Frühlings auf kurze Stummel gestutzt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, die bereits erschienen neuen Knospen nicht zu beschädigen. Aus diesen treibt das Zwerggehölz selbst nach Winterschäden zuverlässig wieder aus. Nur bei jungen Pflanzen ist in den ersten Wintern eine schützende Schicht aus Laub und Reisig notwendig.

Wer sich nun entschieden hat, sein Spätsommerbeet um die blauen Perovskienschleier zu bereichern, muss beim Kauf nicht mehr allzu viel beachten. Die zwei Arten Perovskia abrotanoides und P. atriplicifolia sowie auch die Sorten unterscheiden sich nur marginal voneinander. Erwähnenswert ist vor allem die bis 80 cm hohe ‘Little Spire’, die sich neben ihrem kompakten Wuchs durch auffallend silbriges Laub mit guter Fernwirkung auszeichnet. Häufig gepflanzt wird ihre doppelt so hohe Schwester ‘Blue Spire’ mit sehr lockerem Habitus. Sie kommt in naturnahen Präriegärten und im Beethintergrund besonders schön zur Geltung. Ihnen allen gemein ist das herrliche Aroma, welches sie reichlich verströmen. Beim Schnuppern an den Blüten aber bitte nicht enttäuscht sein: Hier sind es die Blätter, die durch Duft betören.

Kerstin Ackermann

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